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Ein Artikel auf heise.de weist auf eine weitere Studie hin, die zeigt, wie wichtig ArbeitnehmerInnen flexibles Arbeiten nehmen. Vielen Dank an Wolfgang Keck für den Hinweis:

“Studie: Unternehmen sind für zukünftige Arbeitsformen schlecht gerüstet.

Eine Studie von Oxford Economics zeigt, dass Unternehmen sich zu wenig mit der Transformation von Erwerbsarbeit beschäftigen würden. Es mangele ihnen an Strategien, mit denen sie ihre Belegschaften künftig effizient einsetzen können.

Die globalisierte Arbeitswelt stellt viele Unternehmen vor große Herausforderungen: Es arbeiten mehrere Generationen über Kontinentgrenzen hinweg zusammen, jeder mit unterschiedlichen Fertigkeiten und Ausbildungen, Erfahrungen und kulturellem Hintergrund. Und künftig dürften die meisten Beschäftigten Freiberufler und langfristig gebundene Auftragnehmer sein. Zwar sieht die global angelegte Studie Workforce 2020 von Oxford Economics und SAP in der flexibilisierten Arbeitswelt grundsätzlich große Chancen für die Unternehmen. Allerdings könnten die meisten daraus kein Kapital schlagen – es fehle ihnen an Strategien, hauseigener Kultur und konkreten Vorstellungen, wie sie ihre mobilen Arbeitskräfte künftig richtig einsetzen wollen. Das gelte laut der Untersuchung für immerhin zwei Drittel der Befragten. Oxford Economics hat dazu über 5400 Angestellte und 29 Führungskräfte in 27 Ländern interviewt.

Für zwei Drittel spielt die Entlohnung in ihren zahlreichen Facetten die wichtigste Rolle – und zwar mit großem Abstand. Renten, flexibles Arbeiten und Freizeit schätzen die Betroffenen also als erheblich wichtiger ein als Annehmlichkeiten wie Fitness Center, Kinderbetreuung und bezuschusstes Essen. Die größte Sorge: Nicht mit den neuen Technologien klarzukommen und sich damit selbst aus dem Rennen zu nehmen. Arbeitslosigkeit wird hingegen nur als halb so schlimm empfunden.
Nur wenige Unternehmen unterstützen ihre Mitarbeiter in dieser Hinsicht angemessen. Speziell mit der sogenannten Generation Y (zwischen 1980 und 2000 Geborene) kommen die Firmen schlecht klar, da die Vorstellungen der "Millennials" von Arbeit und Leben sich deutlich von denen früherer Generationen unterscheiden. Die Arbeitnehmer bemängeln vor allem mangelnde Weiterbildungsmöglichkeiten und schlechte Karrierechancen. Letzteres Problem verschärft sich durch die Tatsache, dass künftig immer mehr Tätigkeiten als Dienstleistung eingekauft werden dürften. Das heißt: Mehr Zeitarbeiter, mehr externe Berater und mehr Dienste von Crowd-Sourcing-Plattformen wie Amazons Mechanical Turk, wo die Mitwirkenden laut IG Metall einen mickrigen durchschnittlichen Stundenlohn von 1,25 US-Dollar bekommen. 83 Prozent der Führungskräfte geben an, dass sie zunehmend Gebrauch von derartigen Angeboten machen wollen. Tarifliche Bezahlungen und verlässliche Beschäftigungsverhältnisse geraten dadurch gehörig unter Druck. (jd)”

Quelle Text: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Studie-Unternehmen-sind-fuer-zukuenftige-Arbeitsformen-schlecht-geruestet-2391077.html?wt_mc=nl.wirtschaft

Quelle Bild: http://www.menshealth.de/health/stress-gehirn-psyche/flexibles-arbeiten-ist-gesund.204276.htm

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Interview von Wolfgang Zechner mit Michael Bartz. Erschienen in modernoffices:

“Das Büro ist überall, Flexibilität und Mobilität werden starre Arbeitsverhältnisse mittelfristig ablösen, sagt Der Wirtschaftsprofessor Michael Bartz. Der Wirtschaftsprofessor Michael Bartz erforscht seit Jahren die Zukunft des Arbeitens und begleitet Unternehmen bei Change-Prozessen. An der Fachhochschule Krems leitet er das Forschungsprojekt „New World Of Work“.

Seine These: Das Büro ist überall, Flexibilität und Mobilität werden starre Arbeitsverhältnisse mittelfristig ablösen.

Sie leiten in Krems das Forschungsprojekt „New World of Work“. Was genau muss man man sich unter diesem Begriff vorstellen?

Die Neue Arbeitswelt hat viele Facetten. Zwei wichtige Aspekte sind die zeitliche und die räumliche Flexibilität. Mobiles Arbeiten und Arbeitszeiten, die auf individuelle Bedürfnisse abgestimmt sind, gehören in die Zukunft. Menschen verfügen heutzutage über die technischen Möglichkeiten, von überall aus zu arbeiten. Das Gute daran ist: Wenn ich mobil arbeiten will, kann ich das, muss es aber nicht. Ich kann trotzdem jeden Tag ins Büro gehen.

Welche Auswirkung hat die Flexibilisierung auf die Beschäftigungsverhältnisse?

Die Vollzeitbeschäftigung geht zurück und wird durch alternative Beschäftigungsmodelle wie Zeitarbeit oder Teilzeit ersetzt. Gerade Menschen, die man der Digital Natives-Generation zurechnet, sind aus Gründen der Selbstverwirklichung immer weniger dazu bereit, 40 Stunden pro Woche für ein Unternehmen zu arbeiten.
Manche werken 20 Stunden für eine Firma, verdienen nebenbei Geld als Freelancer und entwickeln obendrein mit Freunden ein Startup.

Verändern diese neuen Arbeitsrealitäten auch Unternehmen?

Die Organisation von Unternehmen verändert sich. Früher waren Firmen meist hierarchisch strukturiert. Heute handeln Unternehmen eher projektorientiert. Und ihre Struktur zeigt das auch. Dazu kommt, dass bereits 70 Prozent aller Unternehmen einzelne Bereiche outsourcen. Auch schließen sich vor allem kleinere Firmen zu Clustern zusammen, um am globalisierten Markt gemeinsam zu bestehen. Österreich hat hier eine Vorreiterrolle übernommen. Man denke etwa an den Autocluster in der Steiermark.

Kommen wir zum physischen Büro. Was unterscheidet das moderne vom traditionellen Büro?

Die alte Bürowelt funktionierte als Behausung für Schreibtische. In der neuen Arbeitswelt ist das Büro eine soziale Plattform. Es dominieren Meetingräume und „Social Areas“ wie Cafeterias. Menschen kommen heutzutage vor allem ins Büro, um mit anderen Menschen zu interagieren.

Was bringt Unternehmen die Umstellung auf neue Arbeitsmodelle?

