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Archiv für Mai 2012


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Zwei Monate sind wir jetzt schon zusammen: Mein Nokia Lumia 710 und ich. Ich muss sagen: Wir sind immer noch so glücklich, wie am ersten Tag.

Zunächst: Ich freue mich bei jedem Anruf darüber, mein Gegenüber klar zu verstehen. Die Sprachqualität des Lumia passt einfach. Umgekehrt wird von Freunden und Bekannten in meinem Netzwerk sehr geschätzt, dass ich jetzt nicht mehr wie Amerika-Ferngespräch klinge. Das heisst: Telefonieren macht jetzt wieder richtig Spass.

Für meine neue Welt des Arbeitens bedeutet das: Ich vermeide, so manche eMail in den Outer Space zu schicken, indem ich stattdessen zum Hörer greife und Punkte direkt mit einem Telefongespräche regle. Das reduziert natürlich auch das Volumen der hereinströmenden Mails signifikant und spart somit doppelt Zeit: Punkt ist ad hoc geklärt, kein Warten auf Antwort und es folgen keine eMail-Konversationen.

Das zur Sprache. Hinzu kommt: Das Nokia Lumia ist in den zwei Monaten noch nicht abgestürzt. Oft habe ich es etwas misstrauisch aus dem Augenwinkel beobachtet. Aber…es rennt einfach durch. EMails kommen herein, Emails gehen heraus. Ganz verlässlich, ohne Unterbrechung.

Das heisst in meiner neuen Welt des Arbeitens verbringe ich inzwischen weniger Zeit am PC. Denn unterwegs – wenn ich ohnehin “Leerzeiten” habe, z.B. in der U-Bahn, im Bus, etc. – nutze ich genau diese Zeiten, um meine Mails zu screenen. Manche beantworte ich dann schon direkt. Zumindest, wenn eine Ein-Satz-Antwort reicht, das gibt die Touchscreen Tastatur des Lumia gut her. Andere komplexere Mails bzw. Themen schaue ich einfach inhaltlich durch, priorisiere sie und überlege mir in Ruhe ein Reply. Wenn ich dann später am PC sitze, bin ich viel schneller mit der Beantwortung der verbliebenen und vorpriorisierten Mails. Oder einfacher: Meine Nettozeit vor dem PC Bildschirm sinkt drastisch….und meine Antworten fallen überlegter aus (nicht gleich in die Tasten hauen), und ich priorisiere besser.

Doch die Freude unserer Beziehung – mein Lumia und ich – reicht noch weiter: Die Apps. Mein Lieblings-App ist WordPress. Mit zwei Klicks sehe ich die Statistik meines New World of Work Blogs. Die behalte ich gerne im Auge, um meine Inhalte am Blog zum richtigen Zeitpunkt einsteuern zu können….und natürlich ist es einfach spannend zu sehen, ob auf einen Artikel 100, 500 oder 1.000 Besucher reagieren.

Auch mit Facebook bin ich besser geworden. Mit Hilfe der Facebook-App. Da bin ich inhaltlich schon fast so obenauf, wie meine Studentinnen und Studenten. Dialog:

Ich: “Microsoft hat vor 2 Stunden neue Praktikantenstellen gepostet.”

Reply der Studentin: “Ja stimmt. Super. Habe schon telefoniert.”

…Also ich bin fast so schnell, wie meine Studentinnen und Studenten. Zumindest schon nahe dran.

In Summe fühle ich mich einfach besser connected in meinem Netzwerk, bin schneller und besser informiert und spare deutlich Zeit in vielerlei Hinsicht. Das ist für mich Nokia und meine Neue Welt des Arbeitens.

Zu Microsoft: Drei Wünsche hätte ich allerdings ggü. Microsoft, wenn ich drei Wünsche frei hätte:

  • Ich glaube, dass Microsoft es generös zulassen könnte, dass Google Maps auf Windows Mobile rennt – Im Internet Explorer. Und eine Google Maps App könnte man auch im Market Place zulassen.
  • Dann wünsche ich mir den BBC iPlayer als App. Diese nutze ich am iPad schon seit einem Jahr für die Weiterentwicklung meiner englischen Sprachkenntnisse auf sehr angenehme Art und Weise. Diese Experience hätte ich auch gerne am Nokia Lumia.
  • Und Arte TV sollte es nicht nur auf dem iPad als App geben. Ich liebe es mit guten Briefings aus Arte TV meine französischen Wirtschafsbeziehungen zu “würzen”. Als Windows Mobile App wäre Arte TV ebenfalls genial.

