Mehr Home Office auch nach dem Corona-Shutdown?

Interessanter Blogbeitrag von Deloitte aus der Schweiz vom 15.5.2020:

“Die gegenwärtige Situation infolge der Corona-Pandemie ist ein Experiment im grossen Stil: Es zeigt sich, was im Home-Office funktioniert und was nicht. Wie sind die langfristigen Auswirkungen?

Die halbe Schweiz arbeitet derzeit im Home-Office – und ist dabei nicht weniger produktiv. Wegen der Coronavirus-Krise verrichten doppelt so viele Erwerbstätige als sonst ihre Arbeit von Zuhause, wie eine repräsentative Umfrage von Deloitte Schweiz zeigt. Vielen gefällt es sehr gut im Home-Office, und sie wollen auch in Zukunft nicht ihre ganze Arbeitszeit im Büro verbringen. 41 Prozent geben an, dass sie zuhause produktiver sind – trotz mangelndem Austausch mit Kollegen und Ablenkung durch Kinder. Dennoch bleiben viele Herausforderungen bestehen, und Unternehmen müssen Massnahmen ergreifen, um Technologielücken zu schliessen und ihre Mitarbeitenden im Home-Office angemessen unterstützen zu können.

Die vom Bundesrat im März 2020 getroffenen Corona-Massnahmen haben weitreichende Auswirkungen: So musste mehr als ein Drittel der Schweizer Arbeitnehmenden ihr Pensum reduzieren, und Hunderttausende wurden ins Home-Office geschickt. Covid-19 hat also in kürzester Zeit die Art und Weise, wie wir arbeiten, grundlegend verändert. Welche Auswirkungen das auf die von Zuhause aus arbeitenden Menschen hat, zeigt eine vom Beratungsunternehmen Deloitte Mitte April durchgeführte repräsentative Umfrage von 1500 in der Schweiz lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter.

Auch nach der Krise mehr Home-Office?

Gemäss Umfrage von Deloitte arbeitet zurzeit etwa die Hälfte (48 Prozent) der Schweizer Erwerbstätigen von Zuhause. Vor der Krise waren rund 25 Prozent der Befragten mindestens einmal pro Woche im Home-Office. Weiter zeigen die Ergebnisse, dass der Home-Office-Anteil kaum auf das Vorkrisen-Niveau zurückfallen wird. Im Gegenteil: 34 Prozent der Befragten gaben an, dass sie auch nach der Corona-Krise regelmässig von Zuhause aus arbeiten werden. Damit ist für das Beratungsunternehmen klar: Die aktuelle Covid-19-Krise dürfte den langfristigen Trend zu mehr Home-Office beschleunigen.

«Die Menschen wollen auch in Zukunft häufiger von Zuhause aus arbeiten. Unternehmen kommen nicht umhin, flexiblere Arbeitsmodelle einzuführen oder auszubauen», erklärt Matthias Thalmann, Partner im Bereich Human Capital Consulting bei Deloitte Schweiz. «Die gegenwärtige Krise ist ein Experiment im grossen Stil: Es zeigt sich oft sehr drastisch, was im Home-Office funktioniert und was nicht. Die beschleunigte Flexibilisierung von Arbeitsort und Arbeitszeit hat positive Auswirkungen, weil die Beschäftigten ortsunabhängiger werden und ihr Zeitmanagement selbst in die Hand nehmen können. Zusätzlich wird die Verkehrsinfrastruktur entlastet und das Klima geschont», so Thalmann.

Viele fühlen sich produktiver im Home-Office

Zudem sehen die Erwerbstätigen ihre Produktivität durch das Home-Office nicht beeinträchtigt. Im Gegenteil: 41 Prozent der Befragten gaben an, dass sie produktiver sind, wenn sie von Zuhause arbeiten. Für 31 Prozent besteht kein Unterschied, und nur 25 Prozent sind laut eigenen Angaben weniger produktiv. Auffallend ist auch, dass lediglich 5 Prozent der Befragten mit der Situation überfordert zu sein scheinen, weil sie nicht wissen, wie man am besten von Zuhause arbeitet.

Kinder als grösster «Störfaktor»

Trotz vorwiegend positiver Auswirkungen auf die Produktivität der Beschäftigten ist das Arbeiten im Home-Office mit vielen Herausforderungen verbunden. Gemäss Umfrage bezeichneten fast die Hälfte (44 Prozent) der Befragten die fehlende persönliche Interaktion mit Kolleginnen und Kunden als einen der grössten Nachteile des Home-Office. 20 Prozent sehen sogar ihr mentales Wohlbefinden gefährdet, da sie sich im Home-Office oft isoliert fühlen.

Etwa ein Drittel (32 Prozent) betrachtet die Ablenkung durch Kinder oder Familienangehörige als eine der grössten Herausforderungen und 16 Prozent haben zuhause keinen eigenen Arbeitsbereich, sodass sie besonders anfällig auf Störungen und Ablenkungen sind.

Gefühlte Produktivität dürfte nach der Krise noch höher ausfallen

«Wir müssen diese Ergebnisse im Kontext der gegenwärtigen Pandemiekrise interpretieren», erklärt Matthias Thalmann. «Viele Menschen befinden sich in einer Extremsituation, in der sie ihren Arbeitsplatz improvisieren und gleichzeitig Kinder betreuen müssen. Klar ist: Die meisten Befragten schätzen flexible Arbeitsplatzmodelle und nicht wenige haben das Gefühl, ausserhalb des Büros produktiver zu sein».

Die Umfrage zeigt deutlich, dass Befragte, die ihre Kinder betreuen müssen und dadurch abgelenkt werden, im Home-Office tendenziell weniger produktiv sind. «Wir nehmen an, dass die von den Beschäftigten wahrgenommene Produktivitätssteigerung nach der Öffnung der Schulen noch deutlicher ausfallen dürfte», erklärt Thalmann. «Eine Situation wie die jetzige dürfte wohl kaum zur Norm für Menschen mit Kindern werden».

Auch die Unternehmen sind gefordert

Unternehmen sollten gemäss Deloitte nun alles daran setzen, ihre Mitarbeitenden bei den Herausforderungen zu unterstützen und sie mit allem notwendigen technischen Zubehör auszurüsten, damit die Arbeit im Home-Office nach der Corona-Krise noch effizienter verrichtet werden kann. «Unsere Erfahrungen mit Kunden haben sich auch in dieser Krise bestätigt: Wenn Unternehmen über eine gute Home-Office-Infrastruktur verfügen und ihre Mitarbeitenden mit den dazu notwendigen virtuellen Ressourcen und Technologien ausgerüstet haben, können sie rasch auf neue und unerwartete Situationen reagieren. Da Flexibilität immer wichtiger wird, müssen Unternehmen aktiv werden und ihre Technologielücken schliessen, indem sie Lösungen für virtuelle Zusammenarbeit finden und einführen», sagt Veronica Melian, Human Capital Leader bei Deloitte Schweiz.

Ein Viertel (25 Prozent) der Befragten gab an, dass sie im Home-Office weniger produktiv sind. Dieser Rückgang an Produktivität ist neben den bereits erwähnten Kindern nicht zuletzt auch das Ergebnis mangelhafter technischer Infrastruktur und ungenügender Cyber- und Datensicherheit zurückzuführen, die im Home-Office oft weniger gut gewährleistet werden kann.

Doch Technologie allein führt nicht zum Erfolg. Veronica Melian: «Die menschlichen Aspekte dürfen nicht vergessen gehen. Unternehmen und ihre Mitarbeitenden müssen Mittel und Wege finden, um Meetings produktiv durchzuführen und effiziente Teamarbeit auch virtuell gewährleisten zu können. Wir werden den physischen Austausch hingegen in Zukunft viel bewusster pflegen, Workshops und soziale Anlässe im Team werden weiterhin ein wichtiger Teil der Arbeitskulturbleiben.»”

Quelle und mehr Informationen: https://www.hr-swiss.ch/news/mehr-home-office-auch-nach-dem-corona-shutdown/

Digitalisierung im Zeitraffer: In den USA verändert die Pandemie einige Branchen für immer

Spannender Artikel der Neuen Zürcher Zeitung vom 15.5.2020. Vielen Dank an meinen Kollegen Prof. Klaus Kotek für den Hinweis:

“Neue Hollywood-Filme werden im Wohnzimmer statt im Kino lanciert, den Arzt besuchen viele Amerikaner nun über das iPad, und einstige Home-Office-Gegner wie Facebook öffnen sich für Heimarbeit.

Nach rund zwei Monaten des staatlich verordneten Hausarrests lockern auch in den Vereinigten Staaten immer mehr Gemeinden die Bestimmungen. Doch die Realität, in welche die Bürger nun zurückkehren, hat sich in den Wochen des Hausarrests massiv verändert. In mehreren Branchen hat die Pandemie die Digitalisierung beschleunigt wie in einem Zeitraffer. 

Akzeptanz von Home-Office

Ausgerechnet Facebook war im Silicon Valley bisher bekannt dafür, dass Mitarbeiter nicht von zu Hause aus arbeiten durften und Kollegen für Sitzungen gar aus Übersee anreisen mussten. Vor wenigen Tagen haben Facebook und Google nun mitgeteilt, dass die Mitarbeiter bis Ende Jahr im Home-Office arbeiten dürfen. Twitter setzte noch eins drauf: Seine 5100 Angestellten können nun permanent von daheim aus arbeiten oder auch in einem Café, einem Bergchalet oder wo immer sie wollen. Nur wer möchte oder aus beruflichen Gründen dazu gezwungen sei, könne ab September ins Büro zurückkehren. Bis 2021 seien aber ohnehin alle persönlichen Meetings abgesagt, teilte die Personalchefin mit. «Das Wiederöffnen der Büros ist unsere Entscheidung, wann und ob unsere Angestellten wiederkommen, ist ihre Sache.» Jeder Mitarbeiter bekam 1000 $ für Büroausrüstung.

«Meine Meinung zum Home-Office hat sich in den vergangenen zwei Monaten komplett geändert», twitterte jüngst auch der Chef der Immobilienplattform Zillow, Rich Barton. Vor der Pandemie hätten gerade einmal 2% der 5000 Angestellten der Firma permanent zu Hause gearbeitet. Nun hat auch Zillow die Möglichkeit für Heimarbeit für die gesamte Belegschaft bis Ende Jahr verlängert. «Ich erwarte, dass dies einen lang anhaltenden Einfluss auf die Arbeit der Zukunft haben wird – und auf das Zuhause.»


Auch aus Kostengründen dürfte sich «work from home» – oder wie man im Slang sagt: WFH – zu einem breiteren Trend entwickeln. In einer Umfrage der Marktforschungsfirma Gartner unter Finanzchefs in den USA gaben drei von vier jüngst an, dass zumindest ein Teil ihrer Belegschaft weiterhin von daheim aus arbeiten werde. Jeder Vierte sagte gar, dass zusätzliche 10 Prozent der Belegschaft von zu Hause arbeiten würden, die dies zuvor nicht ohnehin schon getan hätten. «Die Daten zeigen den nachhaltigen Einfluss, den die Coronavirus-Krise auf die Art und Weise, wie Firmen arbeiten, haben wird», sagte Alexander Brant von Gartner. «Die CFO sehen hier eine Möglichkeit, Einsparungen durch eine entfernt arbeitende Belegschaft zu realisieren.»

 


 

Digitalisierung der Arbeit

Millionen von Arbeitnehmern haben in den vergangenen Wochen lernen müssen, was es mit Zoom, Slack oder Teams auf sich hat. Denn durch die Corona-Krise und die erzwungene Heimarbeit wurden immer mehr Arbeitsprozesse digitalisiert. Davon profitieren einerseits kleinere Firmen wie der Anbieter der gleichnamigen Videokonferenz-Software Zoom, dessen Aktienkurs seit Januar um 150% zugelegt hat, oder Docu Sign, eine in San Francisco angesiedelte Firma für das digitale Signieren von Dokumenten. Auch die Kommunikationsplattform Slack ist in einem Ausmass gewachsen, das der Mitgründer und CEO Stewart Butterfield jüngst als «ziemlich unglaublich» bezeichnete. Im gesamten letzten Quartal 2019 hatte die Firma rund 5000 neue Kunden hinzugewonnen, in diesem Frühjahr waren es innert sechs Wochen stolze 7000. Derzeit fühle es sich so an, sagte Butterfield, als sei Slack genau für eine solche Krise geboren worden: «Das ist unser Moment.»

