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Ein Artikel von Michael Bartz und Thomas Schmutzer in der Printausgabe des Standard vom 19.04.2014.

Die Einführung neuer innovativer Arbeitsweisen funktioniert nicht wie ein Elektroschalter- einfach einschalten und schon ist es hell. Die Transformation einer Unternehmensorganisation muss stattdessen sorgsam schrittweise erfolgen. Denn sonst überfordern die Veränderungen die Mitarbeiter und gleichermassen die Führungskräfte im Betrieb. Wichtig ist ebenfalls, dass alle Abteilungen mit an Bord sind. Denn die Veränderung betrifft die Mitarbeiter, Prozesse, Methoden und Technologien im Unternehmen ebenso wie die Gestaltung und die Nutzung der Büroinfrastruktur.

Am Anfang des Transformationsprozesses steht das sogenannte „Envisioning“. Hier gilt es in strukturierten Workshops im Führungsteam zunächst eine New World of Work Vision zu entwickeln, die das Zielbild klar umreißt im Sinne von „Wie soll neues Arbeiten in unserem Betrieb ausschauen? Und was wollen wir damit erreichen?“. Wenn dieses Zielbild steht, dann kann die sogenannte Transformation Map aufgestellt werden. Mithilfe der Transformation Map wird festgelegt, wann welche Schritte auf dem Weg in Richtung neuer Arbeitsweisen in den nächsten Monaten und Jahren gesetzt werden sollen. Wichtiger Meilenstein in der Transformation Map ist die Workstyle Analyse. Hier geht es darum, die Arbeitsweisen der MitarbeiterInnen im Unternehmen genauer unter die Lupe zu nehmen und zu eruieren, welche Mitarbeitergruppen in Zukunft in welchem Ausmaß mobiler Arbeiten können als bisher. Aus den Workstyles wird auch klar, welche Spielregeln für die Kommunikation und Zusammenarbeit in Zukunft erforderlich sind. Diese Spielregeln werden auch oft Rules of Engagement genannt. Beim Arbeiten auf Distanz sind die Rules of Engagement erfolgskritisch. Diese müssen sorgfältig ausgearbeitet und in der Organisation nach und nach implementiert werden. Dies ist Teil des notwendigen Kompetenzaufbaus in der Organisation, der MitarbeiterInnen und Führungskräfte gleichermaßen betrifft. Insbesondere Führungskräfte müssen grundlegend umdenken und deshalb sehr sorgfältig auf Führung in virtuelleren Arbeitssituationen vorbereitet werden. Eine wichtige Kernkompetenz, ohne die neue Arbeitswelten fast nicht funktionieren können, ist das Führen über Ziele. 70 bis 80% der Führungskräfte verlassen sich heute noch auf Führungsprinzipien, die sehr ausgeprägt auf Verhaltenskontrolle beruhen. Das heisst, es wird neben der Aufgabeerfüllung beobachtet, wie sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Arbeitsplatz verhalten. Das führt zu Performismus im Betrieb. Performismus ist ein Begriff der im New World of Work Forschungszentrum an der IMC FH Krems geprägt wurde. Performismus steht für Verhaltensweisen auf der Seite der Mitarbeiter, mit deren Hilfe Leistungsbereitschaft und Leistungswillen am Arbeitsplatz signalisiert wird (ohne, dass unbedingt Leistung dahinter stehen muss). Eine weit verbreitete performistische Verhaltensweise ist zum Beispiel: „Geh möglichst nicht vor Deiner Chefin nach Hause.“ oder „Nimm Anrufe Deiner Chefin auch am Abend an“. Wenn Führungskräften allerdings die erforderlichen Kompetenzen vermittelt werden, Mitarbeiter über Ziele zu führen, dann brechen diese Verhaltensmuster auf beiden Seiten auf. Ab diesem Zeitpunkt wird Leistung an Zielerreichung festgemacht, statt an Verhaltensweisen.

Derartige Veränderungen brauchen Zeit. Die meisten Unternehmen planen zwei bis drei Jahre Zeit für die schrittweise Einführung neuer Arbeitsformen. Ganz wesentlich ist dabei, auf dem Weg die erzielten Fortschritte klar bewerten zu können, und zwar in klaren Zahlen, Daten und Fakten. Das New World of Work Forschungszentrum an der IMC FH Krems ist genau darauf spezialisiert und begleitet Unternehmen im Transformationsprozess durch sogenannte Erfolgsmessungen. Allerdings muss die Einführung neuer Arbeitsformen nicht immer Jahre auf sich warten lassen. Es geht auch umgekehrt, mittels Reverse Engineering. D.h. neue Arbeitsformen werden quasi über Nacht – mit nur zwei oder drei Monaten Vorlaufzeit – eingeführt und alle Anpassungsmaßnahmen erfolgen im Nachhinein. Diese Methode empfiehlt sich für Unternehmen kleinerer und mittlerer Grösse. Michael Raberger, CEO von Ricoh Ungarn dazu: „Wir sind bei der Einführung neuer Arbeitsformen in unserer Niederlassung in Budapest den umgekehrten Weg gegangen. So konnten wir innerhalb kurzer Zeit erhebliche Kosten- und Standortvorteile erzielen. Und die MitarbeiterInnen schätzen die gesteigerte Arbeitsflexibilität im Betrieb sehr und fühlen sich wohl mit dem Quantensprung in Richtung neuer Arbeitsformen.“ Viele Wege führen hier zum Ziel. Erfolgskritisch ist es, zu definieren, was durch die Einführung neuer Arbeitsformen wirklich erreicht werden soll und woran der Erfolg einer New World of Work Transformation am Ende gemessen werden kann.

Im Februar ist das „Buch New World of Work – Warum kein Stein auf dem anderen bleibt“ von Michael Bartz und Thomas Schmutzer im Lindeverlag und Verlag Handelsblatt/Wirtschaftswoche erschienen.

Der Artikel im Standard:

http://derstandard.at/1397520978538/Schritt-fuer-Schritt-zur-Veraenderung

Blog “Neues Arbeiten” von Thomas Schmutzer:

http://www.thomasschmutzer.com/

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Teil 1 des Interviews von Marcus Eibensteiner www.mobil-arbeiten.com mit Michael Bartz und Thomas Schmutzer am 9.4.2014:

Sie prophezeien in ihrem Buch ‚New World of Work‘, dass kein Stein auf dem anderen bleibt. Warum haben sie es überhaupt geschrieben?