Ich habe allerdings ein Bauchgefühl, dass meine Wünsche alsbald in Erfüllung gehen könnten. Und eine Beziehung muss ja auch Entwicklungspotential haben. Ich bleibe dran und werde weiter berichten. 

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Das Industriemagazin Report interviewte Michael Bartz, Professor an der IMC Fachhochschule Krems, und HMP-Geschäftsführer Thomas Schmutzer zum Thema “Neue Welt des Arbeitens”:

  • Die Neue Welt des Arbeitens ist in aller Munde, wie wird sie sich entwickeln? Welche Herausforderungen kommen auf die Unternehmen zu?
  • Wie definieren Sie Arbeit heutzutage?
  • Sind Digital Natives die Treiber für diese neue Welt des Arbeitens?

Zum Interview auf Report online: http://www.report.at/telekommunikation-a-it/aufmacher/37654-rimmer-weniger-im-buerol

Report: Die Neue Welt des Arbeitens ist in aller Munde, wie wird sie sich entwickeln? Welche Herausforderungen kommen auf die Unternehmen zu?

Michael Bartz: Zunächst werden Unternehmensgrenzen nebulöser und offener. Teile der Unternehmen werden outgesourct – verlassen also die Firma physisch. Umgekehrt werden Systemlieferanten viel enger in die Wertschöpfungskette integriert. Außerdem nutzen Unternehmen immer mehr Crowd-Prozesse, zum Beispiel Wikis. Auch werden die Grenzen zu den Kunden immer dünner und durchlässiger: Ein Rund-um-die-Uhr-Service wird in vielen Unternehmen inzwischen zur Selbstverständlichkeit und direktere Kommunikation über unterschiedliche Kanäle wie Chat, E-Mail, IP-Telefonie breitet sich aus. Unternehmensintern schaut es nicht anders aus: Unternehmenshierarchien werden durch Matrix- und Projektorganisationen ersetzt und Arbeit findet immer mehr überall statt, aber immer weniger im Büro. Wichtiger Treiber dieser Entwicklung sind Technologien, die wir inzwischen gut aus unserem Privatleben kennen. Ich erwähne nur Skype, Facebook, Windows Live oder SkyDrive. Das sind Werkzeuge, die Kommunikation und Zusammenarbeit über Distanz unterstützen und die in Form professioneller Tools Einzug in die Unternehmen gehalten haben.

Thomas Schmutzer: Die neue Welt des Arbeitens ist schon viel präsenter als viele Unternehmen glauben. Viele Unternehmen setzen bereits oft Freelancer oder externe Experten ein. Als Berater erlebt man dann Meetings, in denen die wirklichen Angestellten in der absoluten Minderheit sind. Man erkennt dies von außen nicht, da auch die Freien oft eine Firmenmailadresse und -telefonnummer haben. Ein weiteres Beispiel ist, dass in vielen Unternehmen neben den Firmen-PCs auch auf privaten iPads gearbeitet wird. Anstelle der offiziellen Firmentools werden Freewarelösungen wie Dropbox oder Evernote aus dem Internet in der Zusammenarbeit genutzt.
Viele Mitarbeiter arbeiten gerne an Konzepten, Strategien und wichtigen Dokumenten in Ruhe von Zuhause aus. Oder im Kaffeehaus. Oder im Garten. In der neuen Welt des Arbeitens lösen sich die Jobs von fix vorgegebenen Örtlichkeiten.

Report: Was bedeutet dies für Unternehmen?

Thomas Schmutzer: Für die Chefs von morgen und sicher auch schon von heute bedeutet das, loszulassen und zu vertrauen. Denn Mitarbeiter werden ihre Arbeit dort verrichten, wo es ihnen am liebsten ist – und dabei werden sie mit sehr großer Wahrscheinlichkeit nicht in den Büro­räumlichkeiten anwesend sein. Natürlich sieht dies auf dem ersten Blick nach massivem Kontrollverlust aus. Unternehmen müssen nun Wege finden, den Mitarbeitern die richtigen Arbeitsumfelder zur Verfügung zu stellen. Mitarbeiter erwarten immer mehr jene Tools und Kanäle, die ihnen privat zur Verfügung stehen, auch im Job nutzen zu können. Daher wird im heutigen Arbeitsumfeld der Unternehmer immer weniger der sein, der Equipment zur Verfügung stellt, sondern muss mehr und mehr dafür Sorge tragen, dass die individuellen Geräte seiner Mitarbeiter miteinander kompatibel sind. Dieses Konzept wird »Bring your own device« genannt. Dieser Wandel erfolgt, er ist bereits im Gange – schleichend, aber konstant. Unternehmen werden ihn nicht verhindern können, sondern sollten versuchen, sich aktiv darauf vorzubereiten.