Andererseits haben auch die Technologiekonzerne Rückenwind bekommen: Microsoft etwa berichtete Mitte März, dass die Nachfrage nach seinem Kollaborationsprogramm Teams innert einer Woche um mehr als ein Drittel gewachsen sei, auf täglich 44 Mio. Nutzer. Jeden Tag werde 900 Mio. Minuten lang über Teams telefoniert. «Wir glauben, dass dieser plötzliche, weltweite Wandel zur Heimarbeit einen Wendepunkt darstellt in der Art und Weise, wie wir arbeiten und lernen», schrieb Jared Spataro, der das Softwarepaket Microsoft 365 verantwortet. Ähnliches berichtet Google: Sein Videokonferenzprogramm Meet sei im März 25-mal so stark genutzt worden wie noch im Januar, und auch die Software Classroom scheint wie für die Krise geschaffen.

Die Pandemie habe als technologischer Gleichmacher gedient, sagte Nadja Yousif von der Boston Consulting Group in London gegenüber dem amerikanischen Fernsehsender CNBC: «Die Leute waren geduldiger im Erlernen und Ausprobieren neuer Technologien, einfach, weil sie es sein mussten. Wir alle entwickeln neue Fähigkeiten im virtuellen Arbeiten.» Auch die Kommunikationskanäle dürften sich langfristig verändern, wenn nicht mehr alle zusammen in einem Büro arbeiteten, meint Yousif: Videokonferenzen würden zunehmend Sitzungen ablösen, mehr würde per E-Mail und über Chat-Dienste wie Slack mitgeteilt. Dieser technologische Wandel könnte ironischerweise auch das Silicon Valley selbst treffen, schreibt Margaret O’Mara, Fellow am Think-Tank Joint Venture Silicon Valley, in einer Analyse. Im Valley entwickelte Technologie könne mehr Firmen realisieren lassen, dass ihre Mitarbeiter gar nicht mehr dort angesiedelt sein müssten.

Machtkampf zwischen Hollywood und Kinos eskaliert

Schon vor der Corona-Pandemie hatten es Kinos schwer, Gäste anzulocken. Mit 3-D- oder gar 4-D-Filmen, Karaoke-Vorstellungen oder Verkleidungsabenden versuchten viele Betreiber, den Film zum Erlebnis zu machen und die Menschen von der Couch ins Kino zu locken. Der Erfolg war mässig, im Durchschnitt ging ein Amerikaner noch vier Mal pro Jahr ins Kino. Aus Sicht der grossen Hollywood-Studios ist das Geschäft mit Kinos ohnehin weniger rentabel als der Verleih über digitale Plattformen: Mit Kinobetreibern müssen die Studios die Umsätze hälftig teilen, bei Plattformen wie Amazon Prime oder Apple TV können sie 80% der Umsätze behalten.

Doch alle Versuche, den Kinos die exklusiven Filmrechte zu entreissen, scheiterten in den vergangenen Jahren. Bis die Corona-Krise kam: Erstmals lancierte im April ein grosses Hollywood-Studio einen Film nicht wie geplant im Kino, sondern schwenkte wegen der Pandemie kurzfristig auf digitale Plattformen um. Zuschauer konnten die Universal-Studio-Produktion «Trolls World Tour» für 20 $ während 48 Stunden zu Hause anschauen. Das Angebot schlug ein wie eine Bombe: Innerhalb von drei Wochen nahm Universal Studios mit dem animierten Kinderfilm 100 Mio. $ ein und damit mehr, als es vier Jahre zuvor mit dem ersten «Trolls»-Film während fünf Monaten in Kinos verdient hatte.

Inspiriert von diesem Erfolg, kündigte Universal Studios jüngst an, auch nach dem Ende der Pandemie mit solchen digitalen Ersterscheinungen zu experimentieren. Das sind weitere schlechte Nachrichten für die Kinobetreiber, die durch die Corona-Pandemie ohnehin in einer tiefen Krise stecken. Der weltgrösste Kinobetreiber, AMC, musste in den vergangenen Wochen alle Mitarbeiter, einschliesslich des CEO, in den Zwangsurlaub schicken. AMC droht nun damit, gar keine Universal-Produktionen mehr zu zeigen, sollte es nicht wieder die exklusiven Filmrechte zugesichert bekommen.

Wie der Machtkampf weitergeht, werden die kommenden Monate zeigen. Doch die Krise hat bewiesen, dass die Konsumenten durchaus bereit sind, für Filme auf dem Heimbildschirm so viel Geld zu zahlen wie für ein Kinoticket.

Netflix führt im «Streaming-Krieg»

Lange wurde der Netflix-Gründer Reed Hastings dafür kritisiert, dass er auf seiner Streaming-Plattform keine Werbung zeige. Angesichts des wachsenden Marktes für Digitalwerbung schien das wie eine verschenkte Einnahmequelle. Als Netflix dann vergangenes Jahr auch noch seine Abopreise erhöhte, sagten einige Beobachter den Anfang vom Abstieg der weltgrössten Streaming-Plattform voraus.

Doch in der Corona-Krise zahlt sich das Geschäftsmodell von Netflix aus, das ganz auf Abogebühren setzt: Der derzeit einbrechende Werbemarkt tangiert den Streaming-Dienst überhaupt nicht. Dafür ist die Nachfrage der Zuschauer explodiert: Rund 16 Mio. Menschen haben Netflix im ersten Quartal neu abonniert; die Firma selbst hatte mit 7 Mio. Neuabonnenten gerechnet. Insgesamt zahlen nun fast 183 Mio. Zuschauer weltweit für den Streaming-Dienst. Der Gewinn von Netflix im letzten Quartal von 709 Mio. $ ist mehr als doppelt so hoch wie jener im Vorjahr, die Aktie hat seit Januar um 50% zugelegt.

Doch Netflix geht davon aus, dass die Erfolgswelle abebben dürfte, sobald die Bürger wieder mehr Freizeitmöglichkeiten haben als Dauerfernsehen. Er rechne mit abnehmenden Zuschauerzahlen, sagte Hastings jüngst bei der Präsentation der Quartalszahlen. 

In einer Umfrage von Morning Consult gaben jüngst jedoch 80% der Befragten an, dass sie ihr Netflix-Abonnement mindestens genauso sehr, wenn nicht noch mehr nutzen werden, sobald die Krise vorbei ist. Bei den Konkurrenten Disney+ und Amazon Prime lag dieser Wert nur wenig tiefer. Offenbar sind die Streaming-Plattformen den Zuschauern in den vergangenen Wochen sehr ans Herz gewachsen.

 


 

Telemedizin

Die Möglichkeit medizinischer Versorgung über Telefon- oder Videoanrufe gibt es bereits seit Jahrzehnten, doch die Corona-Krise hat dem Angebot nun enormen Rückenwind verliehen, wie mehrere Spitäler und Anbieter von Telemedizin berichten. Entscheidend dafür war wohl, dass Krankenversicherer die Sätze für virtuelle Konsultationen denjenigen regulärer Besuche angepasst haben. Zu ihnen gehören auch die grossen staatlichen Versicherer Medicare und Medicaid für Alte beziehungsweise Bedürftige, über die ein Drittel der Amerikaner versichert ist. Zuvor hätten viele Versicherer weniger als die Hälfte gezahlt, berichten Ärzte. Zudem hat es die Bundesregierung in Washington Medizinern erstmals erlaubt, Patienten via Telemedizin in Gliedstaaten zu behandeln, in denen sie nicht lizenziert sind. 

Die in Ohio und Florida ansässige Spitalkette Cleveland Clinic verzeichnete im März 60 000 virtuelle Patientenbesuche, verglichen mit zuvor durchschnittlich 3400, wie der auf Gesundheitsthemen spezialisierte Nachrichtendienst Kaiser Health News meldet. Ähnliches berichten mehrere Plattformen, die Videokonsultationen zwischen Ärzten und Patienten vermitteln: Die in Virginia ansässige Plattform CareClix meldete im März einen Anstieg um 50 Prozent, ebenso wie der in New York ansässige Anbieter Teladoc. Andere Firmen wie Zipnosis aus Minneapolis verzichten auf direkte Kontakte zwischen Ärzten und Patienten, stattdessen füllt der Patient einen Fragebogen aus, den der Arzt evaluiert und darauf basierend eine Diagnose erstellt. Im Ernstfall wird dem Patienten geraten, eine Klinik aufzusuchen.

Die grosse Nachfrage nach Telemedizin erklärt sich wohl erstens damit, dass die Symptome von Covid-19 relativ einfach per Telemedizin zu eruieren sind, darunter ein charakteristisches Husten. Versicherer und Ärzte hatten die Bevölkerung dazu aufgefordert, bei milderen Symptomen auf Telemedizin zurückzugreifen. Zweitens hatten viele Patienten mit andersartigen Beschwerden Angst, sich bei einem Spitalbesuch mit dem Coronavirus zu infizieren. Auch virtuelle Termine bei Psychotherapeuten sind stärker gefragt. 

In einer Umfrage von McKinsey & Company von Anfang Mai gaben 13% der Befragten an, seit dem Ausbruch der Corona-Krise erstmals oder mehr Telemedizin zu nutzen. Die Beratungsfirma schreibt, dass die Nutzerzahlen bei körperlichen Beschwerden um 178% gestiegen seien, bei psychischen Leiden um 125%. Von dieser Entwicklung dürften langfristig besonders ländliche Regionen in Amerika profitieren, in denen es oft an Spezialisten mangelt.”

Quelle: https://www.nzz.ch/technologie/die-corona-krise-beschleunigt-die-digitalisierung-der-amerikanischen-gesellschaft-ld.1551309

Nach Corona: Spielregeln für mobiles Arbeiten


Möglichkeit zur Mitwirkung im Forschungsprojekt an der IMC FH Krems

Mobiles Arbeiten außerhalb des Büros, wie z.B. Homeoffice, wird seit einigen Jahren von immer mehr Unternehmen angeboten. In der aktuellen Corona-Situation steigt die Zahl der Unternehmen und ArbeitnehmerInnen, die mobiles Arbeiten und speziell Homeoffice nutzen, sogar sprunghaft. Für ein Forschungsprojekt, das sich mit der Entwicklung und Optimierung des dafür notwendigen Regelwerks auseinandersetzt, sucht die IMC Fachhochschule Krems mitwirkende Betriebe, die ihr praktisches Know-How einfließen lassen.

Homeoffice, Teleworking und Co. Die Option, den Bürojob auch außerhalb der Firma mobil zu erledigen, wird von immer mehr Unternehmen angeboten. In der derzeitigen Coronavirus-Situation ist mobiles Arbeiten in Form von Homeoffice sogar das Gebot der Stunde. Ziel hierbei ist es, unter diesen Umständen, Mitarbeiter*innen (und Kunden und Lieferanten) zu schützen und die Fortsetzung des Betriebes zu sichern.

Abgesehen von der aktuellen Situation hat die langfristig zu beobachtende Zunahme mobiler Arbeitsweisen ganz andere Gründe: Zum einen steigt die Zahl jener Arbeitnehmer*innen, die ein solches Angebot voraussetzen. Das hat zur Folge, dass Jobbewerbungen präferiert bei Unternehmen erfolgen, die mobiles Arbeiten zulassen. Oder Jobs werden mittel- oder langfristig auch aufgegeben bei einem Arbeitgeber, der mobiles Arbeiten blockt.Weiterhin verschafft mobiles Arbeiten aus Unternehmenssicht klar messbare betriebswirtschaftliche Vorteile für Betriebe: Kosten können reduziert, Produktivität gesteigert und Fluktuationsraten und Ausfalltage nachhaltig gesenkt werden

Regeln für Mobiles Arbeiten

Damit die Unabhängigkeit vom Arbeitsort tatsächlich zu einer Win-Win-Situation für Arbeitnehmer*innen und die Betriebe wird, braucht mobiles Arbeiten aber klare organisatorische Spielregeln. Die Arbeiterkammer Niederösterreich finanziert im Rahmen des “Projektfonds Arbeit 4.0” (https://noe.arbeiterkammer.at/projektfonds) ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt an der IMC FH Krems zu genau diesen Spielregeln für mobiles Arbeiten forscht.

