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Archive for the ‘Büro Best Practice’ Category

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Microsoft Deutschland hat die neue Zentrale in München eröffnet. Vier Grundbausteine bildeten die Basis für die Planung des neuen Büros. Diese Grundbausteine definieren die grundsätzlichen Arbeitszonen oder Workspaces, die MitarbeiterInnen flexibel nutzen können. Microsoft beschreibt es selbst so:

Think Space:

“Cubes & Lounge-Sessel bieten individuelle Rückzugsmöglichkeiten. Der gesamte Bereich ist als „Quiet Area“ gekennzeichnet.”

Share & Discuss Space:

“Die dynamische Arbeitsumgebung fördert Kommunikation und Dialog. Hier können Brainstormings stattfinden, Ideen gemeinsam entwickelt oder Konzepte diskutiert werden.”

Converse Space:

“Dieser Bereich zeichnet sich durch eine Vielfalt an Arbeitsmöglichkeiten aus und bietet Flächen für kollaboratives Arbeiten. Er ist für gemeinsame Projektarbeit geeignet oder wenn Alleinarbeit/Teamwork im schnellen Wechsel erforderlich ist.”

Accomplish Space:

“Hier kann jeder Mitarbeiter sich konzentriert und individuell am Schreibtisch seinen Aufgaben widmen. Es handelt sich hier ebenfalls um eine „Quiet Area“.”

 

So einfach kann die Planung für Activity Based Working sein. Aber…genau dieser Ansatz muss nicht zugleich für andere Unternehmen und andere Industrie passen. Dennoch ich dieses Praxisbeispiel ein sehr gutes Best Practice Benchmark und bietet gute Erstorientierung für andere Organisationen.

Quelle Bild und Text sowie mehr Informationen: https://enterprise.microsoft.com/de-de/articles/industries/banking-and-capital-markets/smart-workspace-in-munchen-schwabing/

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Gibt es die neue Welt des Arbeitens auch in Produktionsbetrieben? Ja. Und zwar in den Verwaltungsbereichen von Produktionsbetrieben. In der Consulting Masterklasse des International Business Studienprogramms (IBE) an der IMC FH Krems haben sich mehrere Studierendenteams mit dieser Frage auseinandergesetzt. Denn Georg Fischer Automotive in Herzogenburg wollte es wissen: Wie könnte oder sollte das Arbeiten sich im Verwaltungsbereich dieses Produktionsbetriebes ändern? Erstaunlicherweise gingen die Vorschläge der Studierendenteams ziemlich exakt in dieselbe Richtung. Obwohl diese Teams unabhängig voneinander gearbeitet hatten, weil sie im Wettbewerb bei diesem Projekt standen. Was waren die Eckpunkte in den vorgeschlagenen Konzepten:

  • Offene Bürostrukturen
  • Teilweise auch Shared Desk, z.B. für Projektarbeit
  • Papierarmes Büro, also Ausbau des Digitalisierungsgrades der Verwaltung
  • Nutzung mobil-flexibler Arbeitsweisen, z.B. Home Office
  • Aber auch Attraktivierung des Firmenbüros, z.B. durch Schaffung neuer, grosser Social Areas

Als Best Practice Beispiel wurde auch der Hersteller ZF aus Friedrichshafen herangezogen (Siehe Bild oben, Quelle: https://www.chairholder.de/zf-friedrichshafen). ZF ist ebenso wie Georg Fischer als Zulieferer im Automobilsektor tätig und stellte daher einen valides Benchmark für die Studierenden dar.

Einen halben Tag lang haben die Studierenden ihre Vorschläge dem Führungsteam von Georg Fischer Automotive präsentiert. Im Juni wird es von der Unternehmensführung ein Feedback geben, und zwar dann sollen die Studierenden erfahren, welche der Vorschläge in der nächsten Zeit übernommen und in der Praxis in Herzogenburg umgesetzt werden.