Report: Wie definieren Sie Arbeit heutzutage?

Michael Bartz: Arbeit verändert natürlich unter diesen Bedingungen grundsätzlich ihr Gesicht. Arbeit hatte bisher viel auch mit Anwesenheit im Unternehmen zu tun. Der Begriff »Ich gehe in die Arbeit« drückt das sehr gut aus. Nur hatte Arbeit in dieser Form nicht unbedingt immer mit Leistung zu tun. Wenn wir beginnen, virtuell auf Distanz zu arbeiten, dann löst sich diese Vorstellung von Arbeit auf. In den Managementwissenschaften spricht man dann hier auch von »Management by Objectives«. Bei diesem Arbeitsansatz geht es nicht darum, wie Leistung erbracht und Ziele erreicht werden – das ist eine Tour d’horizon. Im Vordergrund steht vielmehr, dass definierte messbare Ziele erfüllt werden. So wird auch Leistung messbar. Allerdings bedeutet dies nicht nur eine kulturelle, sondern auch rein technische Umstellung für Unternehmen und Führungskräfte. Viele Firmen verfügen heute noch nicht über Managementsysteme, die es erlauben, eine Unternehmensstrategie in klare messbare Ziele zu übersetzen und diese auf jeden einzelnen Mitarbeiter herunterzubrechen. Im »New World of Work«-Forschungsschwerpunkt an der IMC FH Krems beschäftigen wir uns genau mit dieser Fragestellung und unterstützen Unternehmen exakt bei diesem Prozess.

Thomas Schmutzer: Arbeit ist, wie so vieles andere auch, stark im Wandel begriffen und bedeutet heute etwas anderes als noch vor 50 Jahren. Früher stand dahinter ein räumlich klar definierter und zeitlich klar eingeschränkter Begriff. Arbeit war ausschließlich in der Fabrik, im Geschäft, in der Landwirtschaft. Sie begann zu einem fix definierten Zeitpunkt, endete mit einem ebensolchen und umfasste Equipment, welches die Firma vorgab. Heute dagegen dominieren All-in-Verträge, klassische Arbeitszeit gibt es dadurch eigentlich nicht mehr. Man erledigt die Arbeit, egal wann sie anfällt, auch am Wochenende. Die Trennung von Freizeit und Arbeit verschwindet immer mehr – viele stört dies auch nicht. So hat eine Studie der ITU World Telecommunication 2010 ergeben, dass 24 % in den USA und 19 % in Deutschland in den Ferien regelmäßig E-Mails und Voicemails prüfen. Ich behaupte nicht, dass wir mehr arbeiten als andere Generationen, aber wir tun dies auf eine andere Weise, eher auf einer Ad-hoc-Basis. Mobile Arbeitsplätze und »always on(line) statt always in the office« sind die neuen Bezeichnungen für Arbeit, während sich Begriffe wie Anwesenheit, Kernzeit und Feierabend mehr und mehr zu Fremdwörtern entwickeln werden. Arbeiten ist somit mehr zu einer Frage des notwendigen Zugangs geworden.

Report: Sind Digital Natives die Treiber für diese neue Welt des Arbeitens?