“In den kommenden Monaten wird ein ‚Werkzeugkasten’ entwickelt, der es Betrieben ermöglicht, die passenden Spielregeln für mobiles Arbeiten in kurzer Zeit selbst aufzustellen oder ein bereits bestehendes Regelwerk zu optimieren.”, so Projektleiter Prof.(FH) Michael Bartz.  Das Forschungsvorhaben richtet sich in erster Linie an Klein- und Mittelunternehmen (KMUs), da hier das größte Nutzenpotential besteht. 

Einbindung von Unternehmen

In die Entwicklung dieses “Werkzeugkastens” werden im Rahmen von drei Workshops in St. Pölten und Krems interessierte Mitarbeiter*innen, Geschäftsführer*innen, Personalmanager*innen, Betriebsrät*innen und andere Know-how-Träger*innen in den kommenden Monaten miteinbezogen.

Deshalb sind Personen aus Unternehmen eingeladen, mitzuwirken und ihre Erfahrungen und Erwartungen ins Forschungsprojekt einzubringen. Teilnehmende Unternehmen erhalten im Zuge dessen auch gleich Unterstützung bei der Entwicklung eines eigenen Regelwerks oder der Optimierung eines bereits bestehenden Regelwerks für mobiles Arbeiten.

Interesse an Teilnahme

Die Teilnahme am Forschungsprojekt ist kostenlos. Was die teilnehmenden Unternehmen einbringen sollen, ist Zeit und Expertise.

Geplant sind drei Workshops im Laufe des Jahres; wobei der erste Workshop aufgrund der aktuellen Corona-Situation voraussichtlich virtuell, über Videokonferenz durchgeführt wird. Außerdem sollten Ansprechpartner*innen im Betrieb für individuelle Rückfragen unserer Forscher*innen zur Verfügung stehen (z.B. Interview, fachliche betriebsorganisatorische Fragen, etc.). Interessierte Personen melden sich bitte bei Prof.(FH) Michael Bartz, IMC FH Krems: michael.bartz@fh-krems.ac.at

Mehr Informationen zur Forschung rund um mobiles Arbeiten an der IMC FH Krems in der ORF Dokumentation “Digitaler Wandel in NÖ”:

https://www.fh-krems.ac.at/fileadmin/imc/videos/IMC-Neue-Arbeitswelten.mp4

Text und Bildquelle: IMC FH Krems, https://www.fh-krems.ac.at/fachhochschule/medienportal/presse/spielregeln-fuer-mobiles-arbeiten-2020-03-20/#pressemitteilungen

#workfromhome #homeoffice; #corona; #covid19 #sarscov2 #newwork; #newworldofwork; #digitaltransformation; #imcfhkrems; #newworkhouze; #digitaltransformationtoolbox; #digitalleadership; #leadership; #management; #agility

Corona Homeoffice Tip: Explizit statt Implizit

Tipps aus der Forschung an der IMC FH Krems: Was uns im Dauer-Homeoffice definitiv fehlt, sind Beobachtungen, die sonst im Büroalltag so ganz nebenbei geschehen. Zum Beispiel: Wie ist meine Chefin oder Chef heute drauf und meine Kollegin oder Kollege. Das erkennt man im Büro meistens ganz leicht, im Vorübergehen, ohne miteinander gesprochen zu haben, und zwar aus reiner Beobachtung von Körpersprache und sonstigen Verhaltensmustern. Im Dauer-Homeoffice fehlen uns diese Nebenbei-Beobachtungen und Sinneseindrücke. Noch deutlicher tritt dieser Effekt jetzt in Meetings zutage, die per Audio- oder Videokonferenz stattfinden. Hier muss man sich fast komplett auf das Gesagte verlassen. Kommunikation findet nahezu vollständig auf der rationalen Ebene statt. Denn auch hier ist Körpersprache nicht oder nur sehr eingeschränkt zu beobachten. Denn zu häufig kommt die Ansage: “Schaltet mal Eure Kameras ab. Die Bandbreite reicht nicht mehr aus. Alles ist so abgehackt” Und ab diesem Moment blickt man nur noch meditativ auf diverse Avatare, z.B. Poträtfotos der TeilnehmerInnen oder diverse kreative Icons. Was uns ab diesem Moment ebenfalls fehlt, ist der Blickkontakt im Meeting. Der war vorher auch nicht besser, weil jeder oder jede in einer Videokonferenz mit Kamera überall auf dem Bildschirm hinblickt, aber selten genau in die Kamera am oberen Ende des Bildschirms. Außerdem werden dann auchnoch die feinen Nuancen der Stimmfärbung gnadenlos durch akkustische Bandbreitenbeschränkungen weggefiltert. Kommunikation wird also hinsichtlich dieser Einschränkungen kräftig “rationalisiert”.

Da uns die Interpretion der Grautöne und Zwischennuancen sowie das Lesen zwischen den Zeilen durch diese Form von Rationalisierung verloren geht, ist es wichtig, in der Kommunikation selbst auch expliziter zu sein und weniger auf die gewohnte, oft sehr rücksichtsvolle implizite Vermittlung von Botschaften und Signalen zu verzichten. Bzw. sollte man nicht darauf hoffen, dass implizite Botschaften noch ankommen. Wie kann man das konkret umsetzen? Explizitieres Kommunizieren? Hier ein paar Tipps, die sich insbesondere auf Meetingssituationen beziehen, aber ebenso auf 1:1-Kommunikation angewendet werden kann:

  1. Setzen Sie am Anfang Ihre Erwartungen deutlich: Was soll im Meeting erreicht werden. Was ist das Ziel. Und wie soll das ablaufen. Dürfen jederzeit Fragen gestellt werden? Oder soll sich jeder Fragen notieren und es dann eine gemeinsame Diskussion geben?
  2. Setzen Sie klare Prioräten. Was ist wirklich dringend und wichtig.
  3. Drücken Sie Priorität in klaren Deadlines aus. Und vergessen Sie dabei nicht, jeweils einen Hauptverantwortlichen oder eine Hauptverantwortliche für jedes priorisierte Thema zu benennen (sonst ist niemand verantwortlich, und es bleibt garantiert liegen).
  4. Ziehen Sie Zwischen-Meilesteine ein. Diese ermöglichen es, Fortschritte auf dem Weg zu einer wichtigen Deadline gemeinsam zu checken, und – falls erforderlich – nachzusteuern (Corrective Actions).
  5. Sprechen Sie kritische Punkte offen an. Aber halt: Kritische Themen gehören geschickterweise nicht im Team-Meeting auf den Tisch. Durch 1:1-Vorgespräche lassen sich Problempunkte entschärfen und im Team-Meeting dann einfacher ein Konsenz finden. UnternehmensberaterInnen nennen die Methode “Pre-Alignment” und erzielen damit ein sehr effektives Stakeholder-Management in komplexen und kritischen Veränderungsprozessen. Tun es es den hochbezahlten UnternehmensberaterInnen gleich. Oder machen Sie es besser.
  6. Reflektieren Sie die Qualität der Zusammenarbeit regelmässig. So erreichen Sie eine steile, positive Lernkurve im Team.
  7. Und denken Sie an Netflix. Nein, damit meine ich nicht, dass Sie heute Abend Ihre Lieblingsserie weiterschauen sollen. Netflix hat als einen seiner Unternehmenswerte verankert, dass Fehler immer aus ihrem Kontext heraus betrachtet werden sollen (Danke an meine Master-Studierenden in der Digital Leadership Vorlesung für den Hinweis). Ein Fehlverhalten oder Fehler ist oft kein Fehler gewesen, aus der momentanen Situtation des Verursachers oder der Verursacherin heraus. Deswegen denken Sie daran: Zumeist gibt es ein Grund für augenscheinlich merkwürdiges oder fehlerhaftes Verhalten. Und sei es Übermüdung oder Hyperstress, z.B. aus bereits zwei Wochen Kombination von Homeoffice und Kindererziehung zuhause. Deswegen denken Sie bitte an Netflix und schauen Sie erst genauer in den möglichen Kontext. Dann geben Sie Feedback oder legen den Finger auf die Wunde oder auch nicht. Damit zurück zu Tip Nr. 5: Pre-Alignment im 1:1-Gespräch entschärft das Pulverfass und vermeidet Flächenbrand in der Gruppe.

Eins ist klar: Explizites Kommunizieren ist viel anstrengender. Deswegen wundern Sie sich nicht oder schämen Sie sich nicht, wenn Sie nach einem Arbeitstag am Abend vollkommen erledigt sind und um 21.00 oder 22.00 Uhr die Lichter ausgehen. Derzeit geht es vielen Menschen im Dauer-Homeoffice so. Aber mithilfe der oben angeführten Tipps, wird es nach eine Weile vielleicht etwas leichter und einfacher, ohne Grautöne und Zwischen-den-Zeilen-Lesen effektiv zu kommunizieren und zusammenzuarbeiten.

Und eventuell nehmen Sie von den Erfahrungen ein paar Elemente mit in die Post-Corona-Zeit. Aber Vorsicht: Das wäre eine Kulturveränderung. Wie spannend! Oder geniessen und schätzen Sie dann einfach um so mehr in Zukunft die Grautöne und die vielen Zwischennuancen, die im direkten, ungefilterten Miteinander unsere Kommunikation so unendlich bereichern können.

Betriebe, die Fragen zum Thema “Sinnvolle und wichtige Regelungen für das Home Office” haben, wenden sich gerne mit Fragen an unser Forschungsteam an der IMC FH Krems, und zwar per Mail:

michael.bartz@fh-krems.ac.at

Der Projektfond Arbeit 4.0 der Arbeiterkammer Niederösterreich finanziert ein Forschungsprojekt zu “Regeln für Mobiles Arbeiten” an der IMC FH Krems: https://noe.arbeiterkammer.at/projektfonds

Zum Forschungsprojekt dann gleich hier Informationen:

https://www.fh-krems.ac.at/fachhochschule/medienportal/presse/spielregeln-fuer-mobiles-arbeiten-2020-03-20/#pressemitteilungen

Vorherige Artikel aus dieser Serie:

https://newworldofwork.wordpress.com/2020/03/25/corona-homeoffice-tip-kommunikationskanale/

https://newworldofwork.wordpress.com/2020/03/23/corona-homeoffice-tip-fur-fortgeschrittene/

https://newworldofwork.wordpress.com/2020/03/19/corona-homeoffice-tip-transparenz/

https://newworldofwork.wordpress.com/2020/03/17/corona-home-office-nahe-schaffen/

https://newworldofwork.wordpress.com/2020/03/16/corona-home-office-tip-grussen/

https://newworldofwork.wordpress.com/2020/03/12/home-office-und-kinderbetreuung-eine-machbare-kombination-in-der-corona-ausnahmesituation/

Weitere Informationen bei Familie & Beruf (Ministerium für Arbeit Familie und Jugend):
https://www.familieundberuf.at/covid-19/home-office-und-kinderbetreuung

#workfromhome #homeoffice; #corona; #covid19 #sarscov2 #newwork; #newworldofwork; #digitaltransformation; #imcfhkrems; #newworkhouze; #digitaltransformationtoolbox; #digitalleadership; #leadership; #management; #agility

Ungarn ist verloren


Heute wurden in Ungarn, wie erwartet, Notstandsgesetze im Parlament beschlossen. Damit ist das Parlament auf unbestimmte Zeit entmachtet. ORF Online berichtet dazu sehr präzise:

https://orf.at/stories/3159914/)

Seitdem ich in Österreich lebe (und es sind inzwischen 25 Jahre), habe ich auch zu Ungarn eine enge Beziehung aufgebaut. Irgendwie kommt das eine mit dem anderen. Und ich liebe und schätze den ungarischen Kulturkreis sehr. Von daher erschüttern mich die heutigen Nachrichten außerordentlich. Und nach Je suis Paris, ist es jetzt das erste Mal, dass ich mich auf diesem Blog politisch äußere. Aber Demokratie und Menschenrechte habe es verdient, aufzustehen und erfordern es, nicht zu schweigen.