Wir bieten Unternehmen eine wissenschaftliche Begleitung bei diesem Prozess und messen auch die Veränderungen. Die Mitarbeitermotivation steigt um bis zu 15 Prozent. Die Produktivität nimmt um 5 bis 10 Prozent zu.

Welche Praxistipps geben Sie Unternehmen, die diese „New World of Work“ in Ihrem Unternehmen umsetzen wollen?

Den ersten Schritt nenne ich „Envisioning“. Das heißt: Die Unternehmensführung überlegt sich, was sie mit der Umstellung der Arbeitsbedingungen eigentlich erreichen will. Wenn ich das Unternehmen berate, gehe ich daher mit den Vorständen meist eineinhalb Tage lang in Klausur. Dort entwickeln wir dann gemeinsam ein Zielbild.

In einem zweiten Schritt erstellen wir eine Transformations-Landkarte. Das bedeutet, dass die unterschiedlichen Geschwindigkeiten für den Change-Prozess festgelegt werden. Dann beginnt der dritte Schritt – die Detailarbeit. Man muss sich etwa fragen: Welche Unternehmensbereiche sollen künftig wie mobil und wie flexibel arbeiten?

Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Das Team am Empfang wird weniger mobil arbeiten als die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Marketing-Abteilung. In einem vierten Schritt werden die Spielregeln, die sogenannten „Rules Of Engagement“ festgelegt und niedergeschrieben. Und der fünfte Schritt ist dann der Roll Out.

Wichtig ist: Alle Veränderungen müssen so implementiert werden, dass sie messbar sind. Und am Ende des Prozesses müssen die Ergebnisse evaluiert und ausgewertet werden. Während der gesamten Umstellungsphase ist es übrigens wichtig, dass auch Fehler passieren. Denn daraus können wertvolle Rückschlüsse gezogen werden. Eine neue Fehlerkultur ist für den Prozess entscheidend.”

Quelle : http://www.modernoffices.at/einrichtung-arbeiten/das-moderne-buero-ist-eine-soziale-plattform

Zu modernoffices: http://www.modernoffices.at

eEtiquette bei der Arbeit

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Seit den 70er Jahren gibt es intensive Forschung zum Verhaltensweisen und –normen am Arbeitsplatz. Durch die Flexibilisierung und Digitalisierung der Arbeitsplätze in grosser Menge in den letzten 10 Jahren, bilden sich auch massiv neue Verhaltensformen und Verhaltensregeln heraus. Ein Artikel von Bettine Dobe in Computerwelt beschreibt einige dieser Verhaltensformen und gibt Empfehlungen:

“Während des Meetings E-Mails und SMS schreiben? Vom Home Office aus im Schlafanzug am Conference Call teilnehmen? Wie benimmt man sich in der digitalen Arbeitswelt richtig?

Damen wird die Tür aufgehalten, mit vollem Munde spricht man nicht, und wer niest, entschuldigt sich: Für die analoge Welt haben wir jede Menge Regeln, die das Zusammenleben lenken. Das digitale Zeitalter ist aber zu rasch über uns hereingebrochen, als dass die Gesellschaft schon digitale Knigge-Regeln hätte entwickeln können. Viele Fragen bleiben unbeantwortet: Ist es zum Beispiel in Ordnung, in einem Meeting kurz eine Email zu beantworten? Wie verhält man sich richtig in einer Videokonferenz? Und wie sollte man Emails schreiben, ohne dem anderen auf den Schlips zu treten?

Diese Fragen hat sich auch ein Team der Telekom gestellt und dazu die Studie "eEtiquette@work – Empfehlungen für die Zusammenarbeit in der digitalen Welt" durchgeführt. Gemeinsam mit Wissenschaftlern, Powernutzern und der Deutschen Knigge Gesellschaft erarbeiteten sie neue "Benimmregeln" für die digitale Zusammenarbeit. "Das sind aber keinesfalls feste Regeln, die jeder einhalten muss", sagt Julia Leihener, Projektleiterin der Telekom und Verantwortliche im Bereich nutzerorientierte Forschung und Innovation. Sie betrachtet die Empfehlungen eher als Vorschläge dafür, wie man digital besser miteinander umgehen kann.

Das Thema brennt vielen auf den Nägeln: Auf der Website eetiquette.de/ diskutierten Nutzer fleißig darüber, wie man sich zum Beispiel auf Facebook verhalten und ob man sein Date googeln sollte. Mehr als 150 Empfehlungen sind dort nachzulesen, einige stellen wir hier vor.

SMARTPHONE WEG, PROJEKTARBEIT!

Aus zähen Meetings ist vielen die Situation bekannt: Alle starren auf ihr Smartphone oder das Laptop, nur nicht auf den, der gerade seine Ergebnisse präsentiert. Das ist weder höflich, noch kommunikativ. Schuld daran ist nicht nur eine oft langweilige Präsentation (und falsche Meetingteilnehmer), sondern auch eine kaum noch zu bewältigende Arbeitslast. "Man muss mit den Email-Bergen klarkommen – und nutzt eben jede Minute dafür, sie abzubauen", sagt Leihener. Sie rät dazu, in Treffen und Präsentationen nicht auf Smartphone, Laptop und Co. zu blicken.

Leihener plädiert gegen die Wand aus Laptops im Meetingraum und bemüht eine Analogie, um Chefs davon zu überzeugen, dass nur der Präsentierende einen PC braucht. "Stellen Sie sich vor, alle würden nur noch in Autos mit getönten Scheiben sitzen. Das wäre doch furchtbar", sagt sie. Ein sinnvoller Austausch kann im Meeting nicht stattfinden, wenn alle versuchen, mit Multi-Tasking Emails zu beantworten und gleichzeitig der Präsentation zu folgen. Für das nächste Treffen: Laptops weg und zuhören. Das kann die Meetingzeit verkürzen, verhindert Nacharbeit und macht das Treffen an sich deutlich produktiver.

SMARTPHONE-PAUSEN FÜR SÜCHTIGE

Nicht nur das Laptop oder Tablet sind ein Problem während eines Meetings: Wie überzeugt ein Chef seine Mitarbeiter davon, ihr Handy in der Hosentasche zu lassen? Das kann mit einem einfachen Trick gelingen. "Man kann eine feste Smartphone-Pause im Meeting einplanen", schlägt Leihener vor. Sie selbst hat das in Treffen bereits ausprobiert und festgestellt, dass die Teilnehmer konzentrierter bei der Sache seien, wenn sie wüssten, dass sie bald genügend Zeit für das Beantworten von Emails hätten. "Die Smartphone-Pause hat die Raucherpause ersetzt", lacht sie.

Aber ein Internet-Verbot während eines Treffens möchte sie keinesfalls aussprechen. Komplett ohne Smartphone, Teablet und Co. ins Meeting zu kommen, ist ohnehin unrealistisch und unpraktisch. "Wer einen Termin ausmachen will, schaut oft auf seinen digitalen Kalender. Dafür braucht man sein Smartphone", sagt sie.