Bartz: Das Buch war auch eine gewisse Seelenhygiene. Wir haben so viel an Beratungs- und Forschungsprojekten erlebt – das musste einfach einmal zusammengeschrieben werden. Da es genug Sachbücher gibt, haben wir uns für die Romanform entschieden.

In der Hauptfigur Viktoria Frey stecken also reale Personen?

Bartz: Ja. Das ganze Buch basiert auf realistischen Erfahrungswerten.

Wo stehen wir überhaupt beim Thema ‚mobiles Arbeiten‘?

Bartz: In Großbritannien bieten 40-50 Prozent der Unternehmen flexibles Arbeiten an. Hier in Österreich sind es 12-15 Prozent der Unternehmen. Da ist also noch eine große Differenz. Natürlich ist der Technologie-Sektor sehr stark. Die können das Thema ‚mobiles Arbeiten‘ natürlich schon seit vielen Jahren vor- und rückwärts buchstabieren.
Momentan gibt es in Wien zwei große Veränderungsprogramme. Eines bei der Bank Austria und eines bei der Erste Group. Die bauen nicht nur ihre Zentralen neu, sondern entwickeln auch ihre Arbeitsweisen weiter.

Was passiert dort genau?

Bartz: Es geht dort um flexibleres Arbeiten und die Intensivierung der Technologienutzung, also um die Frage wie man smarter arbeiten kann. Und natürlich geht es auch um die Nutzung neuartiger Bürokonzepte.

Schmutzer: In vielen Fällen ist ein Umzug der Auslöser für neue Überlegungen rund ums Arbeiten.

Bartz: Wir haben auch ein Forschungsprojekt mit der Arbeiterkammer Niederösterreich. Denn das Thema ist eigentlich viel zu wenig erforscht. Man darf flexibles Arbeiten ja nicht mit dem neuen Arbeiten verwechseln. Da geht es um Technologienutzung, neue Bürokonzepte plus zeitliche und räumliche Flexibilisierung von Arbeit. Und dieses Zusammenspiel wurde noch nicht erforscht.
Auch die Arbeiterkammer Niederösterreich nützt einen Umzug um ein „New World of Work“-Programm aufzusetzen. Das ist im Grunde genommen ein großer Selbstversuch. Wir begleiten das wissenschaftlich mit sehr komplexen Forschungsmodellen über mehrere Jahre. Die Ergebnisse die dort anfallen, sind enorm wichtig für neue Richtlinien und die Anpassung des Arbeitsrechts.

Braucht es nicht auch eine Anpassung in den Köpfen?

Schmutzer: Viele Manager kommen mit der neuen Art der Arbeit nicht zu recht, weil sie einfach nicht wissen, ob jemand auch arbeitet, wenn er nicht da ist. Dieses Misstrauen gegenüber den Mitarbeitern ist schon noch vorhanden. Ich kenne einige Unternehmen, die Richtlinien entwickelt haben, aber dann wieder einen Schritt zurückgegangen sind.
Das Thema ist aber rechtlich ein großer Graubereich mit Verantwortungen und Haftungen. Ich kenne Unternehmen, die ihren Mitarbeitern mobiles Arbeiten erlauben, aber ihnen sagen, dass wenn etwas passiert sie rückwirkend einen Urlaubstag nehmen müssen. Das sind so inoffizielle Deals, die keiner jemals zugeben wird. Der rechtliche Bereich muss endlich einmal offen diskutiert werden.
Ich kenne aber kein Unternehmen, bei dem mobiles Arbeiten nicht auf der Agenda steht, und bei dem nicht irgendetwas passiert. Man informiert sich, man liest. Aber was wir oft als Berater sehen, sind Unternehmen, die viel Technologie gekauft haben und dann – oh Wunder – feststellen, dass sie keiner nützt.

Bartz: Das Thema ist einfach größer und komplexer und kann nicht nur auf einer Schiene gelöst werden. Das erkennen viele Unternehmen aber  erst viel zu spät.

Schmutzer: Man muss auch einmal festhalten, dass die Veränderung längst begonnen hat. Das ist keine Zukunftsmusik mehr, das ist Alltag. Was in Unternehmen aber nicht gerne gehört wird, ist die Tatsache, dass die Anpassungen drei bis fünf Jahre dauern. Man hätte halt lieber jemanden der kommt, drei Monate ein Projekt macht – und dann ist alles gut. Das funktioniert aber nicht. Man muss erst einmal einen Schritt zurückgehen und fragen: Was ist eure Kultur? Was sind eure Werte? Was macht euch aus? Was sind Dinge, die nicht verändert werden dürfen? Dafür muss sich ein Unternehmen die Zeit nehmen. Die, die es machen, erkennen den Mehrwert aber auch sofort. Die sehen, wie diese drei Dimensionen von People, Place und Technology Hand in Hand gehen.

Sind schon alle Unternehmen bereit dafür?

Schmutzer: Ich habe Kunden, da verzögere ich ein Projekt. Zum Beispiel bei einem großen Industrieunternehmen, dass massiv in mobiles Arbeiten investieren wollte. Zumindest von der Technologie-Seite her. Mit einer Frage habe ich dieses Projekt aus den Angeln gehoben, dass eigentlich schon budgetiert war: Was heißt Mobilität bei euch? Wie mobil dürfen sie werden? Da gehts dann darum: Investierst Du in einen Standort, oder in einen Menschen, wenn er unterwegs ist. Das sind Fragen, die du als Unternehmen nicht aus der Hüfte beantworten kannst. Das sind Richtungsentscheidungen. Man muss ja auch die Manager trainieren, jemanden zu führen, ohne ihn zu sehen.

Kommt die Entwicklung nicht auch von unten? Verlangen die Mitarbeiter nicht immer mehr Mobilität?