Was dieser Fall auch zeigt, die Corona-Epidemie rechtfertigt viele Maßnahmen. Aber es gibt Grenzen der Angemessenheit. Und Demokratie unbefristet außer Kraft zu setzen, liegt jenseits der roten Linie dessen, was angemessen ist.

Aktuell in Ungarn muss weiter genau beobachtet, was jetzt folgt. Denn es kommen hier mehrere Faktoren zusammen:

Viktor Orban kann ab jetzt per Dekret allein regieren.

Für Verstösse gegen Quarantänebestimmungen und die Verbreitung von Falschmeldungen drohen Gefängnisstrafen im Ausmaß von 8 und 5 Jahren.

Und seit zwei Wochen werden von Viktor Orban in Medieninterviews systematisch die ausländischen Studierenden im Land als die Verursacher der Corona-Epidemie in Ungarn benannt.

Allein an der Universität Pécs halten sich noch 900 Studierende aus Deutschland und Österreich auf. Was und ob, diese Kombination von Faktoren sich zu einer “Situation” für ausländischen Studierenden entwickelt, bleibt abzuwarten. Aber die heutige politische Entwicklung markiert für alle Bürgerinnen und Bürger in Ungarn einen schwarzen Tag und birgt ungeahnte Risiken jenseits der Corona-Epidemie.

Wir, die wir in weiterhin funktionierenden Demokratieren leben, können handeln und dagegen halten, indem wir die Situation in Ungarn genau beobachten, darüber in der Öffentlichkeit sprechen und damit ganz klar vermitteln, dass wir – trotz aller eigenen Corona-Herausforderung – bei unseren ungarischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern sind und diese nicht alleine dastehen.

Corona Homeoffice Tip: Kommunikationskanäle

Tipps aus der Forschung an der IMC FH Krems: Mein Kollege Prof. Schachner schickte mir am Dienstag Abend einen Artikel von McKinsey zu Erfahrungen mit Dauer-Homeoffice in China. In dem Artikel bin ich auf eine spannende Tabelle gestossen. Thema der Tabelle, mit welchen Kommunikationstools machen wir optimaler was. Der erste Reflex war: So ein Beraterquatsch (das ist ja oft der erste Reflex, wenn etwas von Berater kommt. Auch ich bin dagegen nicht immun, wie man sieht). Bei weiterem Nachdenken wurde mir aber klar, dass ich bereits in der letzten Woche beobachtet hatte, dass sich Nutzungsmuster in der Dauer-Homeoffice-Situation schärfen. Hierzu eine Melange aus den Vorschlägen von McKinsey und meinen Beobachtungen, die derzeit noch punktuell und natürlich nicht systematisch abgesichert sind. Aber nehmen wir es als Arbeitshypothese:

Telefonat 1:1

Das Telefon ist wichtig geworden, etwas komplexere Themen mit einer anderen Person zu besprechen. Komplexität kann zwei Dinge heissen: Es wäre viel zu aufwändig das Thema mit all seinen Facetten zusammenzuschreiben. Oder es ist noch gar nicht klar, welche Facetten ein Thema eigentlich hat. Da ist der Griff zum Hörer die Abkürzung. Hörer heisst in diesem Fall: Smartphone oder Softphone am Notebook oder Tablet. Dann gibt es aber noch ein zweite Bedeutung, die dem Telefonat zukommt: Beziehungsaufbau und -pflege. Kein Chat und keine E-Mail kann diese Aufgabe so wirksam übernehmen, wenn man sich nicht physisch treffen kann. In der Not ….

Videokonferenz

Diesem Kanal kommen folgende Aufgaben zu: Gegenseitiger Austausch von Informationen und Entscheidungen treffen in einer Gruppe, gemeinsame Planung und der Review von Fortschritten gehören ebenso dazu. Gemeinschaftliche Problemlösung bis hin zu kreativen Schaffensprozessen finden im Dauer-Homeoffice sogar in Videokonferenzen recht erfolgreich statt. Einfach weil sich unser Mindset geändert hat in Richtung: “Es gibt keine Alternative. Vergiss es. Hier und jetzt oder gar nicht”. Unter der Maßgabe funktioniert auch Brainstorming in der Videokonferenz und wird als qualitätsvoll empfunden. Eben, weil das Format alternativlos ist. Und natürlich für Workshops und Trainings kommen Videokonferenzen jetzt zum Einsatz. Unseren Hochschulen werden derzeit komplett so betrieben. Das führt mich gleich auf das nächste Thema.

Videoaufzeichnungen und Audio-Aufnahmen

Die dienen zur Weitergabe von Knowhow. Heute habe ich wieder im Call gehört. Kannst Du mir bitte zeigen, wie X und Y in Microsoft Teams funktioniert. Sofort kam der Zwischenruf: “Könnt Ihr das dann bitte Aufzeichnen, wenn Du Ihr das nachher noch zeigst. Dann können wir uns das alle noch ansehen später”. Genau das ist der Punkt. Wenn man eh, gerade jemanden etwas erklärt und das per Videokonferenz und das z.B. mit Screensharing passiert, dann kann man für die anderen auch gleich die Videoaufzeichnung mitlaufen lassen und das Video intern posten. Und ähnlich ist es mit der wirklich genial einfachen Möglichkeit, in PowerPoint einzelne Charts “magisch zu besprechen”. Ein Click, schon läuft die Audioaufzeichnung. Und Stop und aus. Wie beim guten alten Kassettenrekorder, wer sich noch daran erinnert. Und so macht man das Chart für Chart. Wenn man dann noch daran denkt, das Ganze als *.pptx abzuspeichern und eben nicht als *.ppt, dann bleiben die Aufnahmen noch erhalten. Denn Vorsicht: Viele Firmen haben noch Folienvorlagen im *.ppt-Format im Umlauf. Das ist genauso altbacken, wie die Tatsache, dass ich gerade den Begriff “Folien” verwende. (Das erinnert mich gerade an mein Studium und meinen Professor Bernhard Felderer, die in seinen Volkswirtschafts-Vorlesungen ganze Folienrollen im Halbdunkel inmitten von 500 Studierenden durchspultr. Ich glaube bis heute, die Dunkelheit im Hörsaal diente nur dazu, ihn vergessen zu lassen, dass wir 500 Studierenden überhaupt dort waren. Igendwann muss ich ihn das mal fragen. Ich tue ihm das sicher unrecht. Jetzt ist es eh raus, und vielleicht liest er das und erinnert sich).

Chat

Dringende Fragen und Nachfragen, die haben sich längst den Chat erobert. Das funktioniert viel spontaner als der Griff zum Telefon. Oder oft ist es die Frage “Können wir eben telefonieren?” per Chat. Das ist natürlich viel rücksichtsvoller, als das Telefon unangekündigt läuten und sein Gegeünberüber in dem Moment zusammenzucken zu lassen. Außerdem funktioniert die Abstimmung einfacher Themen sehr gut über Chat. So, wie halt die komplexen Themen besser am Telefon ausverhandelt werden. Was Telefonat und Chat gemeinsam haben? Es sind beides 1:1 Kanäle.

eMail

Die gute alte eMail. Seit den 90er Jahren verfolgt sie uns. Viele Tode ist sie schon gestorben. Aber in der sinnesschärfenden Situation des permanenten Homeoffice wird ihr neues Leben eingehaucht, wenn es darum geht, viele Personen formal zu informieren. Dazu gehören auch Updates oder Statusinformationen.

 

So. Das gesagt, achten Sie doch bitte selbst einmal bewusst darauf, ob an diesen Aussagen etwas dran ist. Oder probieren Sie es bewusst aus. Den McKinsey-Artikel, die mir Kollege Schachner (Thanks) geschickt hat, finden Sie übrigens hier:

https://www.mckinsey.com/business-functions/mckinsey-digital/our-insights/a-blueprint-for-remote-working-lessons-from-china?

Sollten Sie mehr erfahren wollen, dann hier wieder ein paar Hinweise: 

Betriebe, die Fragen zum Thema “Sinnvolle und wichtige Regelungen für das Home Office” haben, wenden sich gerne mit Fragen an unser Forschungsteam an der IMC FH Krems, und zwar per Mail an:

michael.bartz@fh-krems.ac.at

Der Projektfond Arbeit 4.0 der Arbeiterkammer Niederösterreich finanziert ein Forschungsprojekt zu “Regeln für Mobiles Arbeiten” an der IMC FH Krems: https://noe.arbeiterkammer.at/projektfonds

Zum Forschungsprojekt dann gleich hier Informationen:

https://www.fh-krems.ac.at/fachhochschule/medienportal/presse/spielregeln-fuer-mobiles-arbeiten-2020-03-20/#pressemitteilungen

Vorherige Artikel aus dieser Serie:

https://newworldofwork.wordpress.com/2020/03/23/corona-homeoffice-tip-fur-fortgeschrittene/

https://newworldofwork.wordpress.com/2020/03/19/corona-homeoffice-tip-transparenz/

https://newworldofwork.wordpress.com/2020/03/17/corona-home-office-nahe-schaffen/

https://newworldofwork.wordpress.com/2020/03/16/corona-home-office-tip-grussen/

https://newworldofwork.wordpress.com/2020/03/12/home-office-und-kinderbetreuung-eine-machbare-kombination-in-der-corona-ausnahmesituation/

Weitere Informationen bei Familie & Beruf (Ministerium für Arbeit Familie und Jugend):
https://www.familieundberuf.at/covid-19/home-office-und-kinderbetreuung

#workfromhome #homeoffice; #corona; #covid19 #sarscov2 #newwork; #newworldofwork; #digitaltransformation; #imcfhkrems; #newworkhouze; #digitaltransformationtoolbox; #digitalleadership; #leadership; #management; #agility

 

Corona Homeoffice Tip: Für Fortgeschrittene


Tipps aus der Forschung an der IMC FH Krems: Woche 2 im Dauer Homeoffice. In Woche 2 können wir einen Schritt in Richtung “Homeoffice für Fortgeschrittene wagen. Dazu möchte ich auf das Thema “Transparenz” zurückkommen. Worum es hierbei im vorherigen Artikel ging: Transparenz im Dauer-Homeoffice schaffen durch Benutzung des elektronischen Kalenders. Das Thema ist wichtig, denn die Nutzung des elektronischen Kalenders erbringt dreifachen Nutzen:

  1. Zunächst hilft es, Vorbehalte der Vorgesetzten zu zerstreuen und aufzulösen. Auch gerade bei Vorgesetzten, die Homeoffice und mobiles Arbeiten “nie niemals” haben wollten.
  2. Es hilft aber ebenso, die Koordination mit KollegInnen und Kollegen auf ein gutes Niveau anzuheben – gerade wenn man jetzt ein wenig in andauerndem gefühlten Blindflug unterwegs ist.
  3. Und dann hilft man sich aber auch selbst damit. Indem man klare Erholungszeiten abgrenzt und die nötigen Freiräume für die Familie schafft (siehe familieundberuf.at)

Deshalb hier und jetzt Tipps zur Nutzung des elektronischen Kalenders für Fortgeschrittene:

Wenn Sie sich also entschlossen haben, den elektronischen Kalender zu nutzen, wenn Sie ihn auch tatsächlich freigeschalten haben und die ersten Eintragungen drin sind, dann stellt sich jetzt die Frage, was kann und sollte ich dort eintragen? Beginnen wir mit den Basics und steigern wir es langsam:

  1. Geplante Meetings sollten Sie natürlich eintragen, also Videokonferenzen und Audiocalls. Idealerweise gehen Sie in der Firma sich ohnehin gleich über den elektronischen Kalender zu “Meetings” einzuladen. Das erspart jede Menge Mailverkehr.
  2. Dann geben Sie dem Tag Struktur, indem Sie im Vorhinein im Kalender notieren, was Sie sich für morgen vorgenommen haben. Diese Eintragungen können Sie in zwei verschiedenen Formen nutzen, was ich in den nächsten zwei Punkten kurz erläutere.
  3. So eine Eintragung kann die Funktion eines Notizzettels (Reminder) haben, der uns ganz simpel erinnern soll, wie “Herrn X anrufen”.
  4. Dass Sie geplante Tätigkeit eintragen kann, aber auch dazu dienen, die grösseren Aufgaben für die nächsten Tage genau auf diese zu verteilen und auf diesem Weg zu durchdenken, was bis wann geschafft sein sollte und wieviel Zeit erfordert. Das hilft Ihnen selbst, aber auch Ihren Vorgesetzten und KollegInnen. Wichtig ist: Kleinteiligkeit vermeiden. Kein Block unter einer Stunde. Denken Sie eher im Big Picture, also in Blöcken von zwei und drei Stunden. Was macht man dann mit den Kleinigkeiten? Genau das, was ich jetzt tue: Separat verpacken. Deshalb gleich mein nächster Tip.
  5. Kleine, kurze Tätigkeiten verpacken Sie bitte in Ihrem Kalender als “Miscellaneous” oder “Dies und Das” oder “Verschiedenes”. Bitte fangen Sie nicht an, Eintragungen im 15-Minuten- oder 30-Minuten-Eintragungen vorzunehmen. Es sei denn, es ist ein Reminder, ein Erinnerungszettel (siehe Nr. 3).
  6. Wichtig ist: Wenn Sie geplante Tätigkeit eintragen, dann trauen Sie sich auch, zu notieren bei welchen Tätigkeiten Sie nicht gestört werden wollen, z.B. wenn Sie konzentriert an einem Konzept zu arbeiten haben. Wählen Sie für die Eintragung gleich die Farbe rot, und schreiben Sie eplizit mit in den Termintext “Nicht Stören! Arbeit an X-Konzept“.
  7. Und jetzt geht es um Sie im engeren Sinne und im weiteren Sinne. Zunächst im engeren Sinne: Denken Sie z.B. daran, in Zeiten des permanenten HomeOffice Fit zu bleiben. Machen Sie Sport zuhause, z.B. Yoga. Holen Sie das Trainingsrad heraus, das damals gar nicht so billig war, und brandneu aber verstaubt in der Ecke steht. Jetzt machen Sie ernst: Blocken Sie die Zeit für Sport in Ihrem Kalender aus. Und dann ziehen Sie es auch durch. Der einzige Nachteil dieser Methode: Spekulieren Sie nicht darauf, dass eine Kollegin oder Kollege Sie dann in der Zeit anruft und Ihnen einen Grund gibt, Ihren guten Vorsatz zu durchbrechen. Zusammgefasst: Schaffen Sie sich Freiraum, indem Sie Me-Time in den Kalender eintragen. Wahrscheinlich ist Ihre Kernzeitregelung ohnehin aufgehoben. Und planen Sie am frühen Nachmittag Me-Time ein. Dafür arbeiten Sie dann halt, ein Stunde länger, wenn alle anderen Umstände es erlauben.
  8. Und damit kommen wir auch schon auch zum “im weiteren Sinne” und die “anderen Umstände”. Viele von uns pflegen Angehörige zu Hause oder sind aktive Väter (!!!) und Mütter in der Kindererziehung. Kinder können und sollen Sie nicht in die Ecke stellen im Home Office. Umgekehrt: Kinder brauchen über den ganzen Tag ausgedehnte Fenster der Zuwendung in der jetzigen Dauersituation. Und ausgedehnt heisst nicht 5 Minuten zwischen zwei Telefonkonferenzen. Und Pflege hat auch seinen Rhythmus; zumal die externe Pflegekraft derzeit gar nicht zu Ihnen kommen kann. Blocken Sie deshalb diese Zeiten deutlich in Ihrem Kalender. Das ist das Signal: “Familie und Beruf. Lasst mich eine Stunde in Ruhe. Ich bin dann wieder konzentriert für Euch da. Geduld und Ruhe. Alles hat seine Zeit.” (siehe auch home-office-und-kinderbetreuung-eine-machbare-kombination)
  9. Und zuletzt: Wenn Ihnen insbesondere der Tip Nr. 1 bis 6 so vorkam, als würde er auf Ihren Bürojob gar nicht zutreffen, dann kann es daran liegen, dass Ihre Tätigkeit mehr transaktional ausgerichtet ist. Vielleicht arbeiten Sie z.B. in der Buchhaltung. Gerade dann sind aber die Tipps Nr. 7 und 8 besonders nützlich für Sie.

Genug der Worte. Das ist jetzt schon ein Riesenpaket für Fortgeschrittene geworden. Experimentieren Sie. Letzte Woche bekam ich eine E-Mail aus der Geschäftsführung von Great Place to Work Austria (siehe https://www.greatplacetowork.at/) mit dem Feedback, dass ein Mitarbeiter mit seinen Kolleginnen und Kollegen den virtuellen Kaffeplausch aktiv ausprobiert. Eine Firma in Deutschland war ganz begeistert von dem Vorschlag des virtuellen Stand-up Meetings in der Früh. Sollten Sie mehr erfahren wollen, dann hier wieder ein paar Hinweise: 

Betriebe, die Fragen zum Thema “Sinnvolle und wichtige Regelungen für das Home Office” haben, wenden sich gerne mit Fragen an unser Forschungsteam an der IMC FH Krems, und zwar per Mail an:

michael.bartz@fh-krems.ac.at

Der Projektfond Arbeit 4.0 der Arbeiterkammer Niederösterreich finanziert ein Forschungsprojekt zu “Regeln für Mobiles Arbeiten” an der IMC FH Krems: https://noe.arbeiterkammer.at/projektfonds

Weitere Informationen bei Familie & Beruf (Ministerium für Arbeit Familie und Jugend):
https://www.familieundberuf.at/covid-19/home-office-und-kinderbetreuung

Vorherige Artikel aus dieser Serie:

https://newworldofwork.wordpress.com/2020/03/19/corona-homeoffice-tip-transparenz/

https://newworldofwork.wordpress.com/2020/03/17/corona-home-office-nahe-schaffen/

https://newworldofwork.wordpress.com/2020/03/16/corona-home-office-tip-grussen/

https://newworldofwork.wordpress.com/2020/03/12/home-office-und-kinderbetreuung-eine-machbare-kombination-in-der-corona-ausnahmesituation/

#workfromhome #homeoffice; #corona; #covid19 #sarscov2 #newwork; #newworldofwork; #digitaltransformation; #imcfhkrems; #newworkhouze; #digitaltransformationtoolbox; #digitalleadership; #leadership; #management; #agility

Corona Home Office Tip: Yipee Wochenende


Tipps aus der Forschung an der IMC FH Krems: Die erste Woche Komplett-Homeoffice ist geschafft. Woow. Wie fühlen Sie sich? Ich empfehle Ihnen: Schreiben Sie sich das auf. Und holen Sie das Blatt in ein paar Jahren wieder heraus. Viel wichtiger ist: Lassen Sie jetzt ein wenig los. Oder auch nicht. Es gibt jetzt vier Strategien. Eigentlich sind es 3,5 Strategien, weil die ersten zwei Punkte sehr stark verbunden sind:

  1. Sie machen an den nächsten zwei Tagen ganz etwas anderes. Das ist gut. Denn die Perlenkette von Videokonferenzen hat Sie sicher ausgelaugt. Perlenkette ist hier keine passender Begriff. Denn es glänzt nicht wirklich. Warum? Unser Gehirn muss in jeder virtuellen Session extrem approximieren, da wir weder Körpersprache verfolgen können, noch wirklich Augenkontakt haben, noch feine Unterschiede im Timbre der Stimme nachverfolgen können. Kommunikation erfolgt durch einen Filter, der sehr, sehr viele wichtige Signale zurückhält. Deswegen müssen wir – besser unser Hirn – in jeder Videokonferenz oder in jedem Audiocall dieses Lücken füllen (Approximation) und wir außerdem sehr, sehr bewusst kommunizieren. Das laugt aus. Vor allem, wenn man über Nacht in diese Dauersituation geworfen wird. Überlegen Sie sich deshalb, wie Sie am Wochenende auftanken können (ohne das Haus oder die Wohnung verlassen zu müssen, bitte).
  2. Denken Sie beim Punkt 1 ganz stark an Ihre Familie. Danken Sie insbesondere Ihren Kindern, dass sie diese Woche oft einmal geduldig mit Ihnen und Ihrem Job waren. Damit meine ich nicht explizit Danken, also Hände schütteln und eine staatstragende Rede halten (vielleicht doch, wenn die Kinder alt genug sind). Nein. Danken Sie, indem Sie sich jetzt Zeit nehmen und z.B. spielen, spielen, spielen. Selbst, wenn es Ihnen schon zu den Ohren herauskommt. Und danken, Sie vielleicht Ihrem Partner, der Ihnen eine frische, heisse Pasta mitten in der Telefonkonferenz auf den Schreibtisch zuhause gestellt hat, weil es schon Mittag war. Oder Danken Sie Ihrer PartnerIn dafür (Ich erwähne insbesondere die Männer zuerst als explizite Aufforderung, genau das nächste Woche zu tun).
  3. Alternativstrategie: Arbeiten Sie weiter. Das kann durchaus und für kürzere Zeit ein für Sie passendes Vorgehen sein. Denn, wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihnen am Wochenende die Decke auf den Kopf fällt, dann machen Sie im Job einfach weiter. Ja klar. Das passt jetzt überhaupt nicht mit unseren arbeitsrechtlichen Bestimmungen zusammen. Aber in dieser Sondersituation, kann es für dieses und auch ein nächstes Wochenende eine gute Strategie sein, bevor Sie zuhause komplett “am Rad drehen”.
  4. Aber eine noch bessere Ideee, wenn Sie das Gefühl haben, dass Nr. 3 die richtige Lösung für Sie ist: Graben Sie alte Visitenkarten und Notizbücher aus und rufen Sie Freunde an, mit denen Sie jahrelang nicht mehr gesprochen haben. Oder spüren Sie sich über soziale Netzwerke auf. Da wir uns in einer Sondersituation befinden, ist es der beste Zeitpunkt abgebrochene Bekannschaften und Freundschaften wieder aufzugreifen. Gerade jetzt muss man nicht viel erklären und sich nicht rechtfertigen für die jahrelange Funkstille.

Ich habe es einfach: Morgen warten meine berufsbegleitend Studierenden an der IMC FH Krems auf mich. Und wie es das Leben so will, bin ich gerade mitten in einer Vorlesungsreihe zum Thema “New Work”. So freue ich mich schon sehr auf die Vorlesung, denn ich habe noch kurzfristig die derzeitige Dauer-Homeoffice-Situation als zusätzlichen Case in die morgige Vorlesung eingebaut. Ich bin sehr gespannt, wie die meine Master-Studierenden morgen damit umgehen (siehe auch https://www.fh-krems.ac.at/). Aber ich bin sicher: Es wird eine großartige Lernerfahrung, und ich kann Sie für einige Stunde in ein Stück Normalität führen – in akademische Debatte und Diskussionen, in kritische Reflektion und spannende Entdeckungen. So komme ich über das Wochenende. So hat jeder und jede seine Strategie.