ES GIBT KEINE INFORMATIONSFLUT

Dass Emails an sich ein Problem sein können, darüber jammern viele Wissensarbeiter. Doch wie dem Ganzen Herr werden? Echte Strategien gegen die Email-Flut haben nur wenige Unternehmen. Doch auch dafür hat Leihener mit ihrem Team eine Gegenstrategie entwickelt. "Viele Menschen stellen zum Beispiel ihre Email-Programme nicht optimal auf die eigenen Bedürfnisse ein", sagt Leihener. Der eine kann das Ping einer neuen Email gut ignorieren und konzentriert weiter arbeiten, den anderen stört es aber kolossal. Insgesamt trägt die Standardeinstellung dazu bei, dass Emails die meisten Berufstätigen eher nerven. "Es gibt so viele Software-Einstellungen, die sinnvoll sind – nur nutzt sie kaum jemand", sagt Leihener. Regel Nummer 23 der eEtiquette lautet nicht von ungefähr: "Es gibt keine Informationsflut, nur schlechte Filter."

Zu den Filtern gehört auch der Ausknopf. "Man muss lernen, dass Smartphone ab oder auf Flugmodus zu schalten – sonst ist man Sklave des Mediums", sagt Julia Leihener. Die "Digitalen Öffnungszeiten" dürften nicht rund um die Uhr sein, rät sie. Ständig verfügbar zu sein, tut auf Dauer nicht gut. Nur sei es wichtig, diese Auszeiten den Teammitgliedern gut zu kommunizieren. Wer beispielsweise Ruhe braucht, um einen Text zu schreiben, sollte das deutlich machen. "Gut wären Räume, in denen man zum Beispiel keinen Empfang hat und in denen man sich ganz bewusst eine Auszeit setzen kann", schlägt Leihener vor.

FLEXIBILITÄT IST NICHT GLEICH UNZUVERLÄSSIGKEIT

Die zunehmende Flexibilisierung der Arbeitswelt erfordert ohnehin Auszeiten aller Art. Zwar bedeuten Home Office, Tele- und Teilzeitarbeit, dass viele Menschen von unterwegs oder zu ungewöhnlichen Zeiten arbeiten. Doch das heißt nicht, dass jeder jederzeit verfügbar ist. "Man muss sich schon an vereinbarte Zeiten halten und nicht willkürlich fünf Minuten vorher das Meeting absagen", sagt Leihener. Flexibilität ist nicht mit Unzuverlässigkeit gleichzusetzen. Wer gut digital zusammenarbeiten will, sollte die Knigge-Regeln aus dem echten Leben nicht vergessen. Wenn es beim Face-To-Face-Meeting unhöflich ist, 20 Minuten zu spät zu kommen, warum sollte es beim virtuellen Meeting anders sein?

VIRTUELLE KONFERENZEN

Auch in Video- oder Conference-Calls kann man sich digital daneben benehmen. "Checke vorher deine Wanddekoration", lautet zum Beispiel Tipp Nummer 28 zu Videokonferenzen. Urlaubsbilder und zusammengeknüllte Wäsche will kein Kollege sehen. Ein gezielter Einsatz der Stumm-Funktion während einer Telko vermeidet weitere Peinlichkeiten: Wer von unterwegs an einer Konferenz teilnimmt, kann seine Mithörer mit Motorengeräuschen, Zugdurchsagen oder Essgeräuschen stören.

Welche Blüten die Flexibilität der Arbeitswelt treibt, beschreibt eine Studienteilnehmerin, die dank der Mute-Funktion während einer langen Telefonkonferenz duscht. Wer sich nicht lautlos stellen kann, weil er tatsächlich etwas wichtiges zu sagen hat, sollte dies auch den anderen Mitbewohnern in Haus, Wohnung oder WG sagen – sonst hört das gesamte Team, wie der DJ-Mitbewohner sein Set für den Abend mischt.

DRESSCODE AUCH IM HOME OFFICE

Eine weitere wichtige Regel für das neue Arbeiten in der digitalen Welt: Leihener rät dazu, sich auch im Home Office ordentlich anzuziehen. Es muss ja nicht gleich der Anzug mit Krawatte sein, aber falls auf einmal ein Video-Chat ansteht, sollte man präsentabel sein. "Außerdem ist man einfach konzentrierter, wenn man sich richtig angezogen hat", sagt Leihener.

"Beim Home Office hat der Tag einfach weniger Struktur, deshalb ist es mir schon mal passiert, dass ich den ganzen Tag im Schlafanzug am Laptop gesessen habe. Man bekommt dann nicht so schnell die Kurve, auch andere Dinge zu erledigen", beschreibt ein Studienteilnehmer seinen Pyjama-Arbeitstag. Geduscht und angezogen erledigen sich die Dinge fast schon von allein.

REDET DARÜBER!

Die neuen Möglichkeiten der Kommunikation erfordern übrigens genau das: Man sollte darüber reden, wie man miteinander kommunizieren möchte. Jeder arbeitet mit anderen Kommunikationsmitteln unterschiedlich gut. Der eine zieht Emails vor, der andere ein rasches Telefonat. "Am besten spricht man sich mit seinen Teamkollegen ab, wie man am liebsten kommuniziert", rät Leihener.

Wie ausgefeilt und weit gereift digitale Technik heute auch sein mag – persönliche Treffen ersetzen eine Email oder ein Online-Chat nicht. "Virtuelle Teams sollten sich vor Arbeitsbeginn auf jeden Fall treffen – wer seinen Kollegen kennt, arbeitet produktiver", sagt Leihener. Und übrigens: "Die besten und kreativsten Ideen kommen oft in der Kaffeepause zustande oder wenn man sich zufällig begegnet", fügt Leihener hinzu. Das geht natürlich nur, wenn man auch im Büro anwesend ist.

Überhaupt werde oft die Menschlichkeit vergessen: Wer am Telefon lächelt, kann gleich bei seinem Gesprächspartner punkten. "Dein Gegenüber ist wichtiger als dein Tweet", lautet darum Regel Nummer 2 und Regel Nummer 9: "Am Ende der Leitung sitzt immer ein Mensch."”