Mehr Informationen zum IBE-Studiengang: https://www.fh-krems.ac.at/de/studieren/master/international-business-and-export-management/uebersicht/#.WRG4aOXyjQU

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…das kann man über wissenschaftliche Untersuchungen herausfinden. Man kann es aber auch herausfinden über Angebote und Services, die sich im Markt etablieren. Ein Beispiel ist die Jobbörse “join”. Diese Jobbörse sticht besonders hervor. Und dadurch, dass sie hervorsticht, gibt sie uns auch eine Antwort auf die Frage “Was ist MitarbeiterInnen wichtig?”.

join ist spezialisiert auf Jobangebote die insbesondere von Unternehmen der nächsten Generation. Also Jobangebote die mehr Flexibilität bieten in Bezug auf Arbeitszeit und Arbeitsort und die kompatibler sind mit mit dem Privatleben und Anforderungen des Privatlebens. Die Gründerin von join – Maria Gerono – sagt dazu:

“Unser Ziel: Menschen dabei zu unterstützen, den Job zu finden, der in ihr Leben passt. …Wir sind zwei Gründerinnen und unser Startschuss war die eigene Erfahrung. Mit den Kindern kam die Schwierigkeit einen Arbeitgeber zu finden, der flexibel genug ist, ein Arbeiten “mit Familie” zu ermöglichen. Unsere eigene Suche war ernüchternd, weil Suchmaschinen und Börsen in anderen Suchkategorien funktionieren.”

Um Jobs aufzuspüren, die diesen Anforderungen genügen, durchsucht join andere Online-Jobbörsen und filtert anhand bestimmter Kriterien die entsprechenden “Next Generation” Job Angebote heraus. Im Screenshot oben sieht man, welche Selektionskriterien join bei der Suche verwendet. Und dieser Screenshot gibt auch gleich die gezielt Antwort auf die Frage, was MitarbeiterInnen wichtig ist heute.

Mehr Infos zu join gibt es hier:

https://www.jobinnovator.com/

Und in einigen Wochen erscheint bei Springer auch das Buch “Unternehmen der nächsten Generation” mit Erfahrungsberichten aus Betrieben, in denen die neue Welt des Arbeitens bereits Realität ist. Mehr Informationen zum Buch gibt es hier:

http://www.springer.com/de/book/9783662528181

Das Buch kann auch bereits auf Amazon vorbestellt werden:

https://www.amazon.de/

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Schiffscontainer sind nicht teuer und lassen sich relativ einfach in Meetingräume konvertieren. Hier ein Beispiel aus der Schweiz. Mehr Informationen und Bildquelle: http://bestofshippingcontainers.com/group8-shipping-container-office/

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Ohne weiteren Kommentar, außer: Querdenken bei der Bürogestaltung lohnt sich, wie dieses Beispiel aus New York zeigt.

Quelle: http://officesnapshots.com/2015/09/24/homepolish-new-york-city-offices/

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Unter dem Titel „Büro 3.0 – Interaktionsplattform der nächsten Generation“ fand auf dem HR-Summit 2015 in der Hofburg in Wien ein ExpertInnen-Workshop statt. An der ExpertInnen-Runde nahmen 30 österreichische HR-ManagerInnen und HR-Manager teil. Ziel des Workshops war die Erstellung eines Anforderungsprofils für das Büro der nächsten Generation. Basis für die Diskussion bildete ein Impulsvortrag zu New World of Work Trends von Michael Bartz (Prof. IMC FH Krems) und Ernst Machart (CEO IWS TownTown AG).

Im Vortrag wurde ein Überblick gegeben über die massiven Veränderungen und Entwicklungen in Richtung neuer innovative Arbeitsweisen, die bereits heute in Betrieben, kompletten Branchen und Industriezweigen zu beobachten sind. Am Beispiel des Bauprojektes ORBI-Tower, das derzeit im dritten Bezirk in Wien entsteht, wurde aufgezeigt, wie die Anforderungen der neuen Arbeitswelten in Architektur und Bürogestaltung übersetzt werden können. Auf Grundlage der Impulsvorträge leitete die ExpertInnen-Gruppe Anforderungen an das Büro der nächsten Generation ab. Dabei entschieden sich die anwesenden TeinehmerInnen für einen ganzheitlichen Ansatz.

