Technik als Ermöglicher

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Ein Artikel von Michael Bartz und Thomas Schmutzer in der Printausgabe des Standard vom 26.3.2014.

Auch die Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg ist im Wandel begriffen. Die Technik und all ihre Werkzeuge in der neuen Welt des Arbeitens als verbindendes Element.

Die neue Welt der Arbeit hat viele Facetten und Teilbereiche. Da ist einerseits die Möglichkeit zeitlich und örtlich unabhängig – im Endeffekt mobil – zu arbeiten. Dann sind da die vielen verschiedenen Arbeitsweisen von „sehr mobil“ bis „fix“, die in einem Unternehmen aufeinandertreffen, vielmehr abhängig von der jeweiligen Jobbeschaffenheit als von der Hierarchieebene. Aber auch die Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg ist im Wandel begriffen. Kunden, für die es schlichtweg keine Relevanz hat, ob sie einen Teil des Auftrages an einen Sublieferanten vergeben haben und die stattdessen rasche Lösungen und Statusmeldungen über den Fortschritt fordern. Lieferanten, die zu Verbündeten und Partnern werden (müssen), um trotz großem Konkurrenzdruck mit Qualität, Geschwindigkeit und Flexibilität zu punkten und nicht der Preisspirale zu unterliegen. Damit seien einige der Facetten genannt, die auf Unternehmen zukommen und die auf den ersten Blick wenig bis kaum Dinge gemein haben. Doch ein Element verbindet all diese Themen, ein Element das zwischen all diesen Teilbereiche und noch vielen mehr ein Band knüpft und somit auch als Enabler für die neue Welt der Arbeit zu sehen ist: die Technik und all ihre Werkzeuge.

Es wäre kaum der richtige Zugang, sich der neuen Welt des Arbeitens ausschließlich von der Technikseite zu nähern. Zu oft wurden schon Technologien eingeführt, die dann rasch in Vergessenheit geraten sind, zu häufig schon neue Tools und Werkzeuge integriert, die kaum ein Mitarbeiter jemals genutzt hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine solche Investition in sogenannte „sunk costs“ verwandelt ist einfach zu groß, wenn vorher nicht geprüft wird, ob die ins Auge gefasste Technologie, ob das neue, erfolgsversprechende Tool auch tatsächlich die Geschäftsprozesse und Mitarbeiter dort unterstützt, wo es sinnvoll ist.

Neue Handlungsweisen

Denn so umständlich und ineffizient ein gelebter Vorgang im Unternehmen auch sein mag, die Mitarbeiter werden immer wieder zu ihm zurückkehren (oder gar nicht davon ablassen), wenn die neu vorgestellten Handlungsweisen keine für sie spürbaren Verbesserungen bringen. DI Josef Jarosch General Manager Alpine, Unify GmbH„Wir sind an einem Punkt angekommen, wo wir merken, dass die technischen Möglichkeiten uns vermehrt überfordern. Die nächste Generation an Kommunikationslösungen wird sich diesem Problem stellen müssen.“ Die Krux ist also, dass die Mitarbeiter, die User des Tools und der Technologie diese als für sich vorteilhaft sehen müssen. Passiert dieses nicht, wurden bei der Einführung wichtige Hausaufgaben nicht gemacht und dieses schlägt sich nieder in Investitionen, die im Sande verlaufen sind. Und dennoch, ohne technologischen Fortschritt, ohne Smartphones oder, Videotelefonie, ohne Social Collaboration und Cloud Lösungen, ohne Unified Communications gäbe es auch all diese Veränderungen nicht, gäbe es auch keine neue Welt der Arbeit. Ing. Martin Katzer MBA, Vorsitzender der Geschäftsführung T Systems Austria: „Heute nutzt fast die Hälfte der MiterbeiterInnen Online- Zusammenarbeit, Social Networks oder diverse Tools aus dem Netz. Mit dem Angebot diese Tools und Technologien, wie auch „Bring you own Device“, sicher in der Unternehmens-IT eingebunden zu nutzen, schaffen wir eine Basis, um Mitarbeiter enger an uns zu binden.“

Denn wenn wir bei unserer mobilen Arbeitsweise immer noch auf GPRS-Geschwindigkeit angewiesen wären, würde heute wohl kaum jemand auf die Idee kommen, woanders als im Büro und zu Kernarbeitszeiten seine ToDos zu erledigen.

Neue Tools

Herausfordernd und kostenintensiv ist oft, die Basisinfrastruktur zu schaffen. z.B. flächendeckendes WLAN erfordert bauliche Maßnahmen, Zugriff auf zentrale Systeme sind Security Herausforderungen und es bedarf außerdem oft Investitionen in ausreichende Bandbreite. Diese sind zu lösen und kosten Geld. Aber die Technologie und all ihre neuen Werkzeuge sind der Grundstein für die neue Welt des Arbeitens. Sie sind allerdings keinesfalls ein Selbstzweck sondern erfüllen reine Enablerfunktionen. Denn wer sich dem Thema von Technikseite nähert, wird fast zwangsläufig an der Unternehmenskultur scheitern. Und feststellen, dass diese sogenannten „soft facts“ härter als gedacht sein können.

Am 25. Februar ist das „Buch New World of Work – Warum kein Stein auf dem anderen bleibt“, von Michael Bartz und Thomas Schmutzer im Lindeverlag und Verlag Handelsblatt/Wirtschaftswoche erschienen.

Der Artikel im Standard:

http://derstandard.at/1395363501670/Technik-als-Ermoeglicher

Blog “Neues Arbeiten” von Thomas Schmutzer:

http://www.thomasschmutzer.com/

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