Quelle Text: http://www.computerwelt.at/news/karriere/arbeitsplatz/detail/artikel/105935-eetiquette-bei-der-arbeit-so-geht-digitale-hoeflichkeit/

Quelle Bild:
http://www.fem.com/lifestyle/artikel/benimmregeln-eetiquette-hoeflichkeit-2.0

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So der Tenor eines aktuellen Artikels im Spiegel, der mich sehr bewegt hat. Liegt hier ein Megatrend vor? Mir fehlen die Daten, um das beurteilen zu können. Gefühlt und wahrgenommen in meinen Netzwerken, könnte der Punkt valide sein. Anja Tiedge rollt das Thema in ihrem Artikel sehr polarisierend und bewegend auf: http://www.spiegel.de/karriere/ausland/escape-the-city-londoner-berater-vermitteln-konzernaussteigern-jobs-a-990673.html

Danke an Marcus Izmir für den Hinweis – you made my day. Denn der Artikel motiviert zum weiteren Nachdenken und Reflektieren. – Bildquelle: http://www.spiegel.de/fotostrecke/escape-the-city-londoner-berater-vermitteln-konzernaussteigern-jobs-fotostrecke-118763.html

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Gastbeitrag von Oliver Jungklaus

Interessieren Sie sich für das Smarter Working? Erledigen Sie oder Ihre Mitarbeiter Aufgaben außerhalb des Büros – und haben Sie das unternehmerische und technische Know-How um das Beste aus ihnen herauszuholen?

Im Smarter Working Manifest sprechen Philip Vanhoutte und Guy Clapperton mit Experten, Anwendern, Führungskräften sowie Akademikern und empfehlen bewährte Praktiken, um mehr Geld dank glücklicheren Mitarbeitern zu verdienen.

Mitarbeiter können Verantwortung für ihren eigenen Arbeitsplatz übernehmen, nach ihrem eigenen Zeitplan arbeiten und das Unternehmen kann davon profitieren.

In diesem Buch erfahren Sie:

• Warum wir arbeiten, wo wir arbeiten – und warum derzeit ein Wandel stattfindet

• Wie Sie Ihren Arbeitsplatz beurteilen und verbessern

• Wie Sie das Beste aus mobilen Mitarbeitern herausholen

• Wie Sie ein virtuelles Team bilden

• Wie Sie Ihr Unternehmen profitabler und smarter gestalten

Die Autoren bringen Erfahrungen aus dem internationalen Umfeld ein, um ein Standardwerk für den idealen Arbeitsplatz (innerhalb oder außerhalb des Unternehmens) zu erschaffen.

Das Buch wird von Philipp Vanhoute am 16. September auf einer Fachtagung des Fraunhofer IAO vorgestellt: http://pages.plantronics.com/Fraunhofer_Event.html

Derzeit ist das Buch als Papierversion auf Amazon erhältlich. Kindle-Version folgt:

http://www.amazon.de/Das-Smarter-Working-Manifest-arbeiten/dp/3981391497/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1410416074&sr=8-2&keywords=philip+vanhoutte

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Artikel von Gastautorin Karen Bartz

Unser technologiegesteuertes und geschäftiges Arbeitsleben produziert immer mehr eine irrsinnige, nicht zu bewältigende Aktivität. Wir versuchen mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen und sind ständig dabei, etwas zu tun. Diese dauernde Belastung, verbunden mit Leistungsdruck und Zeitmangel, sorgt für Überforderung und Stress. Sie bringt unsere innere Ruhe und Gelassenheit mächtig ins Schwanken und löst verschiedene Emotionen, wie Angst, Wut, Hilflosigkeit, … aus. Und dies macht uns wiederum Stress. Ein ewiger Teufelskreis!

Dieses Hamsterrad belastet unseren Körper enorm. Es schwächt die körpereigenen Abwehr- und Selbstheilungskräfte und dauerhaft führt der chronische Stress zu psychosomatischen Erkrankungen. Die stetige Zunahme der „Burn Outs“ zeigt auf besorgniserregende Weise, das dies schon lange kein Einzelphänomen mehr ist. Unsere gesamte „moderne Arbeitskultur“ krankt. Sie hat sich zu einer Welt voller problembehafteten, unter Entfremdung leidenden Individuen entwickelt, die sich mit Hilfe moderner Technologien an ein hohes Maß reizgebundener Aufmerksamkeit gewöhnt haben und von einer Aktivität zur nächsten hecheln. Und sie haben die Gelegenheit der zwischenmenschlichen Beziehung verloren, aber vor allem den Raum und Zeit, um durchzuatmen, sich selbst zu reflektieren, einfach nur zu sein …

Der Zustand des Angepasst seins und auf Druck zu reagieren, macht aber nicht nur krank, sondern er ist auch zutiefst unbefriedigend. Vor allem Wissensarbeiter leiden darunter, dass ihre Kreativität und ihre Fähigkeit sich frei entfalten zu können, dadurch erdrückt werden. Der Ausweg aus dem Dilemma ist die Einsicht, dass wir die äußeren Umstände, die Stress verursachen, oft nicht beeinflussen können. Sehr wohl können wir aber unsere Einstellung dazu ändern. Statt auf Automatik und achtlos zu sein, können wir lernen achtsam zu sein und über den Geist zu reflektieren. So werden wir in die Lage versetzt, Entscheidungen zu treffen und Veränderungen möglich zu machen.

Möglichkeiten, Achtsamkeit als eine Form der gesunden Beziehung zu sich selbst zu finden, gibt es viele. Ob Meditation, Gebet, Yoga, Tai-Chi, etc.; – in nahezu allen Kulturen sind Praktiken verankert, die dabei helfen, Bewusstsein für den Moment zu entwickeln und die Aufmerksamkeit zu fokussieren. Uralte Praktiken, die den Ausgleich zwischen Körper, Geist und Seele schaffen und für Balance sorgen, sind der Schlüssel für Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungskraft eines jeden einzelnen Wissensarbeiters.

Ein weiterer Ausweg aus diesem Dilemma können neue Arbeitsformen (New World of Work) sein, denn Arbeitsmodelle, Arbeitsweisen und Arbeitsumfelder von Unternehmen ändern sich grundlegend. Die äußeren Umstände der Neuen Arbeitswelten werden auch in der einen oder anderen Form Stress erzeugen, allerdings übernimmt jeder darin verankerte Wissensarbeiter mehr Verantwortung für sich selbst und die Bereitschaft, zu lernen damit umzugehen, ist eine andere.

Mehr Informationen zu Wissensarbeit und Gesundheit: http://karenbartz.com/category/wellbeing/

Und beim Magazin Report: http://www.report.at/component/easyblog/blogger/listings/5757-kbartz?Itemid=1438

Qualität der Arbeit

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Hinweis von Thomas Schmutzer, HMP Beratungs GmbH:

“Erstmals hat die OECD die Qualität der Arbeit gemessen. Dazu wurden die Einkommenshöhe und -ungleichheit, die Arbeitsplatzsicherheit und die Qualität des Arbeitsumfeldes herangezogen. Österreich schneidet insgesamt bei der Beschäftigungsqualität nur “mittelgut” ab! Es ist Zeit zu handeln!!!!!”

Zum Blog von Thomas Schmutzer: http://thomasschmutzer.com/

Bildquelle und mehr Informationen unter: http://www.news.at/a/oecd-studie-oesterreich-arbeitsplatzqualitaet

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Buchrezension  von Sabine Hockling in der Zeit Online

“Von wegen weichlich und verzogen: Die junge Generation könnte die Arbeitsbedingungen wirklich verändern, stellt Jugendforscher Klaus Hurrelmann in seinem neuen Buch fest.