Schmutzer: Natürlich. Gehen sie in große Unternehmen und schauen sie einmal wie viele private iPads dort im Einsatz sind. Die IT weiß es nicht, oder steckt den Kopf in den Sand. Das ist ja das Paradoxe. Die Menschen kommen mit eigenen Geräten um ihre Produktivität oder den Kundennutzen zu steigern. Im Unternehmen stoßen sie aber auf Mauern, weil bisher alles zentral erdacht und ausgegeben wurde. Da ist ein gewisser Kulturkrieg im Gange. Die IT ist auch in einer ganz schlechten Position. Die können nie schneller sein, als eine Armada von Menschen, die motiviert sind.

Bartz: In einer jährlich stattfindenden Studie fragen wir immer, ob mobiles Arbeiten ein Auswahlkriterium für den nächsten Arbeitgeber ist. Diesmal haben 76 Prozent ja gesagt. Und wir fragen auch immer, ob eine Gehaltserhöhung oder die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten wichtiger ist. 51 Prozent stufen mobiles Arbeiten gleich oder höher ein. Das untermauert die Revolution von unten.

Die Menschen wollen also raus aus den Büros?

Schmutzer: In den Köpfen einer gewissen Entscheidungsgeneration ist es schon noch wichtig ein großes Büro in guter Lage zu haben. Das wird aber mit der Zeit ad acta gelegt. Für die Jungen ist es völlig normal auch im Kaffeehaus zu arbeiten. Beim nächsten Generationenwechsel ganz oben werden die Veränderungen auch im Büro sicher sehr schnell sichtbar.

Bartz: Sowohl die Pläne bei der Bank Austria, als auch bei der Arbeiterkammer Niederösterreich sehen vor, dass Büroteile sehr schnell und einfach abgetrennt werden können. Am Anfang der Übersiedelung kann praktisch jeder einen Schreibtisch haben, mit der Zeit kann die Quote dann dann gesenkt werden. Wenn sich das mobile und flexible Arbeiten einschleift, sind 70 oder 60 Schreibtische pro 100 Mitarbeiter denkbar. Bei IBM sind es schon jetzt 30 oder 35 Schreibtische pro 100 Mitarbeiter.

Quelle: http://www.mobil-arbeiten.com/der-rechtliche-bereich-muss-einmal-diskutiert-werden/

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Ein Artikel von Michael Bartz und Thomas Schmutzer in der Printausgabe des Standard vom 12.04.2014.

Mit der Veränderung von Arbeitsweisen bekommt auch das Büro einen neuen Stellenwert. Eine Veränderung der Arbeitsweisen, die alle Unternehmen betrifft, liegt in der Zunahme projektorientierten Arbeitens. Projektarbeit heißt Teamarbeit, und das zumeist abteilungsübergreifend. In Folge dessen herrscht in den meisten Unternehmen ein chronischer Mangel an Meetingräumen. Die Ursache liegt darin, dass die Planungsstandards, die einem Großteil der heutigen Büros zugrunde liegen, veraltet sind. Diese Standards stellen noch den einzelnen Büroarbeitsplatz in den Vordergrund. Das Ergebnis ist, dass im Verhältnis in 90% der Büros zu geringe Flächenanteile für Meetingräume eingeplant werden. Unter diesem Mangel leiden Mitarbeiter in betroffenen Unternehmen erheblich, und dieser Mangel führt zu einer signifikanten Reduktion der Produktivität. Neben den Zeitaufwänden für die Raumsuche und Raumbuchung ist nichts unproduktiver als Meetings in ungeeigneten Umgebungen abzuhalten. Denn die Notlösung ist dann oft ein Meeting im Büroeck oder in der Cafeteria bzw. im hoffnungslos überfüllten Meetingraum, da der passende Raum nicht verfügbar war.

Getrieben durch Projektarbeit werden unsere Arbeitsweisen kollaborativer. Diese Entwicklung wird noch beschleunigt durch die Zunahme räumlich flexibler Arbeitsweisen in Betrieben, also von Home Office und anderer Formen mobilen Arbeitens. Büroplanungsexperte Andreas Gnesda dazu: „Wird mehr auf Distanz und räumlich flexibel gearbeitet, dann verstärkt das den Effekt, dass vollkommen neue Anforderungen an den Büroraum gestellt werden. Dem Büro kommt eine ganz neue Rolle zu.“ Bürozeit ist dann nicht mehr primär Einzelarbeitszeit. Stattdessen wird Bürozeit in steigendem Maß zu kollaborativer und kommunikativer Zeit. Das heißt, wer ins Büro kommt, möchte sich abstimmen, austauschen, zusammenarbeiten oder einfach mal wieder die Firma als soziales Umfeld spüren und mit Kollegen und Kolleginnen sozial interagieren. Hierfür braucht es nicht Einzelarbeitsplätze, sondern kollaborative Zonen im Büro. Das können Meetingräume sein, offene Kollaborationszonen, in denen zu zweit oder in Teams flexibel wechselnd zusammengearbeitet werden kann sowie sogenannte Social Areas – also soziale Treffpunkte in der Firma. Genau diese Elemente prägen das Bild des Büros der neuen Generation. Und was auch sofort ins Auge fällt, wenn man eines dieser Büros in Wien, Budapest, London oder Paris betritt: Schreibtische findet man weniger. Nurmehr einige Mitarbeiter in bestimmten Funktionen verfügen über fixe Arbeitsplätze. Der Großteil der Mitarbeiter hingegen teilt den Schreibtisch flexibel. Dieses Prinzip nennt sich Shared Desk oder Hot Desk. Die meisten Büros dieser nächsten Generation kommen mit 70 Schreibtischen für 100 Mitarbeiter aus. Viele Unternehmen gehen auch weiter; dort reichen 30 bis 50 Schreibtische pro 100 Mitarbeiter.