Michael Bartz: Digital Natives sind anders. Man könnte es mit »positiv verrückt« auf den Punkt bringen. Diese Verrückten machen bereits bis zu 30 % der Mitarbeiter in der Unternehmenspyramide aus – vorausgesetzt, ein Unternehmen ist als Arbeitgeber noch attraktiv genug. Das drückt in drei Sätzen die aktuelle Herausforderung für General Manager und Personalleiter aus. Klar ist: Digital Natives kommen mit ganz anderen Erwartungen und Verhaltensformen in die Unternehmen. Sicherheit ist ein Bedürfnis, das in der Bedürfnispyramide in dieser Generation sehr weit unten steht. Selbstverwirklichung, Freiheit und Unabhängigkeit hingegen rangieren weit oben. Dies hat Konsequenzen in einem Arbeitsmarkt, in dem Fachkräftemangel herrscht. Mitarbeiter dieser Generation wechseln öfter den Job und die Firma. Sie wechseln, wenn der Job inhaltlich nicht passt oder die Firma einfach uncool ist – oder bewerben sich erst gar nicht. Stellen Sie sich vor: Sie sind mit Tools wie Skype oder Facebook aufgewachsen und es gewohnt, mit Ihrem Netzwerk über Distanz zu interagieren und Probleme kollaborativ zu lösen. Welche Motivation haben Sie da noch, täglich wie hunderttausend andere ins Büro zu pilgern?
Mobiles Arbeiten ist eine Grunderwartung der Digital Natives. Diese Generation will jene Tools zur Verfügung haben, mit denen sie aufgewachsen ist. Aus diesem Grund können sie als ein Treiber für diese neue Welt bezeichnet werden.

Thomas Schmutzer: Digital Natives sind keine homogene Zielgruppe. Sie alle haben Computer & Co bereits mit der Muttermilch aufgesogen, und doch unterscheiden sie sich voneinander. Sie sind Internetbewohner, die gelernt haben, im Sinne der Open-Source-Mentalität Informationen zu erstellen und zu teilen und zeichnen sich durch hohe Risikobereitschaft und schnelles Handeln aus.
Das passende Arbeitsumfeld sind Unternehmen in denen sie aktiv Veränderungen initiieren und beeinflussen können, Firmen mit partizipativer und dialogorientierter Unternehmenskultur. Diese Arbeitnehmer wollen unternehmerisch arbeiten. Doch auch ältere Arbeitskräfte nehmen den technologischen Fortschritt und das Internet äußerst ernst. Sie machen sich Sorgen, den Anschluss zu verlieren. Deshalb tun sie viel, um mit jeder Neuerung Schritt zu halten.

Quelle: www.report.at

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The Power of Introverts


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Andreas Winkler, Student an der IMC FH Krems, machte mich auf dieses TED-Video aufmerksam: http://www.ted.com/talks/susan_cain_the_power_of_introverts.html

20 wirklich gut investierte Minuten. Thema sind die, die sich eher weniger äussern. Die sogenannten Introvertierten.

Die Begriffe “Introversion” und “Extroversion” wurden vom schweizer Psychologen Carl Gustav Jung eingeführt. Und zum Beispiel der Myers-Briggs-Typindikator (http://de.wikipedia.org/wiki/Myers-Briggs-Typindikator) trug das dahinter stehende Denkmodell in die Managementwissenschaften.

Und ungefähr an dem Punkt setzt das Video an und regt mächtig zum Nachdenken an. Zum Beispeil zum Nachdenken, wie die mehr introvertierten 30% unserer Bevölkerung – ergo 30% der Mitarbeiter und Manager in Unternehmen – eigentlich die zwanghafte und permanente Orientierung an Teamwork empfinden. Dass introvertierte Manager vielleicht die besseren Manager sein könnten. Denn diese lassen lieber ihre Mitarbeiter die guten Ideen in die Organisation hinaus tragen…und so weiter und so fort.

In Summe gibt das Video einen wesentlichen Denkimpuls in Richtung einer differenzierteren Betrachtung neuer Arbeitsformen und Managementmethoden in neuen Arbeitswelten. Wie gesagt: 20 gut investierte Minuten. Andreas Winkler hatte es mir versprochen und das Versprechen hat gehalten. Danke für den Hinweis.

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Ein interessante Runde von Experten erwartet Besucher der Veranstaltung “Trends 20.30 – Arbeitsplatz der Zukunft” des Alois Mock Instituts. Eckdaten:

Donnerstag, 31.5.2012

Blaha Büroideenzentrum
2100 Korneuburg, Klein-Engersdorfer Straße 100

18:30 Uhr Akkreditierung
19:30 Uhr Beginn der Veranstaltung

Experten:

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Anmeldung unter: http://www.alois-mock-institut.at/aktuell.html

Vielen Dank an Andreas Winkler (Student Export Management der IMC FH Krems) für den Hinweis.