Es wurden nicht nur klassische Raum- und Facility Aspekte diskutiert, sondern auch die Themen Mensch, Organisation, Prozesse und IT inkludiert und in Anforderungspunkte für das Büro der nächsten Generation übersetzt. So ist ein ganzheitliches, disziplinübergreifendes Anforderungsprofil entstanden. Was sehr überraschte war die Tatsache, dass die HR-MangerInnen sich sehr einig waren und ein gemeinsames Bild vor Augen hatten; sehr präzise und bewusst formulierten sie ihre Vorstellungen, Erwartungen und Anforderungen an das Büro der nächsten Generation.

Darüber hinaus wurde deutlich, dass das Büro der nächsten Generation keine Forderung an die Zukunft ist; Büros mit diesen Standards werden bereits jetzt benötigt. Das ist nicht nur eine Frage der Produktivität und Leistungsfähigkeit von Unternehmen, sondern auch der Attraktivität als Arbeitgeber. Die Ergebnisse des Workshops wurden in einem ausführlichen Whitepaper mit dem gleichnamigen Titel „Büro 3.0 – Interaktionsplattform der nächsten Generation“ zusammengefasst.

Dieses Dokument steht auf hier zum Download bereit:

Whitepaper – Büro 3.0

Quelle Text und Bild: http://blog.orbi-tower.at/

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Ein Gastbeitrag von Sabine Zinke

Warum hängen Mitarbeiter oft an ihren kleinen, gar nicht so attraktiven und sogar hässlichen Büros?
Warum lösen Veränderungen der Arbeitsräume so große Ängste und Widerstände aus?

Es ist ein Bruch des sozio-räumlichen Vertrags!!!

Der sozio-räumliche Vertrag ist ein Versuch, die psychologische Dynamik, die bei intendierten Veränderungen des Arbeitsraums entsteht, zu erklären und zu beschreiben.

Der Begriff des soziospatial contract wurde von der Umweltpsychologin Jacqueline Vischer geprägt und lässt sich etwas sperrig mit sozial-räumlichem Vertrag oder sozio-räumlichem Vertrag übersetzen.

Der sozio-räumliche Vertrag ist angelehnt an den Begriff des psychologischen Vertrags – dieser “bezeichnet gegenseitige Erwartungen und Angebote von Arbeitnehmer und Arbeitgeber als Bestandteil der Arbeitsbeziehung. Es handelt sich dabei um „mehr oder weniger implizite Erwartungen und Angebote“, die über den (schriftlichen) Arbeitsvertrag hinausgehen.” (Wikipedia)

Jacqueline Vischer beschreibt in ihrem Buch “Space meets Status” den impliziten Deal zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber der verantwortlich ist für die symbolische Kraft des Arbeitsraums.  Diese Kraft basiert auf der Beziehung der Organisation zu ihren “Räumen” – alle Entscheidungen, die Organisationen in Bezug auf ihre Arbeitsräume treffen, haben einen langfristigen Effekt, der wiederum die impliziten Regeln des Arbeitnehmer – Arbeitgeber Vereinbarung beeinflusst. Diese Vereinbarung ist der sogenannte sozio-räumliche Vertrag.

Dieser Vertrag, nie explizit gemacht und nur wahrgenommen wenn er verletzt wird, inkludiert RAUM als eine Kernkomponente der Vereinbarung zwischen beiden Seiten. Der Raum, der dem/der ArbeitnehmerIn zur Verfügung steht, um seine/ ihre Arbeit auszuführen, symbolisiert auch andere implizite Teile des Vertrags, zum Beispiel Mitarbeiter Loyalität, Verlässlichkeit, Ehrlichkeit und Produktivität. Der Raum kommuniziert, wie wichtig Mitarbeiter sind und mit wem erwartet wird, dass sie interagieren. Kurzum, das individuelle Büro, der Arbeitsplatz, Arbeitsraum ist ein kraftvolles und tiefgreifendes Symbol der wechselseitigen Rechte, Verantwortlichkeiten, Erwartungen und Verbindlichkeiten des Individuums und der Organisation.