Was aber auch auffällt in den Büros der nächsten Generation: Diese sind gesundheitsfördernd ausgelegt. Die Zeiten, an denen MitarbeiterInnen 8 oder 10 Stunden am Tag im Bürosessel einbetoniert wurden, gehören hier weitgehend der Vergangenheit an. Eine Studie von Karen Bartz und Michael Kundi an der Med Uni Wien zeigt: Büros der nächsten Generation fördern gesundheitswirksame Bewegung. Woran liegt das: Durch räumlich mobiles Arbeiten werden über den Arbeitstag eine Vielzahl von Bewegungswechseln gefördert. Und in den Büros selbst sind die Arbeitsplätze vielfältiger gestaltet. Es gibt Meetingräume mit Stehtischen oder Schreibtische, an denen im Stehen gearbeitet werden kann. Telefonkonferenzen werden im Stehen oder Gehen abgehalten, da Mitarbeiter mit sogenannten Funk-Headsets ausgestattet werden. Und in so manchem Meetingraum finden sich inzwischen sogar manchmal auch Gymnastikbälle als Sitzgelegenheit statt klassischer Sessel. Generell hält eine Vielzahl alternativer Sitzgelegenheiten, die dynamisches Sitzen erlauben, Einzug in das Büro der nächsten Generation. Die Forscherin Karen Bartz dazu: „MitarbeiterInnen erreichen in einem Büro der nächsten Generation mehr als die doppelte Schrittzahl im Vergleich zu herkömmlichen Büros. Das fördert nicht nur die Leistungsfähigkeit der MitarbeiterInnen, sondern langfristig ganz erheblich die Gesundheit“. So geht es im Büro der nächsten Generation um wesentlich mehr als nur die passende Arbeitsumgebung für innovative Arbeitsformen zu schaffen.

Im Februar ist das „Buch New World of Work – Warum kein Stein auf dem anderen bleibt“ von Michael Bartz und Thomas Schmutzer im Lindeverlag und Verlag Handelsblatt/Wirtschaftswoche erschienen.

Der Artikel im Standard:

Link auf den Artikel im Standard Online folgt

Blog “Neues Arbeiten” von Thomas Schmutzer:

http://www.thomasschmutzer.com/

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De Lage Landen (DLL) is a subsidiary of Rabobank. The company is strongly expanding and is about to deploy a new office building in Düsseldorf in Germany. The move to a new office building will be more than just a location change. The ambition is to innovate workstyle at DLL during the next few years by means of a programme called Blue Works. In order to benchmark the concept of Blue Works, DLL participates in a New World of Work project with the final Master class of the Consulting spezicialiation within the International Business and Export Management study programme at IMC University of Applied Sciences Krems. The part time students of this programme set up three consulting teams (companies) which participate in a simulated Beauty Contest. The objective is to win a (virtual) consulting project with DLL by proposing a New World of Work transformation approach to DLL. So the students will develop transformation framework, consulting tools (like workstyle analysis) to be applied and project plan which describes the way forward during the next 3 to 5 years of the New World of Work Transformation at DLL. The learning process is supported by external consultants of the consulting company HMP Beratungs GmbH (http://www.hmp-consulting.com/unternehmen/).

Learn here about the teams, the team members and first impressions:

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Consulting Team: CONCREATE plc.

Team Members: Johanna Breinesberger, Marius Chirca, Ingrid Loibl, Sebastian Marchl,  Niklas Ramskogler, Mario Schlichtinger

Team lead Marius Chirca: “The project on the topic concerning ‘the new world of work’ at the IMC Krems is a great opportunity to participate in this new trend of global mobility and fexible working. The strong cooperation with a major player in the German banking sector additionally highlights the importance and relevance of this initiative. Furthermore, the design and implementation of project management tools for the change in leadership styles and working enviroments for an actual change management project proves the University’s commitment and collaboration with outstanding business enterprises.”

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Consulting Team: The Game Changers

Petr Hlousek, Jana Lukic, Bianca Möslinger, Bukurije Niessler, Easter Ouma, Martina Pernull, Alexandra Wulz

Team Lead Jana Lukic: "The introduction into the course and the given project was an incredibly pleasant surprise. There is a consensus among the team members that this is, potentially, one of the best learning experiences that we have faced so far. We are very enthusiastic about the opportunity to participate in a real case study, and assume the role of the consultants, as it gives us a chance to practice our knowledge, but more importantly, show our creative side of the problem solving process. Working with a known "client" on a very complex and novel issue, certainly represents a challenge as the level of responsibility is naturally high. Nevertheless, this competitive environment carries an intensive fun factor that we are impatiently looking forward to. "

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Consulting Team: FlexAbility Consulting

Niklas Haslinger, Maximilian Gierlinger, Clemens Kiegerl, Bianca Kollmayer. Matthias Nabegger, Jonathan Stiglitz, Martin Thor

Team Lead Niklas Haslinger: “This project is another great example of the university of applied sciences’ close ties with internationally operating enterprises, which represents an essential part of our hands-on oriented, academic education. Especially the project’s content, "new world of work", being one of the most current and up-to-date topics being discussed in applied economics, makes it a pleasure to give one’s best for the team and for the result. Applying the knowledge obtained from lectures in real life projects, assisted by consulting professionals, gives us a great piece of experience for our careers.”

On DLL side the project is managed by Juliane Hüppe (HR) and Diana Kön (Project Management) of DLL headquarters in Düsseldorf.

More questions? Contact: michael.bartz@fh-krems.ac.at

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Beitrag von Andreas Gnesda

Flexible Arbeitszeiten, Home Office, Arbeiten, wann und wo es uns gefällt – das sind Begriffe, die Neue Arbeitswelten prägen. Individualität wird immer wichtiger und trotzdem: Der Mensch ist ein soziales Wesen – und er braucht die soziale, persönliche Interaktion und den Austausch mit Kollegen, um kreativ und motiviert arbeiten zu können.

Arbeitswelten der Zukunft müssen diesem Grundbedürfnis Rechnung tragen. Kantine, Besprechungsräume und „Aufenthaltsräume“ haben dabei längst „ausgespielt“. Heute werden, abgestimmt auf die jeweiligen Bedürfnisse der Mitarbeiter und deren Tätigkeitsfeld, eigene Themenräume und –welten geschaffen, die sowohl zum Entspannen, zum Kommunizieren und für kreatives Arbeiten genutzt werden können. Im Einklang mit der CI des Unternehmens können diese Räume ganz unterschiedliche Charaktere aufweisen. Vom Naturraum, über eher „sportliche“ Varianten bis hin zu Kaffeehaus oder „Clubraum“-Style ist alles möglich. Sowohl Mitarbeitern als auch Führungskräften sehen die Nutzung dieser Räume positiv und sind sich ihrer Bedeutung für den Arbeitsalltag bewusst. Denn im informellen Austausch werden kreative Ideen geboren, fließt wichtige Information und wird die Bindung an das Unternehmen gefestigt.