Darum geht es: Die Generation Y wird derzeit ja sehr gehypt. Wieder beschäftigt sich ein neues Buch mit der Frage, ob die Generation der Berufsanfänger mit ihren konkreten Vorstellungen darüber, wie sie arbeiten möchte, die Arbeitswelt verändern wird. Bekannt ist längst: Die bis zu 30-Jährigen wünschen sich flexible und selbstbestimmte Arbeitszeiten, flache Hierarchien und eine sinnstiftende Tätigkeit. Und die jungen Erwachsenen haben gute Aussichten, ihr Idealbild der Arbeit auch einzufordern, hat diese Generation doch die demographische Macht auf ihrer Seite.

In dem Buch Die heimlichen Revolutionäre – Wie die Generation Y unsere Welt verändert lassen Klaus Hurrelmann, Herausgeber verschiedener Jugendstudien, und der Journalist Erik Albrecht zahlreiche junge Leute zu Wort kommen. Dabei zeigt sich: Die Generation Y trennt nicht kategorisch zwischen Arbeit und Privatleben. Vielmehr geht es ihnen um die Balance zwischen Job und Familie und vor allem darum, in beiden Bereichen Werte und Sinn zu schaffen.

Stellen Unternehmen sich diesem flexiblen Arbeitsbegriff und bieten ihnen dazu das technologische Umfeld, können sie mit hochmotivierten Mitarbeitern rechnen, sind die Autoren überzeugt.

Das war beim Lesen überraschend: Hurrelmann und Albrecht stützen sich in ihrem Buch nicht nur auf Studien und Untersuchungen, sondern lassen diese Generation selbst zu Wort kommen. Und zwar so, dass es nicht nur eingestreute Einzelberichte sind, sondern dass ein authentisches Bild über das Leben, die Hoffnungen und Pläne der Generation Y entsteht.

Verständlichkeit und Sprache: Die heimlichen Revolutionäre ist informativ und gut zu lesen. Mit der Aufteilung des Buches haben es sich die Autoren einfach gemacht. So arbeiten sie sich per Kapitel durch die verschiedenen Aspekte und zeigen, wie und warum sie Bildung und Beruf, Familienleben, Politik sowie Medien und Freizeit verändern.

Minuspunkte: Leider verzichten die Autoren darauf, Unternehmer zu Wort kommen zu lassen. Interessant wäre gewesen, wie Arbeitgeber das Wertesystem und Lebenskonzept dieser Generation mit ihrer Unternehmenskultur vereinbaren (wollen).

Bewertung: Die heimlichen Revolutionäre bietet einen kompakten Blick auf die Generation der heute 15- bis 30-Jährigen. Es räumt auf mit den Klischees, sie seien selbstverliebt und verwöhnt, anspruchsvoll und unbeständig. Und es zeigt, sie suchen stärker als vorherige Generationen nach dem Sinn des Lebens.”

Quelle Text: http://www.zeit.de/karriere/beruf/2014-09/ratgeber-heimliche-revolutionaere

Bild vom Titelblatt des Buches von Klaus Hurrelmann: http://www.amazon.de/Die-heimlichen-Revolution%C3%A4re-Klaus-Hurrelmann-ebook/dp/B00KOE2AQE/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1409926628&sr=8-1&keywords=klaus+hurrelmann#reader_B00KOE2AQE

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Gastbeitrag von Karen Bartz – Terminstress und hektische Tage lassen oft ausgewogene Mahlzeit nicht zu. Deshalb greifen viele gerne zu Snacks und Fertigprodukten. Unsere Supermärkte bieten mittlerweile eine breite Palette davon an. Für die Gesundheitsbewussten werden Müsliriegel, vegetarische Aufstriche, Bio-Knabbereien usw. angeboten. Doch leider enthalten gerade diese scheinbar gesunden Lebensmittel und Knabbereien enorm viele versteckte Fette. Der Konsument hat in seiner neusten Ausgabe 9/2014 verschiedene Lebensmittel untersucht und kommt zu dem überraschenden Ergebnis, dass die gesunden Lebensmittel „mager klingen“, aber trotzdem bis zu 35 g Fett pro Portion enthalten. Somit hat man sich beispielsweise mit einem Salat schon rund die Hälfte der empfohlenen Tagesmenge an Fett einverleibt. Kein Wunder also, dass wir immer dicker werden und Lifestyle Erkrankungen überhand nehmen.

Aber was ist die Lösung? Von Luft und Liebe können wir nicht leben, wir müssen schließlich essen! Nun, das Kleingedruckte lesen ist sicherlich eine gute Idee. Aber aus eigener Erfahrung weiß ich, dass dies oft noch mehr frustriert. Die bessere Variante ist, die Essenszubereitung wieder selbst in die Hand zu nehmen. Frische und vitalstoffreiche Snacks kann sich jeder bewusst zubereiten und mit ins Büro nehmen. Optimal ist natürlich eine frisch zubereitete warme Mahlzeit; – neue Arbeitsmodelle, wie Homeworking, bieten da natürlich wesentlich mehr Spielräume. Und wer glaubt, das kostet zu viel Zeit, der irrt. Schon in 15 bis 20 Minuten lassen sich köstliche und nahrhafte Mahlzeiten zubereiten. Und die besten Snacks für zwischendurch liefert uns die Natur gerade in dieser Jahreszeit in Form von Gemüse, frischem Obst und Nüssen, frei Haus.

Aber auch wer Sport betreibt und sich mehr bewegt, kann sich mehr Fett erlauben. Denn wenn die Energiebilanz stimmt (aufgenommene Kalorien = verbrannte Kalorien), dann kann man sich auch mehr fette Sünden leisten. Aber wenn man wie die Meisten den ganzen Tag im Sitzen am Schreibtisch verbringt und am Abend Couchsurfen betreibt, dann sollte man maximal 70 Gramm Fett zu sich nehmen. Im zunehmenden Alter, besonders bei Frauen, sinkt der Bedarf sogar auf 50 Gramm.

Wer also etwas für seine Gesundheit tun möchte, der isst frische, selbst zubereitete Snacks, wo man weiß, was drin ist, bewegt sich ausreichend und treibt regelmäßig Sport!

Mehr zum Thema Gesundheit & Wissensarbeit auf: http://karenbartz.com/category/wellbeing/

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Artikel von Michaela Holy zum Thema “New World of Work” und Interview mit Michael Bartz, erschienen in der Printausgabe der Augustausgabe von Computerwelt (www.computerwelt.at):

Die Neue Welt des Arbeitens" ist vor allem durch die Verbreitung mobiler Geräte und die damit verbundenen Möglichkeiten in aller Munde. Michael Bartz, Experte für die "New world of work", gibt Einblicke.