Die wichtigsten meist unhinterfragten Annahmen, auf denen der sozio-räumliche Vertrag basiert, sind Territorialität, Leistung/ Produktivität und Umweltkontrolle.

Entscheidungträger, Planer und Designer, welche die Dynamik von Arbeitsraumveränderungen positiv nützen möchten, sollten verstehen, wie diese drei Kräfte wirken. Es braucht ein Bewusstsein für die tiefe psychologische Verbindung, die Menschen mit ihrem Arbeitsraum haben. Arbeitsraum ist nicht nur eine Ressource und ein Mittel zum Zweck, sondern bedient ein primitives menschliches Bedürfnis  – Territorium zu besetzen.

Territoriales Verhalten im Arbeitskontext zeigt sich in der Verteidigung gegen Eindringen und Ablenkungen. Das Verhaltensrepertoire inkludiert das Markieren von Abgrenzungen, physisch und mental,  Dekorieren und Personalisieren und ein gewisses Maß an Kontrolle, nicht nur über den Kontakt mit anderen Menschen, sondern auch über die Art des Arbeitsraums, den man verwendet.

Beispiele für die Antwort der klassischen Arbeitsraumgestaltung auf die territorialen Bedürfnisse waren und sind: ein physisch abgegrenztes Büro für das Bedürfnis nach Privatheit, mehr Raum für das Bedürfnis nach Status, viel Ablage für das Bedürfnis nach Wurzeln.

Die Definition, Bedeutung, Prinzipien der Arbeitsraumgestaltung haben sich verändert, die Wechselwirkung von Arbeitsraum, Strategie, Struktur und Unternehmenskultur wird heute vielfach mitbedacht und aktiv zu deren Gestaltung genützt.

Nur, was bedeuten diese Veränderungen (auch in Gesellschaft und Organisationen generell) für diese basalen menschliche Bedürfnisse im Zusammenhang mit Arbeitsraum? Es braucht eine neue Antwort.

Arbeitsraum, in der Funktion als Territorium, verbindet Mitarbeiter mit der Organisation. Mitarbeiter brauchen einen “Platz” in der Organisation der wahrgenommen, wertgeschätzt wird und über den sie ein gewisses Maß an Kontrolle haben. Dieser Platz ist nur teilweise ein physischer, auch weil Arbeitsraum, so wie Arbeit, nicht mehr ausschliesslich über die Grenzen von Ort und Zeit definiert werden kann, in denen Geld verdient wird.

Verändern sich basale menschliche Bedürfnisse auch mit der gesellschaftlichen Entwicklung? Oder nur deren Ausdruck?

Ein Gedankenexperiment am Beispiel des Bedürfnis nach Status – dem Bedürfnis nach einer Verortung in der Organisation.

Auch wenn sich die Bedeutung von räumlich Statussymbolen langsam verändert und die jungen Generationen ein anderes Verständnis und andere Symbole von Status haben, so spiegelt der zugeordnete Raum in vielen sozio-räumlichen Verträgen immer noch die Wichtigkeit von sozialer Rolle und Rang wieder. Job, Selbstbild, soziale Rolle und Rang haben einen Bezug zum Arbeitsraum und daher eine Funktion in der Erhaltung der eigenen Identität. Jede Veränderung des Arbeitsraums ist daher potentiell bedrohlich, nimm mir die Wand, die Tür und du veränderst nicht nur den Raum, sondern auch meine Arbeit, meine Rolle, mein Selbstverständnis.

Nur langsam verändert sich eine Grundannahme des sozio-spatial contracts – größerer, schönerer Arbeitsraum ist ein Zeichen von Aufstieg in der Organisation – ist der Beweis für den impliziten sozialen Vertrag zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

Das mag überzogen und veraltet klingen, doch gerade die subtilen und impliziten Symbole halten sich hartnäckig. Wenn, in der neuen Arbeitswelt, nur eine Person an ihrem Territorium festhält, dann signalisiert das dem Rest der Organisation, dass der “alte” sozio-räumliche Kontrakt noch gilt.