Betriebe, die Fragen zum Thema “Sinnvolle und wichtige Regelungen für das Home Office” haben, wenden sich gerne mit Fragen an unser Forschungsteam an der IMC FH Krems, und zwar per Mail an:

michael.bartz@fh-krems.ac.at

Der Projektfond Arbeit 4.0 der Arbeiterkammer Niederösterreich finanziert ein Forschungsprojekt zu “Regeln für Mobiles Arbeiten” an der IMC FH Krems: https://noe.arbeiterkammer.at/projektfonds

Weitere Informationen bei Familie & Beruf (Ministerium für Arbeit Familie und Jugend):
https://www.familieundberuf.at/covid-19/home-office-und-kinderbetreuung

Vorherige Artikel aus dieser Serie:

https://newworldofwork.wordpress.com/2020/03/19/corona-homeoffice-tip-transparenz/

https://newworldofwork.wordpress.com/2020/03/17/corona-home-office-nahe-schaffen/

https://newworldofwork.wordpress.com/2020/03/16/corona-home-office-tip-grussen/

https://newworldofwork.wordpress.com/2020/03/12/home-office-und-kinderbetreuung-eine-machbare-kombination-in-der-corona-ausnahmesituation/

#workfromhome #homeoffice; #corona; #covid19 #sarscov2 #newwork; #newworldofwork; #digitaltransformation; #imcfhkrems; #newworkhouze; #digitaltransformationtoolbox; #digitalleadership; #leadership; #management; #agility

Corona Homeoffice Tip: Transparenz


Tipps aus der Forschung an der IMC FH Krems: Hat sich Ihre direkte Führungskraft vielleicht jahrelang gegen Homeoffice gesperrt? Oder wurde vielleicht durch die Geschäftsführung oder der Vorstand das Thema blockiert oder nur stark gedeckelt geduldet? Und hat überraschenderweise Ihre Firma in dieser Woche über Nacht auf komplettes oder nahezu komplettes Homeoffice umgestellt? Dann spüren Sie jetzt einmal in sich hinein und versuchen Sie nachzuempfinden, wie es den Führungskräfte geht. – Ja. Richtig: Unsicherheit. Vielleicht etwas oder ausgeprägtes Misstrauen. “Hoffentlich ist das bald vorbei (nicht nur wegen des Covid-19)”. Wie kann ich meine Leute jetzt kontrollieren?…All das sind Gedanken und Bedenken, die insbesondere Führungskräfte jetzt bewegen, die bisher keine “Fans” des mobilen Arbeitens waren. Darum nutzen Sie die Gelegenheit zu zeigen: Homeoffice ist keine Gefahr und kein Risiko für die Firma. Im Gegenteil. Zeigen Sie es, indem auch Sie Ihr eingeschliffenes Verhalten grundlegend ändern und Neues ausprobieren. Sehen Sie es als eine Art “Homeoffice Flashmob”. Denn wenn Sie und viele andere in der Firma es tun, dann wird sich mobiles Arbeiten auch in der Zeit nach Covid-19 in Ihrem Betrieb weiter etablieren.

Das können Sie erreichen, indem Sie über die Distanz Transparenz schaffen. Es ist also ein “Transparenz Flashmob”. Ein Schlüsselfaktor für Transparenz ist der elektronische Kalender, der in den meisten Firmen über das jeweilige Mailprogramm, wie z.B. Microsoft Outlook, zur Verfügung steht. Dazu vier konkrete Empfehlungen:

  1. Sollten Sie bisher abgelehnt haben, den elektronischen Kalender zu nutzen, dann überraschen Sie Ihren Chef oder Ihre Chefin damit, dass Sie “ebenso über Nacht” beginnen, diesen zu aktiv zu verwenden.
  2. Sollte der Kalender noch nicht freigeschalten sein für Ihre KollegInnen und Ihren Vorgesetzten oder Ihre Vorgesetzte, dann erledigen Sie das jetz gleich. Stellen Sie sicher, dass jeder und jede in der Firma hineinschauen kann. In den meisten Mailprogrammen können Sie wählen, welche Details für andere sichtbar sind. – Übrigens: Bitten Sie auch Ihre Führungskraft den Kalender zu öffnen. Denn Kalender haben nur eine Nutzen, wenn die Transparenz in alle Richtungen geht.
  3. Wenn die zwei vorhergenden Schritte sichergestellt sind, dann tun Sie vielleicht Folgendes: Tragen Sie doch heute für den nächsten Tag schon mal zwei, drei oder vier grobe Blöcke ein mit Tätigkeiten, die Sie für morgen planen. So schaffen. Und machen Sie das jeden Tag. So, können Ihre Chefin oder Ihr Chef sich vorab Überblick verschaffen. Das ist übrigens auch gut für Arbeitsplanung im Team und – auch nicht zu unterschätzen – für Ihr Selbstmanagement im HomeOffice. Wenn es dann anders kommt am nächsten Tag, ist es halt so. Es geht nicht um präzise Planung.
  4. Jetzt geht es weiter: Nutzen Sie den Kalender wie eine Art Tagebuch. Notieren Sie z.B. am Ende des Tages, was Sie heute alles erledigt haben. Das heißt, die drei oder vier geblockten Tätigkeiten, die Sie am Vortag eingetragen hatten, löschen Sie raus, wenn es anders kam. Oder Sie verschieben oder ergänzen sie ein wenig. So hat Ihre Führungskraft extrem gute Transparenz und geht selbst jeden Tag durch eine Lernkurve in Richtung: “OK. Im Homeoffice geht richtig was weiter”. Und wiederrum für Sie selbst ist diese Art von Journalführung im Sinne des Selbstmanagement nötig. So können Sie sich auch selbst fragen: War das heute adäquat, was ich geleistet habe (Das richtig sich an die, für die die Couch, der Kühlschrank oder die Waschmaschine im HomeOffice ein großes Ablenkungsrisiko darstellen)? Oder war es schon wieder viel zu viel und viel zu lang heute?

Experimentieren Sie damit, was sie wie in den elektronischen Kalender eintragen. Wichtig ist, dass Sie mit groben Blöcken arbeiten und nicht versuchen, im Halb- oder Stundentakt den Arbeitstag abzubilden.

Zwei weitere Tipps. Auf diesen Wegen können Sie zusätzlich Transparenz schaffen in virtuellen Arbeitssituationen, wie dem aktuellen Dauer-Homeoffice-Zustand:

Stand-up Meeting: Überraschen Sie Ihre Führungskraft mit dem Vorschlag, in der Früh im Team oder in der Abteilung ein Stand-up Meeting per Videokonferenz abzuhalten. Das ist ein kurzes 15-Minuten-Meeting mit der Kaffeetasse in der Hand in dem man bespricht, was für den Tag bei wem anliegt.

Elektronisches Grüssen: Das Thema habe ich bereits schon zweimal in dieser Beitragsserie erwähnt. Deshalb hier nur nochmals der Link auf den ausführlichen Beitrag: https://newworldofwork.wordpress.com/2020/03/16/corona-home-office-tip-grussen/

Betriebe, die Fragen zum Thema “Sinnvolle und wichtige Regelungen für das Home Office” haben, wenden sich gerne mit Fragen an unser Forschungsteam an der IMC FH Krems, und zwar per Mail an:

michael.bartz@fh-krems.ac.at

Der Projektfond Arbeit 4.0 der Arbeiterkammer Niederösterreich finanziert ein Forschungsprojekt zu “Regeln für Mobiles Arbeiten” an der IMC FH Krems:
https://noe.arbeiterkammer.at/projektfonds

Weitere Informationen bei Familie & Beruf (Ministerium für Arbeit Familie und Jugend):
https://www.familieundberuf.at/covid-19/home-office-und-kinderbetreuung

Vorherige Artikel aus dieser Serie:

https://newworldofwork.wordpress.com/2020/03/17/corona-home-office-nahe-schaffen/

https://newworldofwork.wordpress.com/2020/03/16/corona-home-office-tip-grussen/

https://newworldofwork.wordpress.com/2020/03/12/home-office-und-kinderbetreuung-eine-machbare-kombination-in-der-corona-ausnahmesituation/

#workfromhome #homeoffice; #corona; #covid19 #newwork; #newworldofwork; #digitaltransformation; #imcfhkrems; #newworkhouze; #digitaltransformationtoolbox; #digitalleadership; #leadership; #management; #agility

Corona Homeoffice Tip: Nähe schaffen

Tipps aus der Forschung an der IMC FH Krems: Jetzt hat sich vielleicht jeder und jede richtig gut organisiert im Home Office in Zeiten von Covid-19. Es funktioniert auch alles über den Arbeitstag perfekt. Dennoch bleibt am Ende das Gefühl: Etwas fehlt oder fühlt sich nicht richtig an.

An diesem Punkt meldet sich das sozial Wesen in uns zu Wort. Am Arbeitsplatz und virtuellen Arbeitsplatz ist es halt nicht nur wichtig, dass auf der fachlich-sachlichen Ebene alle Räder ineinander greifen. Wir haben auch soziale Bedürfnisse. Hierbei geht es um zwischenmenschlichen Kontakt, informellen Austausch und einfach das Gefühl von Nähe, der uns bewußt oder unbewußt am Arbeitsplatz im Betrieb begleitet. Wie kann ein ähnliches Gefühl und Klima am virtuellen Arbeitsplatz erzielt werden? Drei Tipps dazu:

Tip Nr. 1: Virtuelles Grüssen

Das virtuelle Grüssen am Morgen und Verabschieden am Nachmittag oder Abend. Darüber habe ich bereits gestern berichtet: Home_Office_Tip_Gruessen

Tip Nr. 2: Gemeinsame Kaffeepausen

Planen Sie zum Beispiel Kaffeepausen bewusst mit einer Kollegin oder einem Kollegen ein. Machen Sie den Videokanal auf und plaudern Sie. Tauschen Sie den neuesten Firmentratsch aus oder reden Sie privat. Lass Sie das Unerwartete passieren und auf sich zukommen. So fühlt sich auch ein virtueller Kaffeeplausch einigermaßen authentisch an.

Tip Nr. 3: Virtueller Lunch

Viele KollegInnen und Kollegen arbeiten auch ganz allein zu Hause. Gerade meldete sich ein KMU aus Deutschland bei mir, wo das genau bei drei Personen der Fall ist. Was hier hiflt: Gemeinsam kochen und zu Mittag essen. Wie das geht: Sich mit einem Kollegen oder einer Kollegin verabreden. Das geht auch spontan. Zu Zweit mittags eine Videokonferenz starten, Notebook mit der Kamera in die Küche setzen und den Kanal offen lassen. Unterhalten Sie sich beim Vorbereiten und Kochen. Und weiter gehts beim gemeinsamen Essen.

Tip Nr. 4: Arbeits-Tandem

Sie können noch einen Gang hochschalten, wenn Ihnen das gut tut. Haben Sie eine Kollegin oder Kollegen, der oder die Ihnen besonders angenehm ist und wo ein Vertrauensverhältnis besteht. Es spricht nichts dagegen, den Video- oder Audiokanal mal den ganzen Tag über miteinander offen zu lassen (Besser nur Audio, um die Datennetze nicht zu überlasten). Man hört einander beim Arbeiten; die Tastatur klappert. Papier raschelt. Manchmal spricht man sich spontan and oder fragt sich gegenseitig etwas. So entsteht ein wenig das Gefühl nebeneinander im Büro zu arbeiten. Dieses Vorgehen hat System und wird zum Beispiel in Form von Lern-Tandems über Online-Apps genutzt. Bei den Lern-Tandems wir sogar noch ein weiterer Punkt genutzt, der unser Verhalten bestimmt: Das ist der sogenannte “Social Contract”, den man auf diese Weise schliesst; dadurch, dass man zusammen arbeitet oder im Fall der genannten Apps lernt, steigt die Motivation und reduziert sich das Risiko – wie man so schon in Österreich sagt – zu versumpern; ich denke, das schöne Verb braucht für die Schweiz und die BRD keine Übersetzung. Das Arbeitstandem hat also auch einen positiven Effekt in Bezug auf Motivation und Selbstmanagement. Und für unsere Gefühlwelt ist es ohnehin gut.

…und ein gutes Gefühl brauchen wir jetzt an allen Ecken und Enden, damit jeder und jede unter den gegebenen Umständen an seinem Platz maximal Leistung erbringen und beitragen kann.