Mehr Informationen: http://www.teamgnesda.com/

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Bericht des ORF Niederösterreich vom 9. April 2014

Ständig erreichbar sein oder von zu Hause aus arbeiten: Die Arbeitswelt sieht heute ganz anders aus, als vor zehn Jahren. In Österreich gibt es hier großen Aufholbedarf, zeigt ein neues Buch der IMC Fachhochschule Krems.

Kaum ein Unternehmen kann sich heutzutage den veränderten Bedingungen in der Arbeitswelt entziehen. Mobiles und flexibles Arbeiten wird immer wichtiger, sagt Buchautor und IMC-Krems Studienleiter Michael Bartz. Das Büro ist immer seltener der klassische Arbeitsort. Zudem gibt es immer mehr alternative Beschäftigungsformen in Unternehmen.

In Österreich bieten derzeit laut Bartz zehn bis zwölf Prozent aller Unternehmen räumlich und zeitlich flexibles Arbeiten an. Hier gebe es Aufholbedarf, denn in Großbritannien etwa gibt es nahezu in jedem zweiten Unternehmen flexibles Arbeiten mit zahlreichen Vorteilen, sagt Bartz. "Auf das neue Arbeiten zu setzen heißt, Kostenvorteile zu generieren. Wir sehen in unseren Forschungsprojekten, dass man diese Infrastrukturkosten um 20 bis 30 Prozent reduzieren kann. Wir sehen auch ganz klar: Produktivitätsgewinne und Krankenstände gehen herunter. Produktivitätsgewinne im Bereich von zehn bis 15 Prozent sind durchaus im Bereich des Machbaren. Das ist enorm. Diese Produktivitätsgewinne braucht man auch, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen“, so Bartz.

Im Extremfall: Burn-Out

Warnsignale gebe es im Bereich der Kommunikation. Laut dem Buchautor bieten Smartphones und Tablet-PCs zwar eine große Chance für Unternehmen produktiver und schneller zu arbeiten, jedoch führe dies oft zu Belastungen. Im Extremfall kommt es zum Burn-Out. Hier sind künftig die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Sachen Selbstmanagement gefordert, sagt Bartz.

Von politischer Seite müsse man starken Veränderungsprozesse am Arbeitsmarkt unterstützen, sagt der zuständige Landeshauptmannstellvertreter Wolfgang Sobotka (ÖVP). „Arbeitsmarkt und Arbeitsmarktpolitik muss sich, wenn es eine Zukunft haben will, nicht immer mit der Reparatur auseinandersetzen und mit den Notmaßnahmen, sondern man muss vorangehen und vorausdenken.“ Laut Sobotka hat man in Niederösterreich 8.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch Bildungsförderungen unterstützt und darauf müsse man auch in Zukunft setzen. Sobotka spricht aber auch vom gesunden Arbeitsplatz. Sitzende Arbeit sei per se nicht gesund. Hier sind Unternehmen maßgeblich gefordert, heißt es.

Die IMC Fachhochschule Krems reagiert auf die neuen Trends am Arbeitsmarkt, sagt IMC-Geschäftsführerin Ulrike Prommer. So mache man Studierende in Krems stets mit den Entwicklungen am Technologie- und Arbeitsmarkt vertraut.

Quelle: http://noe.orf.at/news/stories/2640955/

Ist eMail out?

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Ein Artikel von Michael Bartz und Thomas Schmutzer in der Printausgabe des Standard vom 05.04.2014.

