bauatelier schmelz salomon und der Rohdiamant

image_thumb.pngEs war ein magischer Sommer. Nur so können meine Frau Karen und ich den kreativen Planungsprozess mit dem Architektenteam Winfried Schmelz und Tatjana Salomon im Sommer 2019 bezeichnen. Winfried und Tatjana hatten schon längst den Rohdiamanten entdeckt, der in den Gebäuden steckte, die wir auf dem Grund in Krems vorgefunden haben. Das Aquarell unten visualisiert den Originalzustand des Hauptgebäudes und seiner architektonischen Hauptelemente aus dem Jahr 1964:

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Architektonische Vision und Inspiration genau dieses Kalibers braucht es, um in einem Alt-Gebäudebestand das zukünftige Potential zu sehen und an die Oberfläche zu befördern. Dieses Potential, das in dem Krems Rohdiamanten steckt, verdeutlicht beispielhaft das Rendering (Sneak Preview) unten:

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Drei Themen haben uns alle Vier von Anfang im an fachlich und emotional verbunden:

  • New Work: Das bauatelier schmelz salomon setzt sich in seiner Beratung und Umsetzungsprojekten intensiv mit New Work Bürokonzepten sowie dem Einfluss neuer Arbeitsformen auf Wohnkonzepte auseinander. An der IMC FH Krems schauen wir auf diese und verwandte New Work Themen aus der Forschungsperspektive.
  • Offene Architektur: Der Gedanke von Gebäuden als offene Plattformen für das fachliche und soziale Miteinander von Menschen. Aus der Kombination dieser zwei Punkte – “New Work” und “Offene Architektur” – war dann auch gleich das gestalterische Oberthema für das New Work Houze geboren: Offenes Atelier im Industriestil.
  • Nachhaltigkeit & Ökologie: Das Gebäude mit minimalem Umweltabdruck errichten (z.B. den Rohbaubestand maximal wiederverwenden) und belastende Baustoffe aus dem New Work Houze verbannen, wo immer sie sich auf Mensch und Natur negativ auswirken könnten.

Aufgrund dieser Einsichten und Erfahren, die Tatjana, meine Frau Karen, Winfried und ich teilten, konnte der kreative Planungsprozess spontan und ohne große Worte starten – ein Kick-Start. So ist das New Work Houze in nur zwei On-Site-Workshops entstanden. Der Ablauf war dabei dieser:

1) Walk-through: Wir haben vor Ort das Gelände und den Gebäudebestand auf uns wirken lassen.

2) Brainstorming: Gedanken wurden in die Runde geworfen und daraus im Dialog konkrete Ideen und Konzeptbausteine geformt. Role-Play und Mikrosimulationen späterer Nutzungszenarien waren immer wieder der Zünder und Treibstoff dabei.

3) Creative Destruction: Wir haben uns alle immer wieder gegenseitig grundlegend in Frage gestellt – nicht nur oberflächlich, sondern im Sinne schöpferischer Zerstörung. Besonders wichtig dabei: Winfried und Tatjana stellen Gegenpole dar, die sich aneinander reiben und sich immer wieder mit ihren Ideen und Konzepten grundlegend in Frage stellen. So schwingt sich der Kreativprozess in immer größere Höhen konzeptioneller Qualität auf. Nur auf diesem Weg wird Unentdecktes und Unorthodoxes freigelegt und wurde klar, welche perfekte Form in dem Rohdiamanten steckt.

Flankiert waren die On-Site-Workshops von zwei Reflektionsmeetings im bautatelier in Wösendorf in der Wachau. Hierbei war die Distanz erfolgskritisch. So entsteht der Raum, den es braucht, um sich zurücklehnen zu können, das große Bild zu sehen und damit Ideen und Konzepte nochmals zu kalibrieren sowie neuen Ideen in der Reflektion Platz zu schaffen. Das Endergebnis ist das Konzept einer Werkstatt für das neue Arbeiten für das New Work Houze, das jetzt in Krems zur Umsetzung kommt. Beteiligt sind dabei lokale Betriebe in Sinne von Nachhaltigkeit aus ökologischer Sicht und sozialer Integration des Projektes in das Umfeld (Gesellschaft, Industrie in der Region). Die erste große, positive Überraschung war gleich am Anfang des Umsetzungsprozesses die Auswahl des Baumeisterbetriebes. Darüber wird im nächsten Artikel berichtet.

Mehr Informationen zum bauatelier schmelz salomon: https://bauatelier.at/

Titelfoto von Tatjana Salomon und Winfried Schmelz: Margarete Jarmer

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