Was Mitarbeitern heute wichtig ist

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Wer flexibles Arbeiten nicht anbietet, ist als Arbeitgeber wenig attraktiv. – Ein Artikel von Michael Bartz und Thomas Schmutzer vom 1.3.2014 in Der Standard:

Unsere Lebenswelten haben sich in den letzten 10 Jahren sehr grundlegend geändert. Technologien spielen dabei eine grosse Rolle, wie z.B. Handies, eMail, Skype, Facebook, Twitter oder einfach nur online Shopping. Am Ende können wir heute so ziemlich alles von überall erledigen. Diese Veränderungen wirken sich auch auf unsere Erwartungen an unsere Arbeitsweisen und den Arbeitsplatz aus. Das zeigt sich vor allem in der Forderung von MitarbeiterInnen nach mobilem Arbeiten, was eine enorme Flexibilisierung von Arbeitszeit und Arbeitsort mit sich bringt. Oder einfacher gesagt: Mitarbeiter von heute teilen sich ihre Arbeitszeit und ihren Arbeitsort gerne selber ein: Zahnarzttermin um 14 Uhr? Kein Problem, wenn nicht gerade zeitgleich ein Meeting angesetzt ist. Die „verlorene“ Zeit wird einfach später nachgeholt. Manche Menschen arbeiten ohnehin lieber abends. Auch der Arbeitsort kann vielfach nicht mehr mit der Firmenadresse gleichgesetzt werden. Wobei hier natürlich zu erwähnen ist, dass nicht jede Arbeit dazu geeignet ist, um sie zuhause am Küchentisch oder auf der Parkbank zu erledigen. Genauso wenig, wie jeder Mitarbeiter gerne von extern arbeitet. Es gibt einfach bestimmte Arbeiten, wo mobile Arbeitsweise wenig bis kaum sinnvoll ist und auch Mitarbeiter, die eine geordnete Büroumgebung dem heimischen Wohnzimmer bei weitem vorziehen. Und das ist auch völlig in Ordnung so.

Dr. Johannes Kopf, Vorstandes des AMS, dazu: „Unternehmen, die von ihren Bewerber/innen neben guter Ausbildung, Kreativität und Flexibilität erwarten, sehen sich plötzlich damit konfrontiert, dass ein gutes Gehalt, Handy und Laptop allein als Gegenleistung nicht mehr reichen. Diese Mitarbeiter/innen erwarten sich ebensolche Flexibilität in Bezug auf Arbeitszeit aber auch jene Kreativität in der Arbeitsorganisation die ein höheres Maß an Selbstbestimmung möglich macht.

Diversität heisst das neue Schlagwort – Auch hier gilt: Gießkannenprinzip ist out. Es geht um das Anbieten von Optionen, die Mitarbeiter nutzen können oder auch nicht. Wie wichtig dieses Angebot ist, belegt die Studie „New World of Communication 2014: wie gearbeitet wird – Kommunikation & Collaboration in Österreich“, die HMP Beratungs GmbH gemeinsam mit Michael Bartz vom IMC Krems und dem Report Verlag bereits zum 4. Mal durchgeführt haben. Denn 76,7% der Studienteilnehmer aus 13 verschiedenen Branchen sind der Meinung, dass Unternehmen die kein flexibles Arbeiten anbieten, für potenzielle Bewerber unattraktiver sind. Das bedeutet Einbußen beim employer branding, der Attraktivität von Arbeitgebern für potenzielle Mitarbeiter.. Doch nicht nur die mobile und flexible Arbeitsweise prägt die New World of Work. Auch alternative Beschäftigungsformen nehmen zu und werden auch weiterhin zunehmen, wovon bereits 64,1% der 261 Studienteilnehmer von „New World of Communication 2014“ überzeugt sind. Hier sind Sabbaticals genauso zu nennen wie der Umstieg von Voll- auf Teilzeit oder auch die teilweise Selbständigkeit von Mitarbeitern, die einen bestimmten Prozentsatz ihrer Arbeitsleistung in ihre eigene Firma investieren wollen.

Angebot und Nachfrage – Gehalt ist also nicht mehr alles. Genauso wenig wie das „mit Haut und Haaren einem Job verschreiben“. Dabei werden wir mit Sicherheit weder fauler noch ineffizienter. Ganz im Gegenteil. Es werden nur alle Interessen, die im Zuge von Veränderungsprozessen dazugekommen sind, vermehrt unter einen Hut gebracht. Der Gedanke „es gibt auch ein Leben außerhalb der Firma“ bekommt durch die mobile Arbeitsweise eine gänzlich neue Bedeutung. Und besagtes Leben außerhalb der Firma wird häufig für alternative Beschäftigungsinhalte genutzt wie etwa eine eigene Firma oder ein eigenes Projekt. Hier spielt der Aspekt der Selbstverwirklichung eine weitaus größere Rolle, als die reine Auslebung des Privatlebens. Unternehmen werden sich wohl oder übel auf diese Veränderungen, Wünsche, Ideen und ja, auch Forderungen von Mitarbeitern einstellen müssen.
Tun sie es nicht, drohen Einbußen beim Employer Branding und das sukzessive „Austrocknen“ der Bewerber Pipelines vor allem wenn es um junge, erfolgshungrige Talente geht. Diese werden – auch durch die steigende Überalterung – immer rarer und gefragter und können es sich, ganz nach dem altbewährten Prinzip von Angebot und Nachfrage, ihre Arbeitgeber in Ruhe aussuchen.

Am 25. Februar ist das „Buch New World of Work – Warum kein Stein auf dem anderen bleibt“, von Michael Bartz und Thomas Schmutzer im Lindeverlag und Verlag Handelsblatt/Wirtschaftswoche erschienen: Amazon

Der Artikel im Standard:

http://derstandard.at/1392686692625/Was-Mitarbeitern-heute-wichtig-ist

Blog “Neues Arbeiten” von Thomas Schmutzer in Report:

http://www.report.at/blogs/neues-arbeiten/thomas-schmutzer

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