Es braucht daher neue Antworten auf – in diesem Fall – das Bedürfnis nach Status, eine neue, vielleicht raumunabhängige, Symbolik und damit eine neue Aushandlung des sozio-räumlichen Vertrags.

Quelle und mehr: http://www.mehrwertbuero.com/2015/09/15/the-sociospatial-contract/

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So lässt sich ein Atrium im Bürogebäude auch nutzen. Gesehen auf:

http://www.inc.com/articles/201110/coolest-offices-hok-architecture-london.html

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Kapsch CarrierCom hat den ATGA Next World of Work Award gewonnen. Was ist das Besondere an den Arbeitwelten bei Kapsch? Es ist die enge Verbindung von Arbeitskultur und Arbeitsweisen.

Das ist auch am neuen Büro von Kapsch CarrierCom ablesbar. Ein Beispiel: Die Arbeitskultur bei Kapsch CarrierCom ist durch Büropräsenz geprägt und durch hohe Betriebszugehörigkeit der MitarbeiterInnen; der Schnitt liegt weit über 10 Jahren. Diese Tatsachen habe auch das Design des neuen Büros der Zentrale von Kapsch CarrierCom in Wien beeinflusst. Im neuen Büro wurde jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter ein eigener Schreibtisch zugeordnet. Shared Desk gibt es nur sehr eingeschränkt im Sinne von Hotelling für MitarbeiterInnen aus anderen Standorten.

Die Werte des Unternehmens drücken sich auch in der Ausstattung der Schreibtischarbeitsplätze aus. Jeder Arbeitsplatz wurde mit einem elektrisch höhenverstellbaren Schreibtisch ausgestattet. Das ist eine wichtige und hochgradig wirksame Investition in die Gesundheit der MitarbeiterInnen. Es ist zu erwarten, dass langfristig Krankenstände zum Beispiel durch Muskel-Skelett-Erkrankungen in der Zentrale von Kapsch CarrierCom zurückgehen werden sowie weiterer überwiegend mit sitzender Tätigkeit verbundener Krankheitsbilder. D.h. langfristig wird diese Investition einen positiven ROI liefern durch reduzierte Ausfallstage. Heute – kurzfristig – ist es ein Ausdruck der sozialen Verantwortungsübernahme des Unternehmens und von Wertschätzung – also die Übersetzung von Werten und Unternehmenskultur in greifbare Arbeitswelten.

Es gibt noch viel zu berichten über die neue Zentrale von Kapsch CarrierCom. Denn den Besucher und BesucherInnen erwarten viele Überraschungen im neuen Gebäude. Denn die MitarbeiterInnen haben die Zentrale mitgestaltet. So ist das Büro mit ein Ausdruck der Haltung und der Einstellungen der MitarbeiterInnen. Sozusagen ein Stück materialisierte Arbeitskultur.

Weitere Informationen zur neuen Zentrale von Kapsch CarrierCom bei teamgnesda:

http://austria.teamgnesda.com/portfolio/kapsch-carriercom-ag-kcc/

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Spannender Artikel von Jan Teunen auf XING Spielraum:

Viele Arbeitsplätze von heute produzieren Stress, Depression und Angst. Der Designer Jan Teunen fordert humanere Orte für unsere Jobs.

Um das Ganze verstehen zu können, muss man die Teile verstehen, aber man kann die Teile nur verstehen, wenn man einen gewissen Begriff vom Ganzen hat.” – David Couzens Hoy

Dieser kluge Satz des Philosophie-Professors David Couzens Hoy war meine Inspiration für das Verfassen dieses Textbeitrages über den Arbeitsplatz der Zukunft.