Unternehmen sehen sich heute einer Vielzahl von Veränderungen gegenüber: technologische Entwicklungen, damit einhergehendes mobiles Arbeiten und ein schrumpfender Pool von Nachwuchskräften, die es zu gewinnen gilt. Führungskräfte stehen vor der Herausforderung, ihr Unternehmen fit für die neue Arbeitswelt zu machen. Diesen Umstand behandeln zahlreiche Studien, Interessensgemeinschaften und Bücher, sie beschäftigen sich mit diversen Faktoren im Bereich des neuen Arbeitens. So gibt es etwa die Veranstaltungs- und Diskussionsreihe "DNA – Das neue Arbeiten" von Marcus Izmir und Christiane Bertolini, die vor allem mit dem DNA Smart Afternoon die Veränderungen in der Arbeitswelt diskutieren und Unternehmen dabei helfen wollen, ihre Prozesse intern zu optimieren.

Agenturen, Personaldienstleistern, Marktforschungsunternehmen oder Karriereplattformen behandeln das Thema in Form von diversen Studien. So hat etwa Monster in der Studienreihe "Recruiting Trends" herausgefunden, dass flexible Arbeitszeitregelungen immer wichtiger werden und immer mehr zum Thema in der Öffentlichkeit werden. Studienleiter Tim Weitzel vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der Universität Bamberg erklärt: "Unternehmen müssen heute neue Impulse geben, um Arbeitszeiten und Arbeitsumfelder attraktiver zu machen." Von vielen Bewerbern werde flexible Arbeitszeitgestaltung gefordert, und von den befragten Unternehmen aktuell als eine der Schlüsselherausforderungen eingestuft. "Die überwiegende Mehrheit der im Rahmen der Bewerbungspraxis befragten Stellensuchenden und Karriereinteressierten schätzt es, wenn Unternehmen die Möglichkeit bieten, Arbeit teilweise von zu Hause aus zu erledigen."
Xing wiederum konstatiert heimischen Arbeitnehmern eine hohe Jobwechselbereitschaft, wie Carmen Windhaber, Xings Country Managerin für Österreich, erklärt: "Die Zeiten, in denen man ein Leben lang im gleichen Unternehmen gearbeitet hat, neigen sich langsam aber sicher dem Ende zu. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sich die Werte der Arbeitnehmer geändert haben: Arbeiten soll dem Leben und der persönlichen Entwicklung dienen – nicht umgekehrt. Man ergreift spontaner neue Chancen, wenn sie sich einem bieten. Bei Xing sehen wir eine große Gruppe an Berufstätigen, die zwar nicht aktiv auf Jobsuche, aber dennoch ‚offen für neue Herausforderungen‘ sind. Diese latent Stellensuchenden sind gerade für HR-Verantwortliche eine interessante Zielgruppe."

Eine weitere Studie vom IT-Personaldienstleister Krongaard wiederum zeigt beispielsweise auf, wie heterogen die oft beschriebene "Generation Y", ist – im Gegensatz zu ihrem Ruf, denn sie wird oft als anspruchsvoll, freizeitorientiert und hauptsächlich ihren eigenen Interessen verpflichtet beschrieben. Doch es sei erstaunlich, wie unterschiedlich sich die Generation Y selbst darstelle, erklärt Krongaard-Vorstand Jan Jagemann: "Die Gen Y ist weniger eine homogene Gruppe als vielmehr ein Produkt des derzeitigen Umbruchs am Arbeitsmarkt. Wir erleben aktuell einen Wandel vom Angebots- zum Nachfragemarkt, was sowohl bei den Berufseinsteigern als auch bei den Arbeitgebern eine gewisse Verunsicherung hervorruft – und was dazu führt, dass ein generell gestiegenes Anspruchsdenken fälschlicherweise einer neuen Generation auf dem Arbeitsmarkt zugeschrieben wird. Dabei lässt sich auch bei Professionals beobachten, dass sie in Verhandlungssituationen ihre jeweiligen Trümpfe ausspielen, um das Beste für sich herauszuholen.“ Ihre berufliche Zukunft sehen die Studienteilnehmer allerdings überwiegend pessimistisch – etwa ist über die Hälfte der Befragten überzeugt davon, dass ihr späterer Arbeitgeber keine mehrmonatige Auszeit genehmigen wird oder es nahezu unmöglich ist, zukünftig in einem großen Unternehmen mit flachen Hierarchien zu arbeiten. Dieser Pessimismus sinke aber mit zunehmender Berufserfahrung, so die Studie.

EXPERTEN KOMMEN ZU WORT

Neben Studien und Diskussionsplattformen gibt es sogar ein eigenes Forschungszentrum für "New world of work" an der IMC FH Krems, das von Michael Bartz, Professor for International Business and Export Management an der Fachhochschule, geleitet wird. Dort wird gemeinsam mit Unternehmen, die Änderungsbedarf haben und sich in ein Unternehmen der "new world of work" transformieren wollen, anwendungsorientierte Forschung betrieben. Diese Erkenntnisse hat Michael Bartz gemeinsam mit Co-Autor Thomas Schmutzer von HMP Consulting in einem Buch zusammengefasst – in Romanform. Die Hauptperson Viktoria Frey diskutiert dabei mit ihren Kollegen die Auswirkungen der neuen Arbeitswelten. Aktuelle Probleme, konkrete Herausforderungen und tatsächlich umsetzbare Handlungsempfehlungen, abgerundet durch Interviews mit Wirtschaftsexperten und Top-Managern, sind im Buch "New World of Work: Warum kein Stein auf dem anderen bleibt. Trends – Erfahrungen – Lösungen" nachzulesen.
Warum das Buch notwendig war, und welche Veränderungen die "neue Welt des Arbeitens" mit sich gebracht hat und noch mit sich bringen wird, hat Michael Bartz im Interview beantwortet.

Was ist das Neue am Neuen Arbeiten?
Das Neue heute ist die Kombination aus drei Aspekten: Das zeitlich und räumlich flexibilisierte Arbeiten in Kombination mit neuartiger Technologienutzung, die es vor zehn Jahren noch gar nicht gab. Das dritte Eck dieses Dreiecks sind schließlich neue, innovative Bürokonzepte, nonterritoriales Offices.

Warum war es wichtig, ein Buch über die neue Welt des Arbeitens zu schreiben?
Das reifte mit Thomas Schmutzer vor etwa zwei Jahren. Wir kooperieren schon seit vier Jahren, ich betreue an der IMC Fachhochschule Krems die Consulting-Vertiefung. Irgendwann haben wir auch begonnen, in der New world of work-Forschung zu kooperieren und haben so viel erlebt in Unternehmen, dass wir sozusagen fast zu explodieren drohten – und das musste mal raus. Zum anderen wollten wir auch die Erfahrung teilen und zeigen, dass es Firmen aus allen Branchen gibt, die sich mit dem Thema beschäftigen. Wir wollten auch die Fachhochschule und Thomas Schmutzers Unternehmensberatung bekannt machen – an der Fachhochschule insbesondere das Forschungszentrum, das wir zu dem Thema New World of Work aufgebaut haben. Das wollten wir in einer unwissenschaftlichen Art transportieren, und so kam es zu der Idee, Forschung und Forschungsergebnisse in Form eines Romans zu transportieren. Zum Thema New world of work gab es noch keinen Roman, also auch kein Sachbuch in Romanform. 