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Die Verrückten kommen


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So könnte man meinen – als Unternehmer oder Manager. Denn sie sind anders. Positiv anders. Gemeint sind die Digital Natives. Digital Natives sind heute um die 29 oder 30 Jahre alt. Studien variieren hier. Was aber nicht variiert: Digital Natives machen in Unternehmen durchschnittlich schon fast ein Drittel der Belegschaft aus. Das ist ein Drittel der Belegschaft, das sich grundlegend anders verhält, agiert und denkt als die „älteren“ Mitarbeitergeneration im Unternehmen.

Nur ein Datenpunkt: Ich bin 1967 geboren, in die Internet-Welt hineingewachsen und für meine Generation ist typisch: 70% meiner Kommunikation in meiner Firma wickle ich über eMail ab und empfinde das Warten auf Antwort durchschnittlich als unproblematisch (aber nur durchschnittlich). Asynchrone Kommunikation liegt mir. Digital Natives hingegen verhalten sich genau entgegengesetzt. 70% der Kommunikation in Unternehmen läuft über Chat. Asynchrones eMail-Kommunizieren ist out, mega out. Diese Generation ist nicht damit aufgewachsen, zu warten. Ich hingegen schon. Als Bub, wenn ich am Schulweg telefonieren musste, habe ich noch eine Telefonzelle gesucht. Wenn ich eine Wissensfrage hatte, bin ich erst nach Haus gegangen und habe zum Brockhaus-Lexikon gegriffen (mein Gott waren die Bände schwer im Verhältnis zu einem iPad heute). Das prägt. Umgekehrt prägt die Ubiquität von Information, Wissen und Kommunikation die Digital Natives: Gibt es etwas abzuklären, dann wird zum Handy gegriffen, wo immer man steht und geht. Und es wird geklärt. Kommen Fragen auf, dann wird das im Social Network ausdiskutiert. Und im Zweifel hat Wikipedia, Google, etc. immer eine Antwort bereit. Und am schicken Smartphone macht es inzwischen sogar einigermassen Spass zu Surfen. Das heisst: Digital Natives sind zu einer Sache nicht bereit, und das ist Warten. Weiters prägt diese Generation: Lösungen finden ist etwas, was kollektiv im persönlichen Netzwerk passiert. Und Lösungen finden heisst auch, smart durch Online Ressourcen navigieren, Wissen zu selektieren und in Lösungen und fertige Ergebnisse ummünzen.

Wenn wir das auf das Agieren in der Arbeitswelt ummünzen, dann wird klar: Digital Natives kommen mit ganz eigenen, neuartigen Anforderungen in Unternehmen hinein. Fordern dort die Möglichkeiten ein, zu kommunizieren, zu kollaborieren und Wissensressourcen zu nutzen, die sie bereits in den ersten 20 oder 30 Jahren ihres Lebens gewohnt sind. Das hat Implikationen für Unternehmen, Unternehmer und Manager:

1.) Unternehmen, die diese Möglichkeiten technisch nicht anbieten, entwickeln ein Problem. Denn welche Arbeitgeber werden junge High Potentials wohl eher wählen?

2.) Unternehmen, die diese Möglichkeit technisch hätten, aber blocken, entwickeln genau das selbe Problem. Kurzfristig gibt es so etwas wie Kontrolle. Langfristig ist der Schaden gross.

3.) Unternehmer und Manager (und Managerinnen) sind gefordert, neue Führungskompetenzen zu entwickeln. Denn mit der grundsätzlichen Andersartigkeit der Digital Natives kommen auch neue Ansprüche an Arbeitsweisen (Remote Management) und Führungsstil (Management by Objectives statt Kontrollführungsstil) in die Unternehmen.

Umgekehrt gedacht, bietet das Arbeiten mit Digital Natives ganz neue unternehmerische Möglichkeiten. Der sicher mehr unabhängige Arbeitsstil der Digital Natives gibt herkömmlichen Produktionsfaktoren, wie Standort und Büro weniger Gewicht. Dieses Faktum eröffnet grossen, mittleren und kleinen Unternehmen die Möglichkeit, Standort- und Bürokonzepte zu überdenken. Ausserdem zeigen Studien, dass die Einführung neuer Arbeitsformen, die den Bedürfnissen der Digital Natives entsprechen, insgesamt zu erhöhter Produktivität im Unternehmen führen und zur Steigerung der Unternehmensperformance beitragen können. Das sind nur einige der vielen Gründe, einmal genauer auf die „neuen Verrückten“ zu schauen mit dem Ziel, den bisher bewährten unternehmerischen Ansatz zu überdenken. Der von mir sehr geschätzte Kollege Gutmann (Eigentümer der Firma Sonnentor) brachte es für mich auf den Punkt: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Ein wichtiger Schlüssel für eine proaktives unternehmensstrategisch orientiertes Gehen mit der Zeit liegt sicher in den Digital Natives. Sozusagen als Starthilfe zum „Unternehmen der nächsten Generation“.