Wer sich an die Zukunft erinnern will, muss sich an die Vergangenheit erinnern, muss das ganze Stück kennen oder wenigstens einen gewissen Begriff vom Ganzen haben. Deswegen mache ich zum Auftakt eine Drehung zum Ursprung des Arbeitsplatzes.

Vor langer Zeit war der Arbeitsplatz des Menschen der Wald. Hier hat er gejagt und gesammelt. Hier war er umgeben von der Natur, und deshalb hatte dieser Arbeitsplatz eine Qualität, die es dem Menschen leicht machte, zu ihm sowohl eine funktionale als auch eine poetische Beziehung zu entwickeln. Diese Qualität haben die meisten Arbeitsplätze heute nicht mehr. Das Funktionale überwiegt in der Regel, und dadurch funktionieren viele Arbeitsplätze nicht und verhindern in Folge, dass sich Potenziale entfalten können.

Heute wird vorwiegend in Häusern gearbeitet. Das Haus ist ein vergleichsweise neues Phänomen. In unserem Teil der Welt kam das Haus vor etwa 12.000 Jahren in das Leben der Menschen. In den ältesten bewahrt gebliebenen Quellenwerken zur westlichen Architektur, in den 10 Büchern über Architektur, die der römische Architekt, Ingenieur und Architektur-Theoretiker Vitruv kurz vor unserer Zeitrechnung verfasst hat, steht eine schöne Geschichte über das Entstehen des ersten Hauses: Vitruv schreibt, dass die ersten Hausbauer sich am Universum orientiert haben. Das Universum war ihr Modell für den Hausbau, und in Folge wurde das erste Haus ein sehr schönes Haus, ein geschrumpfter Kosmos. Das griechische Kosmos, das lateinische Universum und das mittelhochdeutsche All sind allesamt Bezeichnungen für eine schöne, geordnete, tugendhafte Welt.

BMW Welt

Wir können davon ausgehen, dass die Arbeitsplätze in den ersten Häusern entsprechend waren. Wegen des Daches des Hauses verloren die ersten Hausbewohner schnell das Modell, an dem sie sich bis dahin orientiert hatten, aus den Augen. Vitruv schreibt, dass gleichzeitig mit dem Haus die Sprache entstand. Als Kompensation für das verloren gegangene Modell der kosmischen Ordnung erfanden die Menschen den Begriff Ethik. Ethik bezeichnete sowohl das Haus, den Wohnort als auch ein Regelwerk für das In-Ordnung-halten des Hauses. Die alten Griechen erinnerten sich 10.000 Jahre nach dem Entstehen des ersten Hauses an diese Tatsache.

In seinem Beitrag für Oskar Negts Buch „Arbeit und menschliche Würde“ schreibt Horst Meyer: „Die antike Ökonomik entstand als ganzheitliche Managementwissenschaft, als Wissenschaft von der ethisch verantwortlichen Menschenführung in einem Haus, das sowohl Betrieb als auch Haushalt im heutigen Sinne darstellt.“

In der Renaissance wurde dieses Konzept wiederbelebt, indem drei Kräfte gebündelt und ausgerichtet wurden, um segensreich auch an Arbeitsplätzen wirksam zu sein: Humanismus – Kapitalismus – Ästhetik. Diese Bündelung, die die Häuser zu einem Modell machten für Wirtschaftlichkeit, Schutz, Zusammengehörigkeit und Kulturpflege, ist zukunftsträchtig und sollte im Auge behalten werden, wenn wir Arbeitsplätze neu denken, wenn wir Arbeitsplätze der Zukunft konzipieren.

Seit der Renaissance hat die Komplexität in der Welt enorm zugenommen und parallel dazu die Neigung der Menschen, die Welt zu fragmentieren. Sie meinen, mit dieser Methode Komplexität beherrschen zu können, aber das klappt nicht wirklich. Die Fragmentierung ist Ursache vieler Probleme, was sich sehr gut an den Plätzen ablesen lässt, an denen Menschen arbeiten.