Als Wissensarbeiter sind Kommunikationswerkzeuge für uns das A und O. Wissen ist zu einem eines der wichtigsten Güter, vielleicht sogar dem wichtigsten Gut überhaupt geworden, und wir alle verwenden eine Vielzahl an Kommunikationskanälen und –tools, um an Informationen und Wissen zu gelangen oder diese zu verbreiten. Die zunehmende Zahl der Kommunikationskanäle ist ein wesentlicher Treiber für die Veränderungen, die mit der neuen Welt der Arbeit einhergehen. Ohne diese Vielfalt an Kommunikationsmöglichkeiten, ohne die Schnelligkeit und Flexibilität, die sie uns bringen, wäre die neue Welt der Arbeit wohl lange nicht so präsent und vorherrschend, wie sie es aktuell bereits ist. Die Entwicklung ist enorm, die Geschwindigkeit mit der neue Kommunikationswerkzeuge eingeführt werden, rasant. Smartphones klingeln, Emails trudeln ein, eine SMS informiert uns in kurzen Worten, Nachrichten auf der Voice Mail warten darauf abgehört zu werden, wir chatten, wir nutzen Apps und Videotelefonie, wir kommunizieren privat und beruflich auf Social Media Plattformen und vieles mehr. Hin und wieder greifen wir auch noch zum Festnetzapparat. Eine Vielzahl an Kommunikationskanälen umgibt uns. Kommt ein neuer Kanal dazu, reihen wir ihn eilig in die Liste der bestehenden, um ihn auch sofort zu nutzen. „Aufgrund der steigenden Vielzahl von verfügbaren Kommunikationsmedien, wird es für den Mitarbeiter immer schwieriger relevante Informationen herauszufiltern und den richtigen Kommunikationskanal auszuwählen. Deshalb setzen wir mit unserem Future Office Konzept auf integrierte Lösungen, die für den Mitarbeiter relevante Informationen und vorhandenes Wissen einfach zugänglich machen und Kommunikation und Kollaboration kombinieren. Die Information muss den Benutzer finden – und nicht umgekehrt!“, meint Daniel Freiberger, Topic-Owner für das Thema Arbeitsplatz der Zukunft bei Tieto. Oft verwenden wir Kommunikationskanäle in unserem täglichen Alltag anders als ursprünglich gedacht. Ein gutes Beispiel dafür ist Email. Email ist aus dem heutigen Geschäftsleben ebenso wenig wegzudenken, wie aus unserem privaten Umfeld. Wir verfassen Nachrichten, Protokolle, Vertragstexte und sonstige Texte aller Art in Emails und schicken diese an den Empfänger. Oftmals schicken wir Emails auch an viele Empfänger, die an häufig ihrerseits noch weitere Empfänger hinzufügen. Wodurch sich ein Email, das ein paar Mal als Diskussion zwischen zwei Personen hin und her geschickt wurde, durch den immer größer werdenden Verteiler leicht und schnell verhundertfacht. Effizienzfalle Nummer eins! Denn all diese Kommunikation muss auch gelesen werden, was unter Berücksichtigung der Vielzahl an sonstigen Kommunikationskanälen, die wir auch noch bedienen, schnell zur Herausforderungen werden kann. Oftmals laufen solche Emailkommunikationen wie ein Life Chat ab: auf die Frage folgt bereits Sekunden später die Antwort und darauf wieder in Echtzeit die Gegenantwort und so weiter. Die vielen Empfänger, die im Verteiler CC hinzugefügt wurden, sind stille Mitleser. Effizienzfalle Nummer zwei! Denn gerade für solche Zwecke, wo Themen ausdiskutiert werden oder gemeinsam an einer raschen Lösung gearbeitet wird, wäre eine Chat, eine Videokonferenz, ein Anruf oder auch ein Meeting weitaus geeigneter. Das Ergebnis dieser Diskussion wiederum findet in Email einen perfekten Kanal, um es – gerne auch einem größeren Empfängerkreis – zuteilwerden zu lassen. Soll bzw. Kann man Email aus der Unternehmenskommunikation zur Gänze streichen? Kann man es durch andere, geeignetere Kommunikationskanäle ersetzen, stattdessen mehr auf Collaboration Tools setzen? Dr. Margarete Schramböck, CEO NextiraOne Austria: „Eine wesentliche Entwicklung werden wir in der unternehmensinternen Kommunikation sehen, in der E-mail aus meiner Sicht in den nächsten zehn Jahren fast zur Gänze verschwinden wird und neuen Formen der Kommunikation weicht, die wir heute schon als Inhouse-Social Media bezeichnen. In der externen Kommunikation mit Kunden und Lieferanten wird E-mail weiter seinen Platz finden als Ersatz für Briefe und Fax. Inhouse jedoch werden wir eine Revolution erleben, in der E-mail keinen wesentlichen Platz mehr einnehmen wird.“
Die neue Welt der Arbeit bringt uns viel Neues, sie bringt uns Flexibilität, Selbstbestimmung und Geschwindigkeit – und all dies benötigt Spielregeln für eine reibungslose Zusammenarbeit. Diese Spielregeln sind Unternehmensspezifisch zu erstellen: welches Kommunikationsmittel nutzen wir wofür und wie nutzen wir es? Manches wird die durch Natur der Sache selbst bestimmt, wie etwa die Unmöglichkeit eines Festnetzgespräches, wenn der Anrufer seinen Arbeitsort nach extern verlegt hat. Manches muss aber auch offen geklärt werden. Wie etwa die Tatsache, dass Email ein großartig funktionierender Kanal ist, wenn es um die Übermittlung von langen Informationen, Protokollen und Nachrichten geht aber nur gering Eignung aufweist, wenn ein möglichst zeitnaher Austausch von Informationen im Fokus steht. Ist Email also out? Keineswegs, aber der richtige Umgang mit diesem Medium muss definiert werden. Die neue Welt der Arbeit bringt uns viele neue Möglichkeiten, viele Optionen um schneller und effizienter zu werden. Die neue Welt der Arbeit verlangt aber auch nach klaren Regeln, um besagten Effizienzgewinn zu heben und die gesteigerte Komplexität der vielen Informationen und neuen Kommunikationskanäle ein wenig zu lichten. Manche dieser Regeln verschmelzen implizit mit der jeweiligen Unternehmenskultur, manche andere wollen besser explizit ausgesprochen und im Unternehmen als Spielregeln festgemacht werden.

Am 25. Februar ist das „Buch New World of Work – Warum kein Stein auf dem anderen bleibt“, von Michael Bartz und Thomas Schmutzer im Lindeverlag und Verlag Handelsblatt/Wirtschaftswoche erschienen.

Der Artikel im Standard:

http://derstandard.at/1395364819145/Geschwindigkeit-trifft-Information

Blog “Neues Arbeiten” von Thomas Schmutzer:

http://www.thomasschmutzer.com/

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Ein Artikel von Anne Schüller

Die Hochzeit zwischen dem Social Web und dem mobilen Internet hat uns mit Höchstgeschwindigkeit in die Web-3.0 Welt katapultiert.

Ihr vielleicht wichtigstes Plus: eine digitale Informationsschicht, die sich per Fingerwisch über unsere Offline-Landschaften legt.

Diese neue Konstellation hat das Kräfteverhältnis zwischen Anbietern und Nachfragern endgültig auf den Kopf gestellt.

Denn das Internet spielt den „kleinen Leuten“ zu. Es begünstigt „die vielen“. Es verachtet Zentralisierung. Und es liebt Kollaboration.

Völlig verstaubt: klassische Unternehmensorganisationen

Doch während sich draußen unumkehrbar alles verändert, sehen die Organisationsschaubilder der Unternehmen noch immer aus wie anno dazumal. Sie verdeutlichen – vielleicht mehr als alles andere – die wahre, fossile Gesinnung: Der Chef thront ganz oben, darunter, in Kästchen eingesperrt, seine brave Gefolgsmannschaft.

Die Mitarbeiter kommen in solchen Organigrammen nicht einmal vor. Sie werden wie Fußvolk verwaltet und in Abteilungsschubladen organisiert. Ja, und die Kommunikation zu den Kunden läuft über Kanäle. Doch Werbekanäle sind nichts als das externe Gegenstück interner Silos und veralteter Topdown-Hierarchien: unvernetzt nebeneinander her agierend. Denn ein Kanal dient der Datenübermittlung von einem Sender zu einem Empfänger.

Die Welt der Kunden: eine kunterbunte Mixed Reality

Die Welt der Kunden zeigt ein völlig anderes Bild: Sie schwirren in Outernet- und Internet-Sphären um Unternehmensgebilde herum, die wie Netzwerke agieren (sollten). Sie kaufen an Touchpoints nach Gusto mal offline, mal online. Und bei der Entscheidungsfindung lassen sie sich vor allem von Ihresgleichen leiten.