Wie lang beschäftigen Sie sich selbst schon mit dem Thema?
Über 15 Jahre mittlerweile. Ich war zehn Jahre für Capgemini tätig, dort habe ich jahrelang im HR-Bereich im Telekom-, Technologie- und Mediensegment beraten. Diese Unternehmen sind sehr weit voran, was neue Organisationsformen angeht, das kann man über Jahrzehnte beobachten. Dort bin ich immer stärker auf das Thema gestoßen – auf Flexibilisierung von Arbeit, mobiles Arbeiten, Technologieeinsatz und neue Bürokonzepte. Aus dieser Beratung bin ich zu Microsoft Österreich gewechselt und habe dort den größten Geschäftsbereich übernommen: Information Worker. Mein spezieller Auftrag war noch die Fragestellung: Wie kann sich Microsoft wandeln – weg vom technischen Vertrieb, hin zum Lösungsanbieter. Da bin ich nach einem Jahr mit dem Vorschag gekommen, wir als Microsoft sollten New-world-of-work-Lösungsanbieter werden. So ist die große New world of work Transformation von Microsoft in Gang gekommen. Dann habe ich mir meinen großen Traum erfüllt, an die Hochschule zurückzugehen und die große Klammer zu schließen. So bin ich bei der IMC Fachhochschule Krems gelandet, und dort ist auch gleich der Gedanke auf Gegenliebe gestoßen, ein New World of Work Forschungszentrum zu etablieren. Da sind inzwischen vier Professoren, die dort im Kern forschen. Wir haben vor zwei Jahren auch den Brückenschlag geschafft mit der Technischen Universität Wien: Wir haben eine Forschungskooperation, dieses Forschungszentrum wird von beiden Institutionen getragen, und die Forschungsprojekte führen wir gemeinsam durch.

Wo liegen die Schwerpunkte?
Wir haben einen gemeinsamen Schwerpunkt, der auf der Erfolgsmessung liegt. Wenn Unternehmen sich auf den Weg begeben, so etwa wie die Bank Austria, die Erste Bank, Microsoft, die Arbeiterkammer Niederösterreich, Ricoh – die Liste können wir beliebig lang machen – messen wir, was sich in der Organisation über Jahre hin verändert. Wir geben in diesem Transformationsprozess damit kontinuierliches Feedback was funktioniert und was nicht, wo man nachbessern muss. Am Ende können wir eine Rückmeldung geben, wie sich die Investitionen gerechnet haben und in klaren Zahlen, Daten und Fakten darstellen. Change-Prozesse müssen in die Sprache eines Vorstandes übersetzt werden, und das sind nunmal klare Zahlen, Daten und Fakten.

Was sind konkrete Erfolgsfaktoren für ein Transformationsprojekt?
Für viele Unternehmen ist der Ausgangspunkt – und oft auch der Anlassfall – erstmal ein neues Bürokonzept. Oder Unternehmer wollen ewas verändern, das Unternehmen attraktiver gestalten. Das ist im Moment ein großer Grund in der Bankenbranche, oder es geht einfach darum, Kosten zu reduzieren, indem man Büroinfrastruktur smarter nutzt. Das sieht man sehr deutlich bei IBM hier in Wien: Die haben etwa 900 bis 1.000 Mitarbeiter bei 300 bis 400 Schreibtischen. Büroinfrastruktur-Kosten sind für die meisten Unternehmen – nach Personal – die nächstgrößte Kostenposition, da wird Kapital gebunden, das man produktiv in das Geschäftswachstum investieren könnte.

Wie reagieren Führungskräfte auf solche Veränderungen?
Die Führungskräfte haben die größte Herausforderung in so einem Prozess. Die gewinnen persönlich erstmal gar nichts, denn sie konnten schon immer flexibel arbeiten, die brauchen fast keinen Schreibtisch. Wenn eine Führungskraft 70 Prozent am Schreibtisch verbringen würde, läuft etwas falsch. Eine Führungskraft muss unter Menschen sein, in Meetings sein, interagieren. Das heißt persönlich haben die vorerst keinen Zugewinn. Stattdessen bekommen sie ein Extrapackerl aufgebürdet: Denn wenn Arbeitswelten sich flexibilisieren, funktioniert das alte Führungsschema nicht mehr, dass meine Schäfchen gezwungenermaßen jeden Tag im Büro sind und ich das gut überblicken kann. Die Herausforderung ist dann, wie man eine solche Mitarbeiterwolke führt. Es geht darum, Ziele zu formulieren und dann auf dem Weg zu coachen. Das hat sehr viel mit Vertrauen und Loslassen zu tun.

Werden in Ihren Projekten Führungskräfte ausgetauscht, die so nicht führen können?
Austausch habe ich noch nicht erlebt. Was ich aber erlebe sind massive Investition in Kompetenzaufbau und Weiterbildung – das ist im Grunde genommen der Hauptkostenfaktor. Als Faustregel für ein größeres Unternehmen kann man sagen, dass man über die ganze Zeit im Change-Prozess, und der dauert mindestens drei Jahre, in etwa die selbe Summe investiert, wie man für den Büroumbau benötigt. Ohne dem geht es aber nicht, sonst erhöht man überproportional die Risiken.

Wie geht man als Mitarbeiter mit mobilem Arbeiten um, was die Vermischung von Frei- und Arbeitszeit angeht?
Wichtig ist in so einem Transformationsprozess als Mitarbeiter, tatsächlich Vorbereitung einzufordern. Training, Kompetenzaufbau. Zum anderen – wenn es nicht der Chef macht – das Formulieren von Spielregeln einzufordern. Wie wollen wir im Team zusammenarbeiten, wenn wir virtuell arbeiten, in welchem Ausmaß darf jeder zeitlich und räumlich flexibel arbeiten? Schließlich muss man auch Coaching einfordern. Das ist nicht nur eine Bring-, sondern auch eine Holschuld. Das sind also die drei Bausteine: Kompetenzaufbau, Spielregeln und neue Führungsformen auch einzufordern.