Die meisten Arbeitsplätze befinden sich heute in Häusern. In Häusern der Arbeit (Bürohäuser / Fabriken), in Häusern der Gesundheit (Krankenhäuser, Pflegeheime, Arztpraxen), in Häusern der Bildung (Universitäten, Schulen). Viele dieser Häuser befinden sich in Unordnung, weil die Unternehmen, Organisationen und Träger auf die Dominanz bloßen Wirtschaftens setzen, womit die Häuser einen Teil ihrer Funktion als Schutzgeber, Gemeinschaftsstifter und Kulturproduzent verlieren. Das produziert Reibungsverluste ohne Ende. Es tötet Motivation, Produktivität, Kreativität und ist der Potenzialentfaltung abträglich, und alles das bringt Menschen und die Welt nicht weiter.

Am Beispiel „Büro“ lässt sich das gut verdeutlichen. In der fortgeschrittenen modernen Welt ist die Büroarbeit die eigentliche gesellschaftliche Tätigkeit, und somit ist das Büro so etwas wie ein Steuerungsinstrument, das großen Einfluss auf Veränderungen in der Welt hat. Von der Qualität des Steuerungsinstrumentes ist abhängig, ob der Einfluss positiv, suboptimal oder negativ ist.

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Leider haben die meisten Büros eine Qualität, die negative Ergebnisse produziert. Die Dominanz der wirtschaftlichen Rationalität verhindert, dass die individuellen Bedürfnisse der Menschen nach Austausch, Beschäftigung und Ruhe befriedigt werden, dass nach der Kreation Rekreation möglich ist, dass es den Menschen gut geht. Arbeitsplätze in solchen Büros sind inhumane Lebensräume, und inhumane Lebensräume sind Teil von Unternehmenskulturen, die nicht zulassen, dass sich am Arbeitsplatz die Emotionen der Menschen stabilisieren.

Die Menschen werden in diesem Umfeld krank, weil die kulturelle Umgebung nicht antwortet. Sie fallen auf Emotionen wie Angst, Wut und Trauer zurück. Das ist ein Drama.

Dabei wurde das Büro explizit erfunden, um das Kostbare zu schützen. Das passierte im 13. Jahrhundert. Negativer Stress, Depression und Angst sind Fehlermeldungen, die auf Defizite im Umfeld des Menschen hinweisen. Es sind die Symptome einer Kulturneurose, die als Verlust an Motivation wahrgenommen wird. Wirtschaftlich ist das nicht. Die Personalkosten machen ca. 80 Prozent der Organisationskosten aus. Von diesen 80 Prozent verpufft geschätzt die Hälfte wirkungslos, und das nur, weil die Qualität im Umfeld, die Qualität des Arbeitsplatzes von Menschen nicht stimmt, und weil dieser Qualitätsmangel den Umgang von Menschen untereinander negativ beeinflusst.

In einer Krise befindet die Arbeitswelt deswegen noch lange nicht, aber Arbeitgeber und Arbeitnehmer spüren zunehmend, dass sie feststecken in einem Dilemma. Sie sind sich zunehmend bewusst, dass sie nicht weitermachen können wie bisher, und sie wissen, dass sie nicht zurückgehen können über den gleichen Weg.

Aus einem Dilemma muss man heraus – das gelingt am besten durch Transformation. Wie aber Arbeitsplätze transformieren? Bench Marking ist die Lösung, das Studium von Methoden und Praktiken in anderen Bereichen, z.B. Best Practice in der Schweinezucht. Am Schwein hat sich seit der Renaissance etwas grundlegend geändert.

Was aber hat sich am Schwein geändert? Was Sie feststellen werden, wenn Sie ein Schwein genau betrachten, ist, dass der Ringelschwanz meistens fehlt. Wenn er fehlt, wurde er nicht herausgezüchtet, sondern abgeschnitten. Bei Ferkeln passiert das ohne Betäubung, wenn sie unter vier Tage alt sind. Das ist sehr schmerzlich – die Ferkel schreien während des Kupierens wie am Spieß – aber es ist nicht ungesetzlich. Es ist konform der Richtlinie 2008 / 120 der Europäischen Kommission.