Betriebe, die Fragen zum Thema “Sinnvolle und wichtige Regelungen für das Home Office” haben, wenden sich gerne mit Fragen an unser Forschungsteam an der IMC FH Krems, und zwar per Mail an:

michael.bartz@fh-krems.ac.at

Der Projektfond Arbeit 4.0 der Arbeiterkammer Niederösterreich finanziert ein Forschungsprojekt zu “Regeln für Mobiles Arbeiten” an der IMC FH Krems:
https://noe.arbeiterkammer.at/projektfonds

Weitere Informationen bei Familie & Beruf (Ministerium für Arbeit Familie und Jugend):
https://www.familieundberuf.at/covid-19/home-office-und-kinderbetreuung

Vorherige Artikel aus dieser Serie:

https://newworldofwork.wordpress.com/2020/03/16/corona-home-office-tip-grussen/

https://newworldofwork.wordpress.com/2020/03/12/home-office-und-kinderbetreuung-eine-machbare-kombination-in-der-corona-ausnahmesituation/

#workfromhome #homeoffice; #corona; #covid19 #newwork; #newworldofwork; #digitaltransformation; #imcfhkrems; #newworkhouze; #digitaltransformationtoolbox; #digitalleadership; #leadership; #management; #agility

Corona Homeoffice Tip: Grüssen


Tipps aus der Forschung an der IMC FH Krems: Hat sich der Start heute Morgen im Home Office etwas merkwürdig angefühlt? Ja klar. Denn sehr viele Informationen und Emotionen stürzen derzeit auf uns alle ein. Was aber Vielen ein klein wenig hilft, ist ein Gefühl von Gemeinschaft zu erzeugen am virtuellen Arbeitsplatz. Wie schafft man das konkret? Antwort: Als wäre man im Büro in der Firma, schafft man das mit einem Guten Morgen. Im Home Office funktiniert das sehr gut, halt auf elektronischem Weg. Grüssen Sie Ihre unmittelbaren KollegInnen in der Früh per Chat oder per Mail, wenn Sie den Rechner hochgefahren haben. Neben dem Effekt, dass alle sich dadurch ein Stück zusammengerückt fühlen, ist es auch auf der fachlich-sachlichen Ebene das Signal: ‚Ich bin da. Lasst uns loslegen. Kontaktiert mich gerne ab jetzt’.

Am Abend oder Nachmittag, wenn der Arbeitstag irgendwann wirklich zu Ende geht, funktioniert es ebenso gut mit einem “elektronischen” Verabschieden. Eine kurze Mail oder ein Chat mit der Botschaft ‚Ich mach dann Schluss für heute’ hat wieder denselben Effekt, wie in der Früh. Es schafft das Gefühl von Zusammenhalt und setzt wiederum das klare Signal: ‚Schluss für heute. Lasst mich ein paar Stunden durchatmen, wenn es geht.’

Denn es ist wichtig, auch in dieser Situation klar abgegrenzte Erholungszeiten zu schaffen. Zumindest ist in den nichtkritischen Betrieben ist das möglich und soll das auch jeder und jede bewusst steuern, damit die erforderliche Zeit für die Familie gesichert ist und auch Zeit für Erholung bleibt. Gehen Sie bewusst mit dieser Zeit um. Denn es gibt eine sehr große Zahl von Betrieben, in denen Erholungszeiten schwierig bis unmöglich zu erreichen oder einzuhalten sind; hierbei handelt es sich um die systemkritischen Betriebe und ihre MitarbeiterInnen, die dort unsere Versorgung aufrecht erhalten. Das sind die Menschen vor Ort, z.B. im Gesundheitssystem oder im Lebensmittelsektor, aber auch in den Verwaltungen in diesen Betrieben. An diese MitbürgerInnen und Mitbürger soll unser vielfacher Dank gelten. Und diese sind ein wichtiger Orientierungspunkt für uns alle und sind Vorbild für das, was wir alle derzeit – und dabei jede und jeder an seinem Platz – zu leisten haben. Auch der Gedanke trägt dazu bei, das Gefühl von Gemeinschaft, das wir jetzt alle brauchen, zu stärken.

Betriebe, die Fragen zum Thema “Sinnvolle und wichtige Regelungen für das Home Office” haben, wenden sich gerne mit Fragen an unser Forschungsteam an der IMC FH Krems, und zwar per Mail an:

michael.bartz@fh-krems.ac.at

Der Projektfond Arbeit 4.0 der Arbeiterkammer Niederösterreich finanziert ein Forschungsprojekt zu “Regeln für Mobiles Arbeiten” an der IMC FH Krems:
https://noe.arbeiterkammer.at/projektfonds

Weitere Informationen bei Familie & Beruf (Ministerium für Arbeit Familie und Jugend):
https://www.familieundberuf.at/covid-19/home-office-und-kinderbetreuung

#workfromhome #homeoffice; #corona; #covide-19; #newwork; #newworldofwork; #digitaltransformation; #imcfhkrems; #newworkhouze; #digitaltransformationtoolbox; #digitalleadership; #leadership; #management; #agility

Home Office und Kinderbetreuung: Eine machbare Kombination in der Corona-Ausnahmesituation


Empfehlungen von Prof. DI Dipl.-Wirtsch.-Ing. Michael Bartz aus der Forschung an der IMC FH Krems

Unter normalen Umständen rät unser Forschungsteam an der IMC FH Krems davon ab, Home Office und Kinderbetreuung zu kombinieren. Hinter dieser Empfehlung steckt Forschung zu wirksamen Regelwerken für mobiles Arbeiten am International Business Institute der IMC. Derzeit befinden wir uns aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus in einer Ausnahmesituation. In Österreich wird bundesweit begonnen, Schulen schrittweise zu schließen. Eltern wird weiterhin empfohlen, Kindergartenkinder zu Hause zu behalten. Als Folge stellt sich für Eltern in unterschiedlichen Abstufungen die Frage, wie Kinderbetreuung und Job in den kommenden Wochen kombiniert werden können. Home Office ist für diese Sondersituation der Lösungsansatz, aber auf bestimmte Zeit und unter den besonderen Umständen dieser Ausnahmesituation. Denn sowohl Eltern als auch die Kinder stellt diese Kombination vor Herausforderungen. Hier ein paar praktische Tipps, die die Kombination von Home Office und Kinderbetreuung auf Zeit ganz gut funktionieren lassen:

  1. Teilen Sie den Tag im Home Office in abwechselnde Phasen ein. Auf eine halbe Stunde bis Stunde Arbeit folgt eine entsprechend definierte, arbeitsfreie Zeit für das Kind oder die Kinder; dann schließt wieder eine Arbeitsphase an, usw. Dieses Vorgehen wird über den Tag sicher wie ein Doppelsprint empfunden und entsprechend anstrengend sein. Aber wichtig ist, in jeder Phase zu fokussieren und nicht zu versuchen, zu mischen. Denn Kinderbetreuung mit Firmenhandy am Ohr geht schief, für das Kind und den Elternteil im Home Office.
  2. Abhängig vom Alter des Kindes: Beziehen Sie das Kind in die Situation mit ein. Erklären sie den Hintergrund, wie der Tag ungefähr ablaufen wird und warum. Und treffen Sie in angemessener Form Vereinbarungen. Dass diese den ganzen Tag halten, ist illusorisch. Aber über gewisse Abschnitte des Tages hinweg wird es funktionieren. Speziell bei sehr jungen Kindern kann versucht werden, spielerisch an das Thema heranzugehen. Wie genau, da ist jeder Elternteil sein bester Experte oder seine beste Expertin.
  3. Außerdem gibt es natürlich die Möglichkeit, Arbeit mehr in die Tagesrandzeiten zu verlagern. D.h. die Kinder ausschlafen lassen und dafür schon zwei Stunden Arbeit in der Früh erledigt haben, bevor der Doppelsprint beginnt. Und am Nachmittag dann wieder ab 18.00 oder 19.00 Uhr nochmals intensiv in den Job einzusteigen. Dieses Vorgehen ist z.B. in der Industrieregion im Nordwesten der USA rund um Seattle seit einigen Jahren bereits ein neuer Standard, der sich in Familien etabliert hat. Insgesamt lassen sich vier bis fünf Stunden fokussierter Arbeit im Randzeitenbereich pro Tag erreichen.
  4. Wichtig sind auch klare Vereinbarungen mit dem Arbeitgeber. Sollten sie auf den Doppelsprint setzen, dann sprechen sie mit ihrer Chefin oder ihrem Chef explizit vorher darüber. Denn dann ist klar, warum Sie z.B. im Stundenrhythmus über den Tag über längere Abschnitte immer wieder nicht erreichbar sind. Setzen Sie außerdem auf Randzeiten, dann machen Sie das ebenfalls transparent. Denn so mancher Vorgesetzte oder Vorgesetzte ist vielleicht derselbe Chrono-Typ wie Sie, und stimmt wichtige Punkte gerne um 6.00 Uhr in der Früh oder um 19.00 Uhr am Abend mit Ihnen ab. Und wenn nicht, dann ist zumindest klar, dass Sie z.B. am Abend nochmals konzentriert ein Arbeitspaket bewältigen können. Ist diese Transparenz gegeben, kann eine Führungskraft gut damit umgehen.
  5. Jetzt sind wir aber auch soziale Wesen. Bedenken Sie auch das. Aus diesem Grund ist der persönliche und informelle Kontakt im Unternehmen wichtig, sonst empfinden wir Home Office auf Dauer wie ‚Einzelhaft’. Deswegen schaffen Sie bewusst für sich selbst sozialen Kontext in der Arbeit. Dazu nachfolgend zwei Tipps.
  6. Grüßen Sie ihre unmittelbaren Kolleginnen und Kollegen in der Früh bei Arbeitsbeginn virtuell. Ein ‚Guten Morgen’ per Mail oder Chat wirkt da Wunder. Wenn möglichst viele im Team mitmachen, dann gibt das große Hallo am Morgen schon einmal das Gefühl, nicht allein zu sein. Außerdem ist dieser virtuelle Gruß am Morgen aus sachlich-fachlicher Sicht auch gleich das Signal an alle: ‚Ich starte jetzt los. Wenn ihr was braucht, dann meldet Euch.’ Umgekehrt ist es auch am Ende des Arbeitstages ebenso wichtig, sich virtuell zu verabschieden. Wieder entsteht auch hier das Gefühl, in ein Team eingebettet zu sein. Andererseits ist es auf der sachlichen Ebene das klare Signal: ‚Schluss für heute. Bitte lasst mich dann jetzt in Ruhe bis morgen’.
  7. Sozialer Kontext entsteht insbesondere auch über den informellen Austausch: Planen Sie Kaffeepausen bewusst mit einer Kollegin oder einem Kollegen ein. Die Zeiten sind vorbei, in denen Telefonverbindungen per Minute mit der Telekom abgerechnet werden. Lassen Sie die Videokonferenz laufen und trinken sie Kaffee gemeinsam. Plaudern Sie. Tauschen Sie den neuesten Firmentratsch aus oder reden Sie privat. Lass Sie das Unerwartete passieren und auf sich zukommen. So fühlt sich der Kaffeeplausch einigermaßen authentisch an.
  8. Abschließend ein weiterer wichtiger Hinweis: Über 50 Jahre Forschung zu sogenanntem Impression Management zeigt: Es reicht nicht nur hart zu arbeiten. Sondern ebenso wichtig ist es, auch klar in der Firma zu signalisieren, dass man etwas tut und, dass man etwas leistet. Und gerade in Zeiten eines dauerhaften Home Office wirkt das beim Vorgesetzten oder der Vorgesetzten vertrauensbildend. Warten Sie deswegen gar nicht darauf, dass Sie von ihrer Chefin oder Chef gefragt werden, was heute geplant ist, wie es läuft und was alles geschafft wurde. Kommunizieren Sie proaktiv. Geben Sie in der Früh kurz eine Info, was Sie für heute geplant haben und wie der Tag ungefähr ablaufen soll. Scheuen Sie sich auch nicht, wie im Büro, über den Tag kurze Rückfragen zu stellen. Und geben Sie am Abend einen kurzen Status. Das muss keine Mail sein. Das funktioniert auch sehr gut über Chat oder per Telefon.

Natürlich sind die genannten Hinweise nur Hilfsmaßnahmen, und zwar Hilfsmaßnahmen für eine Sondersituation. Allerdings lässt sich auch aus dieser Sondersituation viel Lernen für die Zeit ‚nach Corona’. Vielen der kleinen Tipps fließen gegebenenfalls zukünftig in die tägliche Praxis ein. Und ganz klar: Dass die Kombination von Home Office und Kinderbetreuung kein Dauerzustand ist, wird sicher auch eine ganz klare Erfahrung sein. Wir wollen es nicht schönreden. Anstrengend wird es sein. Aber funktionieren wird es in dieser zeitlich überschaubaren Sondersituation.