Von unersättlichen Konsumenten wandeln sie sich zu verantwortungsvollen Weltenbürgern. Manche sind schon „Sharer“ und „Maker“ geworden, das heißt, sie kaufen nicht neu, sondern sie teilen sich das, was sie brauchen, mit Dritten. Oder sie produzieren es selbst.

Die meist webbasierte „Share-Economy“ wird das ohnehin dürftiger werdende Wachstum auf ganz neue Weise bedrohen. Und der Selbermachen-Trend, der durch die aufkommenden 3D-Drucker begünstigt wird, wird völlig neue Geschäftsmodelle kreieren. Es ist also höchste Zeit für einen neuen Typus von Organisation. Ich nenne es das Touchpoint-Unternehmen. In meinem neuen Buch wird es ausführlich beschrieben.

Jeder Mitarbeiter ist heute ein Pressesprecher

Niemals zuvor waren die Kunden einem Unternehmen so nahe wie heute. Denn über die sozialen Medien kann heute jeder Externe praktisch mit jedem Mitarbeiter direkt in Verbindung treten, ganz egal, in welcher Abteilung der sitzt, und egal auch, ob das dem Management passt oder nicht.

Früher wurde das, was die Öffentlichkeit über ein Unternehmen erfahren sollte, über sorgsam formulierte Pressemitteilungen und gut geschulte Vorstandssprecher geschönt und gesteuert. Was sich hinter den Firmenfassaden aber tatsächlich begab, gelangte nur vereinzelt nach draußen: Wenn jemand in seinem Umfeld von einem Vorfall erzählte, oder wenn es zu den Medien drang.

Heute sieht das völlig anders aus: Die Mitarbeiter berichten über Interna im Web. Sie sind zu Botschaftern ihrer Arbeitgeber geworden. Und die Unternehmen haben keinerlei Kontrolle darüber, was sie dem Cyberspace alles anvertrauen. Die Zahl der Kontaktpunkte zwischen drinnen und draußen ist explosionsartig gestiegen. Und sie ist unüberschaubar geworden. Beides ist Risiko und Chance zugleich.

Mitarbeiterführung ist nun öffentlich – und umsatzrelevant

Wer Mitarbeiter führt, behandle diese besser gut und halte ethische Werte ein, denn im Internet kommt es irgendwann raus. Vorbildliches wird dort vergnüglich gefeiert und Gutes kräftig gelobt, Übles hingegen herbe bestraft. Wer lügt und betrügt, wer seine Leute wie ein Berserker behandelt oder sich eigennützig Vorteile verschafft, wird geteert und gefedert und dann an den Online-Pranger gestellt. Das lesen dann nicht nur Kollegen, nein, die gesamte Öffentlichkeit liest das auch.

Schon längst wird das zweifelhafte Innenleben eines Anbieters durch kollektive Nichtkäufe bestraft. Und die besten Bewerber kehren reputationsschwachen Firmen den Rücken, noch ehe es zu einer ersten Annäherung kommt. Denn bevor man hört, was ein Unternehmen selbst über sich sagt, lauscht man denen, die aus erster Hand berichten.

Quelle: http://blog.anneschueller.de/wie-unternehmen-die-web-3-0-zukunft-erreichen-teil-3-zu-einer-lovemark-werden-als-marke-und-als-arbeitgeber/

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Büro von Red Frog Design in Chicago. Gesehen auf: http://officesnapshots.com/2014/04/01/inside-red-frog-events-chicago-offices/

Warum ein Buch…

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Ein Interview mit Personalberaterseitenblicke:

Wieso ein Buch mit dem Titel “New World of Work” – Arbeiten wir nicht alle schon?

Kaum ein Unternehmen kann sich den veränderten Bedingungen unserer Arbeitswelt entziehen.  Viele Unternehmen beginnen auch, sich dieses Themas proaktiv anzunehmen, oftmals mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Stoßrichtungen. Das Ziel unseres Buches ist  Bewusstsein für den Arbeitsplatz der Zukunft – der eigentlich mehr und mehr zum Arbeitsplatz der Gegenwart wird – zu schaffen. Wir wollen Leute inspirieren diese Veränderungen als Chancen greifbar zu machen. „New World of Work – Warum kein Stein auf dem anderen bleibt“  versteht sich als Impuls und gibt einen Überblick über die wesentlichen Themenfelder der neuen Welt der Arbeit.

Der Grundgedanke des Buches besteht darin, ein Sachbuch in die Form eines Romans zu bringen. So können aus der Perspektive einer fiktiven Managerin  in einzelnen Situationen und Gesprächen diese Veränderungen erlebt und mit ihr gemeinsam ein Lösungsansatz entwickelt werden.

Handlungsempfehlungen und Denkanstöße zeigen, auf welche Aspekte besonders geachtet werden sollte. Die Idee besteht darin, Erkenntnisse aus der Wirtschaft mit solchen der Wissenschaft und Forschung zu verbinden. Der Leser profitiert somit von wirtschaftlicher Praxiserfahrung, die mit Facts und Findings aus der Wissenschaft zusätzlich aufgewertet und durch Experteninterviews bestätigt wird

Was ist die “New World of Work” und was wird sich verändern?