In Deutschland werden täglich Hundertausende von Schweineschwänzen kupiert. Warum macht man so etwas? Der Schwanz wird abgeschnitten, damit ein Artgenosse ihn nicht abbeißen kann. Das so genannte Schwanzbeißen ist in der Schweinezucht ein Riesenproblem, denn durch das Abbeißen entsteht am Tier eine eiternde Wunde, und so etwas Unappetitliches wollen Kunden auf ihren Schinkenbrötchen nicht sehen. Also Schwanz ab.

Schwanzbeißen entsteht vor allem, weil es in der Lebensumgebung der Schweine an Abwechslung mangelt. Sie langweilen sich, werden neurotisch, fühlen sich unwohl in ihrer Umgebung. Das Schwanzabschneiden ist eine Symptombehandlung. Das Schwanzbeißen ist ein Resultat, und Resultate haben Ursachen. Wer andere Resultate will, muss andere Ursachen schaffen. Intelligente Schweinezüchter verstehen das, und sie haben inzwischen auch eine Lösung für das Problem gefunden. Sie haben herausgefunden, dass – wenn man die Schweineställe kulturell auflädt – das Schwanzbeißen über Nacht aufhört. Als Sammelbegriff für diese kulturelle Aufladung benutzen sie „Enrichment“.

Enrichment! Wunderbar. Diese Methode lässt sich 1:1 auf die Arbeitsplätze der Zukunft übertragen, und wenn das geschieht, sind diese Arbeitsplätze zukunftsträchtig. Der Arbeitsplatz der Zukunft wird dann ein Platz der Geborgenheit und ein Platz, an dem individuelle Wünsche und Bedürfnisse berücksichtigt werden. Es wird ein Platz der Potenzialentfaltung, er stimuliert, und das gilt auch für die Kooperation zwischen Menschen.

WH1454-1800Der Arbeitsplatz der Zukunft wird so, dass die Menschen, die dort arbeiten, über sich hinaus wachsen, auch weil sie spüren, dass sie verbunden sind mit etwas, das größer ist als sie selbst. Der Arbeitsplatz der Zukunft wird so konzipiert sein, dass nach der Kreation Rekreation möglich ist und ältere und jüngere Arbeitnehmer problemlos miteinander arbeiten können. Dieser Arbeitsplatz ist so gestaltet, dass sich dort gut kooperieren, aber auch kommunizieren lässt.

Der Arbeitsplatz der Zukunft wird ein gesundheitsfördernder Arbeitsplatz sein. Gesundheitsfördernd, weil der Bezug zur Natur gegeben ist, weil die Akustik stimmt, weil das Licht in Ordnung ist und die Luft rein, weil die Einrichtung nicht bloß funktional, sondern auch schön ist. Schön, weil Materialien, Farben, Proportionen, Texturen, aber auch die Zwischenräume stimmen.

Der Arbeitsplatz wird zu einem Potenzialentfaltungsraum, zu einem humanen Lebensraum, auf den Hegels Dreibedeutungsbegriff „aufheben“ zutrifft: löschen, bewahren, erhöhen.

1. Der Raum löscht den negativen Stress und somit Phänomene wie Mobbing und Burn-out aus.

2. Der Raum bewahrt die Würde, die Kreativität und die Produktivität des Menschen.

3. Der Raum erhöht das Selbstwertgefühl der Nutzer und die Identität des Unternehmens.

Der Arbeitsplatz der Zukunft motiviert Menschen, das eigene Leben und das Leben anderer reicher zu machen, letztendlich damit für kommende Generationen noch eine lebenswerte Welt bleibt.

Der Arbeitsplatz der Zukunft wird ein Spielraum sein, denn – so sagen es große Dichter – wer viel erkennen will, muss viel spielen, und der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.”

Quelle Text und Bilder: https://spielraum.xing.com/2014/12/aufmacher-arbeitsplatz-der-zukunft-jan-teunen/

XING Spielraum: https://spielraum.xing.com/

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