Was muss man heute als Führungskraft also können?
Wir beobachten, dass das Kompetenzprofil, das in den neuen Arbeitswelten wichtig ist, natürlicherweise eher Frauen mitbringen. Wichtig ist nämlich Kommunikation, Empathie, planerisch kommunizieren zu können, Signale wahrzunehmen, coachen zu können und Feedback zu geben. Männer müssen da tatsächlich als Führungskraft mehr Kompetenzaufbau betreiben, das sehen wir immer mehr auch in unseren Forschungen. Durch Flexibilisierung von Arbeit wird Arbeit auch kompatibler mit Aufgaben wie beispielsweise Kindererziehung. Durch mobile, flexible Arbeitsformen bekommen Frauen viel besseren Zugang zu Jobmöglichkeiten. Da geht es dann nicht mehr darum, irgendeinen Job zu haben, sondern es gibt Karrieremöglichkeiten, also auch hochwertige Positionen, wenn auch diese Anwesenheitspflicht im Büro nach und nach fällt. Wir brauchen nämlich zum Beispiel die Frauenbeschäftigung ganz dringend, die Zahl der Beschäftigten muss, bis die Babybomm-Generation in Rente geht, die Beschäftigtenzahl enorm angehoben werden, sonst kollabiert unser Finanzsystem. Das schaffen wir nur über die massive Anhebung von Frauenbeschäftigung.

Ich kann mir vorstellen, das größere Unternehmen solche Transformationsprozesse einfacher vorantreiben können. Wie sieht es bei KMU aus?
Da gibt es eine zweiteilige Entwicklung. Kleine und mittlere Unternehmen im Startup-Bereich beginnen gleich so. Die können sich keine Büros oder fixe Mitarbeiter leisten. Die traditionellen KMU tun sich wiederum am schwersten. Der Haupthinderungsfaktor ist die Kultur. Oft stehen familiäre Eigentümer im Hintergrund, da braucht es oft den Generationswechsel in der Familie, um das Unternehmen neu erfinden zu können. Deswegen stecken viele traditionelle KMU fest. Aber gerade denen würde es besonders gut tun, denn durch flexibleres Arbeiten kann ich meine Büroinfrastruktur-Kosten um 30 bis 40 Prozent reduzieren.

Bevor man die Gelder freisetzen kann, muss doch zuerst eine größere Investition getätigt werden?
Man kann einen Veränderungsprozess auch schmaler gestalten. Wir haben das bei Ricoh Ungarn mit 70 Mitarbeitern erfolgreich durchexerziert. Der Anlass war auch da mal wieder ein neues Büro, das wurde von der Budapester Innenstadt in ein Industriezentrum am Rande vom Budapest verlegt. Sie ersparen sich dadurch 60 Prozent ihrer Bürokosten im Jahr, weil sie die Miete reduziert und die Fläche verkleinert haben. Das heißt auch Nebenkosten wie Reinigung oder Energie wurden reduziert. Die haben nicht lange gefackelt, und mit einem Unternehmensberater einen Reverse Engineering Prozess aufgesetzt. Es wurde nur das allernötigste vorbereitet, Grundsatz-Spielregeln definiert und geschaut, was technologisch nachgerüstet werden muss. Mit zweieinhalb Monaten Vorbereitung ist man umgezogen. Der Change-Prozess – der kommunikative Change, der People Change – passiert jetzt im Nachhinein, indem man die Spielregeln verbessert und am Führungsstil arbeitet. Das war eine minimale Investition.

Wie ist das mit kleineren Unternehmen, die gerade nicht ihre Büroinfrastruktur ändern?
Ich arbeite derzeit mit einem Großunternehmen, die sagen wir können nicht umbauen, das können wir uns nicht leisten. Die machen ein Pilotprojekt mit 300 bis 400 Mitarbeitern, indem sie die Räume anders nutzen – Schreibtische hinausräumen und die Räume in Meetingräume, Social Areas und Einzelkabinen umwandeln. Sie werden aber auch non-territorial arbeiten. Das heißt mit minimalen Kosten werden sie beginnen, neu und smarter zu arbeiten. Die Technologien haben sie im Haus. So kann es jede kleine Firma nachahmen. Ein großer, wichtiger Baustein ist die zeitliche und räumliche Flexibilisierung.

Vertrauen ist hier ein wichtiger Faktor. Wie kann man das am besten schaffen?
Das haben wir in den 70er Jahren schon gehabt, das hat mir ein ehemaliger Manager von Aral erzählt, der sich an die Einführung von Kernarbeitszeit erinnert hat. Das war der große Schock, weil die Führungskräfte Angst und die Vorstellung hatten, dass sie ab 6 Uhr Früh bis spät abends in der Firma sein müssten, weil man sonst nicht kontrollieren könne, was die Mitarbeiter im Büro machen. Das war genauso eine Katastrophe. Und heute ist Flexzeit schon Standard geworden, heute macht sich keine Führungskraft mehr Gedanken darüber. Wir haben das also alles schon mal durchgemacht, und es fühlt sich heute normal an.

Was sind die nächsten Ziele mit Ihrem Forschungszentrum?
Bis jetzt sind wir ausschließlich Drittmittelfinanziert, wir haben es noch nicht geschafft, öffentliche Förderungen zu erlangen. Die hoffen wir zu bekommen, um den nächsten Wachstumsschub durchmachen zu können. Wir sind abhängig von Industrie-Drittmittel, was eigentlich optimal ist, aber wir müssten auch einiges an Grundlagenforschung im Hintergrund betreiben. Aber die Perspektive ist: Wir wollen als Austauschplattform für alle Stakeholder gelten. Wir wollen Unternehmen mit Experten im Umfeld des Forschungszentrums zusammenbringen, mit Beratern aller Art, mit Firmen, die in dem Umfeld Leistung anbieten. Wir möchten als Katalysator zwischen allen Beteiligten wirken und auch international als Austausch-Plattform fungieren. Wie schaffen wir es, Unternehmen auf diese Plattform zu heben, zum Unternehmen der nächsten Generation zu machen, das quasi im internationalen Wettbewerb den Goldstandards entspricht, mit denen andere schon arbeiten.

Wie weit ist das entfernt?
Zwölf bis 15 Prozent der heimischen Unternehmen bieten mobiles Arbeiten an, ich denke bis 2025 werden wir durchaus die 30 Prozent geschafft haben, vielleicht sogar mehr. Wenn wir das tatsächlich schaffen, dass ein Drittel der Unternehmen diesen Goldstandard implementiert haben, und die Produktivitäts- und Kostenvorteile ausschöpfen, wäre das ein riesiger Schritt, im internationalen Wettbewerb mithalten zu können. Wir haben wirklich auch die Chance, vorne weg dabei zu sein, wenn wir ein bisschen angasen. Das Know-how ist da, es gibt so viele Firmenbeispiele in Österreich, sodass man sagen kann: Wir müssen nicht ins Ausland schauen, sondern können voneinander lernen, wie das in Österreich funktioniert.”

Mehr Informationen zu Michaela Holy:

http://at.linkedin.com/pub/michaela-holy-zwickelstorfer/5a/5aa/639

Quelle Bild: Lindeverlag, Titelbild des Buches “New World of Work – Warum kein Stein auf dem anderen bleibt” von Michael Bartz und Thomas Schmutzer

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