Unsere Arbeitswelten verändern sich derzeit grundlegend. Ein wesentlicher Treiber dahinter sind neue Informationstechnologien, die Kommunikation und Zusammenarbeit auf Distanz so einfach und kostengünstig, wie noch nie, ermöglichen.  Dank dieser Technologien breiten sich vor allem zeitlich und räumlich flexible Arbeitsweisen aus. Immer mehr Menschen haben die Möglichkeit, außerhalb des Firmenbüros mobil zu arbeiten, z.B. im Home Office, und sich auch zeitlich selbständiger einzuteilen. Dies allein zieht viele Änderungen nach sich: Die Aufgaben und die Gestaltung von Firmenbüros verändern sich in Folge flexiblerer Arbeitsformen; Führungskonzepte müssen neu überdacht werden. Es bleibt fast kein Stein auf dem anderen.  Die Vorteile, die durch neue Arbeitsweisen für die Unternehmen und ihre MitarbeiterInnen erzielt werden, sind jedoch enorm. Deshalb setzt eine zunehmende Zahl von Firmen auf die „New World of Work“. Vorreiter in Österreich sind Technologieunternehmen wie Microsoft, IBM, HP, Fujitsu und Ricoh. Diese Unternehmen und ihre Arbeitsmodelle stoßen auf großes Interesse in der Öffentlichkeit. So wurde vor zwei Jahren die Gestaltung des neuen Microsoft Büros in Wien den Erfordernissen der neuen Arbeitswelten angepasst. Seitdem sind über 9.000 Besucher zu verzeichnen, die sich im Rahmen einer sogenannten Office Tour über das neue Arbeiten in diesem Betrieb informiert haben.  Die neuen Arbeitswelten sind jedoch ein industrieübergreifendes Thema. Insbesondere im Bankensektor arbeiten derzeit drei führende österreichische Bankunternehmen an der Einführung neuer Arbeitsformen. Ein Beispiel ist die Bank Austria, die eine schrittweise Weiterentwicklung der internen Arbeitsweisen gestartet hat. Der CEO Willibald Cernko dazu: „Unsere Bank setzt auf neue zeitgerechte Betreuungsmodelle für unsere Kunden unter Nutzung modernster Technologien. Das wird sich auch in den internen Arbeitsweisen widerspiegeln“.  Wegweisend ist auch die New World of Work Initiative der AKNÖ. Mit der neuen Zentrale in St. Pölten halten auch Schritt für Schritt neue Arbeitsformen Einzug. AKNÖ-Direktor Mag. Helmut Guth dazu: "Es ist wichtig, die Potentiale neuer Arbeitsweisen und die Bedürfnisse der ArbeitnehmerInnen, diese zu nutzen, in der eigenen Kammerorganisation Schritt für Schritt zu erkunden. Über die eigene Erfahrung in unserer Organisation bauen wir zusätzliche Beratungskompetenzen zum Thema Neue Arbeitswelten auf“.  Erfahrungswerte sind wichtig. Insgesamt kann davon ausgegangen werden, dass in Österreich ca. 12% der Unternehmen heute auf flexiblere mobile Arbeitsweisen setzen. In Großbritannien sind es bereits 50% der Unternehmen. Es ist anzunehmen, dass auch die Zahl der New World of Work Unternehmen in Österreich weiter wächst.

Können wir uns überhaupt dorthin verändern bzw. was passiert mit denen, die es nicht schaffen sich anzupassen? (Betrifft es alle Branchen?)

Unternehmen sind derzeit am Scheideweg. Es gibt die Geschäftsführung und Vorstände, die bereits erkannt haben, dass sich der Entwicklungstrend nicht aussitzen lässt. Diese Unternehmen greifen die New World of Work Trends proaktiv auf, entwickeln daraus ein strategisches Momentum für die eigene Organisation und generieren daraus klare betriebswirtschaftliche Vorteile. Die Forschung am New World of Work Forschungszentrum an der IMC FH Krems hat in den letzten Jahren gezeigt, dass sich die Einführung neuer innovativer Arbeitsformen rechnet; neue innovative Arbeitsweisen führen zu erheblichen Kosten- und Produktivitätsvorteilen im ein- und zweistelligen Bereich. Es zeigt sich auch, dass Unternehmen aller Branchen auf neue Arbeitsformen setzen. Pioniere waren vor 15 Jahren Unternehmen der IT-Industrie. Inzwischen finden sich Beispiele in allen Industriesektoren inklusive sehr traditioneller Industrien, wie z.B. der holzverarbeitenden Industrie.

Vorstände und Geschäftsführungen anderer Unternehmen versuchen hingegen den Trend noch auszusitzen. Das bekommt diese Gruppe der Unternehmen leider schon deutlich zu spüren. Denn es besteht beispielsweise ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Arbeitgeberattraktivität und der Einführung neuer innovativer Arbeitsformen. In der jährlichen New World of Work Studie der IMC FH Krems und der HMP Beratungs GmbH zeigte sich, dass bereits für 76% der Befragten mobiles Arbeiten ein Auswahlkriterium für den nächsten Arbeitgeber ist.  Und 51% der Befragten halten die Einführung flexibler Arbeitsweisen für mindestens genau so wichtig oder sogar für wichtiger als eine nächste Gehaltserhöhung. Das zeigt den Stellenwert neuer innovativer Arbeitsformen als Stellschraube für die Arbeitgeberattraktivität. Angesichts weiter wachsenden Fachkräftemangels fällt es dieser Gruppe von Unternehmen zunehmend schwerer, die richtigen MitarbeiterInnen zu gewinnen oder zu halten. Als Vorstand oder Geschäftsführung ist es deswegen wichtig, sich zumindest mit dem Thema auseinanderzusetzen und zu analysieren, welche der New World of Work Entwicklungen sich für das eigene Unternehmen schrittweise und wohl dosiert nutzen lassen.

Welchen Tipp geben Sie Unternehmen und Mitarbeitern – was sollen Sie tun, um Ihr Leistungsniveau zu halten oder zu verbessern?

Die Herausforderungen für das Unternehmen der nächsten Generation können nur interdisziplinär gelöst werden. Daher gestalten sie als Unternehmen gemeinsam bereichsübergreifend die Vision der New World of Work ihres Unternehmens und definieren sie alle notwendigen Massnahmen gemäss den Dimensionen People, Place und Technology. Das heisst, die Veränderungen müssen intergriert angegangen werden. Kein Bereich im Unternehmen kann und soll das Thema allein angehen.  Es braucht den runden Tisch für eine erfolgreiche Unternehmenstransformation in Richtung New World of Work.

Am 25. Februar 2014 ist das Buch „New World of Work. Warum kein Stein auf dem anderen bleibt“ im Lindeverlag und Verlag Handelsblatt/Wirtschaftswoche erschienen. Die Autoren betreiben auch zwei Blogs zum Thema „New  World of Work“.

Quelle: http://www.personalberaterseitenblicke.at/2014/04/warum-new-world-of-work-wir-haben-die-autoren-befragt.html

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