Artikel erschienen in www.report.at

Siehe auch Blogartikel von Thomas Schmutzer (HMP Consulting):

http://www.report.at/easyblog/neues-arbeiten/thomas-schmutzer

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Deloitte veröffentlichte im April für Österreich die neue Studie “Flexible Working 2012”. Deloitte dazu: “Die Entwicklung zur Dienstleistungsgesellschaft, steigende Kundenerwartungen, starker Kostendruck, die fortschreitenden technologischen Entwicklungen sowie die zunehmende Internationalisierung prägen die neuen Arbeitswelten. Flexibilität wird für Unternehmen zum erfolgskritischen Thema – auch in Hinblick auf den Faktor Arbeit: MitarbeiterInnen sollen flexibel arbeiten (können). Gleichzeitig stellen MitarbeiterInnen vermehrt erhöhte Erwartungen an Flexibilität in Hinblick auf Arbeitszeit, Arbeitsort oder Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten. Dies alles führt zu Veränderungen in Hinblick auf das WIE von Arbeit – wer, wo, wann, was arbeitet, wird sehr unterschiedlich gehandhabt. … Deloitte Human Capital beleuchtet hier zum ersten Mal in Österreich die Praxis sowie die Entwicklungstendenzen des flexiblen Arbeitens. Die Basis dieser Studie bildet eine Online Befragung, an der 137 Personen teilgenommen haben. Diese sehr große Zahl verdeutlicht die hohe Relevanz und Aktualität des Themas Flexibilität in heimischen Unternehmen.”

Auf 25 Seiten hat Deloitte die Ergebnisse der Studie zusammengefasst. Die Studie kann hier heruntergeladen werden: Download Link

Kernaussagen der Studie:

  • “Österreichische Unternehmen wollen durch eine flexiblere Arbeitsgestaltung vor allem ihre Attraktivität als Arbeitgeber erhöhen und die Produktivität ihrer MitarbeiterInnen steigern.
  • Die flexible Arbeitszeitgestaltung wird nach wie vor als der zentrale Faktor gesehen, flexibles Arbeiten ist aber inzwischen weit mehr.
  • Die großen Potenziale, die eine innovative Gestaltung der Arbeitsumgebung mit sich bringt, werden noch weitgehend unterschätzt.
  • Die Veränderung der Unternehmenskultur in Richtung Ergebnisorientierung und Vertrauen stellt aus Sicht der Unternehmen einen zentralen Erfolgsfaktor des flexiblen Arbeitens dar.
  • Der notwendige Veränderungsbedarf wird aber häufig unterschätzt bzw. nicht wahrgenommen – das ist aus Sicht der Unternehmen die größte Schwierigkeit bei der Gestaltung von flexibler Arbeit.
  • Flexibles Arbeiten effektiv und effizient zu gestalten, fällt vielen offensichtlich noch schwer: der Umgang mit (neuen) Arbeitsweisen und Arbeitsmitteln wird häufig als unpassend beschrieben.
  • Die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben gewinnt durch die zunehmende
    Flexibilisierung weiter an Bedeutung.
  • Der Zusammenhang zwischen flexiblem Arbeiten und flexibler Karrieregestaltung wird selten bewusst wahrgenommen.
  • Die neuen Arbeitswelten verändern auch die Anforderungen an Führung: sehr heterogene Teams, komplexe Führungsstrukturen und Führung auf Distanz sind keine Einzelfälle mehr.”

Auf 25 Seiten hat Deloitte die Befragungsergebnisse der Studie zusammengefasst inkl. statistischer Auswertungen und Charts. Die Studie kann hier heruntergeladen werden: Download Link

Vielen Dank an Thomas Schmutzer von HMP Consulting für den Hinweis auf die Studie.

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