Das Ganze als übersichtliche Infotafel für Betriebe bei Familie & Beruf (Bundesminsterium für Arbeit, Familie und Jugend):

https://www.familieundberuf.at/covid-19/home-office-und-kinderbetreuung

#homeoffice; #corona; #newwork; #newworldofwork; #digitaltransformation; #imcfhkrems; #newworkhouze; #digitaltransformationtoolbox; #digitalleadership; #leadership; #management; #agility

RMW: Corona Virus Triggers Home Office


Do you remember Eyjafjallajökull? The volcano which lamed international business for a while? Those businesses were better off that had the home office ability in their organization. Now it’s the Covid-19 situation in which home office and mobile working is a robust contingency plan for major parts of many company organizations. Companies in China, Italy, Germany, UK and in the US started to bet on remote working already. As a scientist in the field of mobile working, I start to look with increasing interest into the Corona-driven spread of mobile working and use of home office as mitigation action in organizations.

We share reports here, in case interested CXOs or HR Managers would like to read about current (best) practices. The first report, which we found, is the of the automotive supplier WEBASTO in Bavaria Germany:

https://www.webasto-group.com/en/press/press-releases/press-release/after-cases-of-illness-with-coronavirus-webasto-extends-home-office-regulation-for-staff-at-company/

More reports about Corona-trigged use of home office and remote working in English language. See the latest report about Microsoft on top of the list:

https://fcw.com/articles/2020/03/06/afge-senators-coronavirus-response.aspx

https://www.cnbc.com/2020/03/07/salesforce-asks-california-employees-to-work-remotely-amid-coronavirus.html

https://www.geekwire.com/2020/microsofts-new-coronavirus-plan-seattle-area-employees-work-home-next-3-weeks/

https://www.bbc.com/news/business-51643621

https://www.ft.com/content/01dc2a16-582a-11ea-a528-dd0f971febbc

https://www.nytimes.com/2020/02/26/business/coronavirus-businesses.html

Reports in German language:

https://www.handelszeitung.ch/unternehmen/viele-arbeitgeber-schicken-die-belegschaft-ins-home-office

https://www.handelszeitung.ch/beruf/wegen-corona-im-home-office-so-klappt-es

https://www.derstandard.at/story/2000115249984/heimarbeit-als-corona-prophylaxe

https://www.stern.de/wirtschaft/job/coronavirus-im-buero–so-wappnen-sich-deutsche-arbeitgeber-9166064.html

https://www.mdr.de/nachrichten/panorama/ticker-corona-virus-dienstag-news-100.html

https://www.spiegel.de/karriere/coronavirus-ernst-and-young-schickt-1500-mitarbeiter-ins-homeoffice-a-044f262b-d8f4-42fb-bac0-d511cc23a7e8

https://www.swp.de/suedwesten/staedte/ulm/coronavirus-ulm-gardena-laesst-mitarbeiter-im-home-office-arbeiten-44097291.html

http://www.lessentiel.lu/de/luxemburg/story/ferrero-schickt-risiko-mitarbeiter-ins-homeoffice-16510821

https://www.srf.ch/news/international/mailand-und-das-coronavirus-metropole-zwischen-home-office-und-massen-psychose

https://insideparadeplatz.ch/2020/02/27/corona-stress-bei-ubs-cs-vontobel-home-office/

One remark: Important is, to set some rules for the use of mobile work, even during such an instantaneous working mode change, as it happens now. In our research we use the term ‘Rules for Mobile Working’ for these policies which help to ensure full productivity in remote working settings in organizations. The good news are: It is feasible to set up Rules for Mobile Working in an instant. So, it is not issue which could hold up an organization which intends to switch to mobile working mode on an accelerated path. Organizations which are interested in more information, can contact our research team via email to michael.bartz@fh-krems.ac.at.

This article will be updated regularly, in order to add more examples of companies choosing home office as a contingency plan. So, stay tuned, if the topic interests you.

#newwork; #newworldofwork; #digitaltransformation; #imcfhkrems; #newworkhouze; #digitaltransformationtoolbox; #digitalleadership; #leadership; #management; #agility; #corona

Digital Leadership


What is the meaning of Digital Leadership? I think, it is at least threefold:

No 1: Leadership Towards Digitization of a Company’s Business

This means, Digital Leadership is about digitization of (material and immaterial) products provided to customers and/or the way products are provided to customers. So, first digitization of a company’s business concerns ‘the product’ itself. A product can be offered as a conventional non-digital product, like – for example – a paper hardcopy of a book. Or a company converted it into a digital product, as – for example – by offering an ebook. Second, the meaning of digitization of a company’s business concerns a company’s value chain. This concerns the way products including pre- and post-sales services are provided to customers. This aspect is quite independent of the first one. Since also an entirely non-digital product can be embedded in a pre- to post-sales value chain which offers a seamless, end-to-end digital customer experience. Think of Amazon delivering physical goods by means of a fully digitized value chain.

No 2: Leadership Towards Digitization of Work

This aspect of digitization affects the way of working in a company, in an organization. Digital Leadership means to introduce digital workstyles to an organization. This requires to manage change towards digital collaboration and communication. Make people acquainted with digital workstyles, make them also feel more and more comfortable with them and finally lead an organization towards a next stabilized level of productivity, commitment and engagement by means of digitization of work. So, digitization of work is about this transformation and managing this transformation.

No 3: Leadership in a Digitized Work Environment

Finally, Digital Leadership concerns the way people are managed in an already digitized work environment. With digital workstyles come along with high levels of autonomous, flexible and mobile working. Also, the organization itself becomes more agile. Conventional leadership approaches fail in these environments. Digitized work environments require an adapted portfolio of leadership methods, instruments, skills and traits.

Let us discuss, discover and explore the meanings of Digital Leadership and its implications. The three categories are provided in order to trigger thinking and kick-off the exploration journey.

#newwork; #newworldofwork; #digitaltransformation; #imcfhkrems; #newworkhouze; #digitaltransformationtoolbox; #digitalleadership; #leadership; #management; #agility

More literature: https://scholar.google.at/citationsmichaelbartz

RMW: Über Nacht bekommen nicht alle Notebooks

image

Wir hatten bereits diskutiert, dass vor der Einführung mobiler Arbeitsweisen sehr konsequent geklärt werden muss, welche Jobrollen für das mobile Arbeiten geeignet sind. Außerdem wurde auch klar, das die persönliche Eignung ein Faktor ist, der für ein klares Ja oder Nein gleichwertig zu berücksichtigen ist. Das Ergebnis dieses Klärungsprozesses sind sogenannte Positivlisten oder auch Ausschlusslisten, die dokumentieren, wer dabei ist und wer nicht. Auf dieser Basis kann dann auch die nächste Hausaufgabe angegangen werden. Das ist die Frage der technischen Machbarkeit aus IT-Sicht. Was damit gemeint ist, lässt sich anhand eines ganz zentralen Punktes klären: Überlegen Sie einmal für Ihre Firma. Haben alle MitarbeiterInnen ein Notebook? Oder umgekehrt: Wieviele Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen arbeiten im Büro an einem Desktop-Computer? Wahrscheinlich ist die zweite Zahl gar nicht so gering. Klar ist: Mobiles Arbeiten funktioniert nur mit Notebook oder Tablet. Und wenn die Zahl der Desktop-Arbeitsplätze hoch ist, dann bedeutet dies, dass der Umstellungsbedarf besteht. Geht das über Nacht? Nein. Natürlich nicht. Denn die Umstellung von Desktop auf Notebook erfordert relativ hohe Investitionen. Wann und wie genau, das hängt von der IT-Policy im Unternehmen ab und der Frage, ob die PC-Ausstattung gekauft und abgeschrieben wird oder PCs auf Leasingbasis verwendet werden. D.h. erst entlang der Abschreibungsfristen oder den Auslaufterminen von Leasingverträgen kann realistisch der Austausch der PC-Ausstattung Schritt für Schritt erfolgen. Ein zweiter Kostentreiber sind hochgradig performante Desktop-Computer. Programmieren, CAD-Zeichnen, Video- und Audiobearbeitung oder das Echtzeit-Trading von Waren oder Finanzprodukten erfordern genau solche hochperformanten Rechner. In der Notebook-Version kosten solche Rechner ein Heidengeld, also ein Vielfaches des Preises eines Notebooks für Office-Anwendungen. Was bedeutet das? Etwas ganz Einfaches: Es ist erfolgskritisch bei der Einführung mobiler Arbeitsweisen die Erwartungen in Bezug auf die technische Ausstattung realistisch zu setzen und klar auszusprechen, dass z.B. nicht alle MitarbeiterInnen über Nacht mit Notebooks ausgestattet werden. Dazu ist wichtig, genau auf die oben genannten Umstände hinzuweisen und zu erklären, welche Faktoren den Ablauf des Austausches zeitlich bestimmen.

Es sind jedoch nicht die PCs alleine. Andere Faktoren die Geschwindigkeit der technischen Umstellung, wie weitergehend die Forschung im Bereich Digitalen Business Transformation an der IMC FH Krems zeigt:

  • Setzen wir die Liste mit einem relativ kleinen Thema fort: Gibt es Arbeitsplätze, die eine technische Sonderausstattung erfordern? Dazu gehören z.B. ein Doppelbildschirm oder eine hochperformante Datenleitung. Diese Umstände können zu einem No-Go für mobiles Arbeiten für bestimmte Jobrollen führen.
  • Wichtig zu beachten sind auch die Kosten des VPN-Zuganges. Einige MitarbeiterInnen verfügen ziemlich sicher bereits über einen VPN-Zugang. Was bedeutet es aber, wenn zukünftig ein Großteil der Belegschaft mit VPN ausgestattet sein wird? Die simple Antwort: Mehrkosten, und zwar im Umfang von 20 bis 40 EUR pro MitarbeiterIn pro Monat? Üblicherweise sind diese Kosten durch die jeweiligen Abteilungen und Teams zu tragen. Im Zuge der Einführung mobiler Arbeitsweisen ist aber die Mehrkostenbelastung zumeist nicht budgetiert worden. Hier muss zumindest im laufenden Geschäftsjahr eine Übergangsregelung getroffen werden. Und für die Folgejahre sind diese Mehrkosten dauerhaft zu budgetieren.
  • Software für Zusammenarbeit und Kommunikation – Startpunkt ist hier die Frage: Gibt es bereits eine Voice-over-IP-Telefonielösung (VoIP) für alle MitarbeiterInnen, die es erlaubt über das jedes Notebook mit KollegInnen zu telefonieren? Und dann gleich die entscheidende Zusatzfrage: Erlaubt diese Lösung auch Outbound-Calls zu externen Telefonnummern im Festnetz und Mobilnetz? Ohne diese Lösungsbausteine ist mobiles Arbeiten illusorisch. Die Einführung einer VoIP-Lösung ist nicht nur eine Frage der technischen Umsetzung. Als viel wichtiger stellt sich heraus, dass MitarbeiterInnen rechtzeitig und sorgfältig auf den Umgang mit VoIP vorbereitet werden sollten. Denn zumeist ist die VoIP-Funktion Teil einer Multi-Channel-Kommunikations- und Kollaborations-Softwarelösung. Und damit im Unternehmen nicht eine riesige Investitionsruine errichtet wird, ist entsprechendes Training und Change Management erfolgskritisch.

Was die oben diskutierten Punkte zeigen und unterstreichen, ist die Notwendigkeit, in Bezug auf die technische Machbarkeit mobiler Arbeitsweisen die Zeitleiste realistisch zu setzen. Auch technisch funktioniert mobiles Arbeiten nicht, wie ein Lichtschalter, den man einfach auf “On” stellen kann. Stattdessen erfordert die Schaffung der technischen Voraussetzungen einen agilen, schrittweisen Roll-out entlang der technischer und budgetärer Rahmenbedingungen. Entscheidend im Transformationsprozesse ist auch hier Transparenz über das Wann, Wo, Was, damit kein Neid und Unmut in der Organisation entsteht, sondern von Anfang an die positiven Effekte mobiler Arbeitsweisen nachhaltig in der Organisation verankert werden.

#rmw; #newwork; #newworldofwork; #digitaltransformation; #imcfhkrems; #newworkhouze; #digitaltransformationtoolbox

Posted in RMW