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Archiv für August 2010

Enterprise 2.0 & Produktivität


Oliver Lauer, Manager von JTC Asia, machte mich auf einen Beitrag von Dr. Willems Buhse aufmerksam. Der Hamburger Unternehmensberater bringt das Thema “Enterprise 2.0”und “Produktivität” in 40 Zeilen auf den Punkt:

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“Der Begriff “Enterprise 2.0″ selbst wurde von Andrew McAfee, Associate Professor an der Harvard Business School, geprägt. Für ihn bezeichnet Enterprise 2.0 den Einsatz sich selbst entwickelnder Social-Software-Plattformen innerhalb des Unternehmens beziehungsweise zwischen dem Unternehmen und seinen Partnern und Kunden.

Maßgeblich für ein Enterprise 2.0 sind Art und Umfang der erfolgreichen Selbstorganisation und hierarchiefreien Kommunikation. Während sich klassisch strukturierte Unternehmen durch hierarchische Strukturen und Prozesse auszeichnen, werden im Enterprise 2.0 an vielen Stellen Hierarchien bewusst flexibilisiert, um damit den notwendigen Raum für eine erfolgreiche Selbstorganisation zu schaffen. Mit der dadurch ermöglichten dauerhaften Innovationsdynamik und Kreativität, lässt sich die Leistung eines Unternehmens um ein Vielfaches steigern.

Die Grenzen zwischen internen Mitarbeitern, externen Kooperationspartnern und Kunden verschwimmen zunehmend. Gleichzeitig erfordern verkürzte Produktlebenszyklen von Unternehmen, schnell und flexibel zu reagieren und Entscheidungen zu treffen, um neue Produkte und Dienstleistungen an den Markt zu bringen. Starre, hierarchische Kommunikations- und Organisationsstrukturen erscheinen in diesem Umfeld langfristig wenig überlebensfähig. Enterprise 2.0-Technologien und -Konzepte bieten in diesem Umfeld neue Ansatzpunkte, um vernetzte Kommunikations- und Organisationsstrukturen zu unterstützen. Kurz: um als schnell lernendes Unternehmen innovationsfähiger zu sein. Dazu gilt es über Jahre verfestigte Mauern zwischen Mitarbeitern einzureißen.”

Während die Vernetzung von Mitarbeitern, Geschäftspartnern und Kunden das Leitmotiv des Enterprise 2.0 ist, sind seine Werkzeuge innovative Web 2.0-Technologien. Sie geben allen Mitarbeitern die Kontrolle über ihr Tun, lassen ihnen Handlungsspielraum und machen sie unabhängig von den Vorgaben und Restriktionen traditioneller IT. Solche Enterprise 2.0-Plattformen basieren auf Social Software-Erweiterungen um Web 2.0-Funktionen wie Profil-Management, Multimedia-Blogs, User Generated Content, Bewertungs-Tools, Tag Clouds, RSS-Feeds und Voting, Kollaboratives Filtern oder Kommentarfunktionen.

Die Einführung von Social Software und Web 2.0-Technologien bedeutet vor allem einen Wandel der Unternehmenskultur. Technologie kann ein effektives Werkzeug sein, doch maßgeblich ist das Miteinander der Menschen. Bei allen Social Software-Tools geht es immer um den zentralen, für Unternehmen relevanten Punkt des Web 2.0: die bestmögliche Nutzung der kollektiven Intelligenz.

Auch wenn die Entwicklung noch relativ jung ist zeichnet sich eines schon klar ab: Es sind deutliche Effizienzgewinne durch den Einsatz von Enterprise 2.0-Werkeugen nachweisbar. Dadurch, dass Mitarbeiter unternehmensweit einfach und schnell Wissen austauschen, wird beispielsweise Doppelarbeit vermieden. Die Einarbeitung in neue Themen und Ad-hoc-Lösungen von Problemen können schneller und effizienter bewältigt werden weil die richtigen Ansprechpartner zeitnah aufgefunden werden. Darüber hinaus steigert der direkte Austausch innerhalb großer Teams über Social Media die Innovationsdynamik deutlich. Die Erfahrung hat gezeigt: Je besser die Vernetzung ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für neue Lösungsmuster. Effizientes Wissensmanagement bedeutet nicht, das ganze Wissen eines Unternehmens in Datenbanken zu dokumentieren – ein Ohnehin recht fragwürdiges Ziel mit trügerischem Nutzen – sondern vielmehr, die Träger und Nachfrager des Wissens situativ in Kontakt miteinander zu bringen.

Eine unternehmensweite Anwendung von Enterprise 2.0 setzt zunächst eine offene, von Vertrauen geprägte Unternehmenskultur und -kommunikation voraus, in der alle Mitarbeiter am Innovations- und Problemlösungsprozess teilnehmen. Vertrauen ist ein Schlüsselthema, wenn es um Enterprise 2.0-Technologien in Unternehmen geht. Entscheidend ist eine sichere und vertrauensvolle Einbindung sowohl der Mitarbeiter als auch externer Partner sowie Kunden.

Die Einführung eines Enterprise 2.0 ist ein Prozess in kleinen Schritten. Und welche Schritte gegangen werden, sieht in jedem Unternehmen anders aus. Das beste Change Management besteht darin, erfolgreiche Projekte zu ermöglichen. Die Nutzung unternehmensweiter Intelligenz ist das Ergebnis und nicht der Anfang.

Eine der größten Herausforderungen für das Management ist sicherlich “die Kunst, loszulassen.” Der Verlust von Kontrolle in ihrer bekannten Form ist jedoch eine gewollte Wirkung des Enterprise 2.0. David Weinberger, Fellow am Berkman Center for Internet and Society der Harvard Law School und einer der Autoren des Enterprise 2.0-Standwardwerkes vertritt die These, dass der Verlust von Kontrolle das Web und das Internet zu den bedeutendsten Schauplätzen von Innovation in der Geschichte der Menschheit macht.

Wer seine Mitarbeiter möglichst umfassend untereinander verbinden will, der muss akzeptieren, dass Informationen nicht mehr in den gewohnten Bahnen von oben nach unten oder umgekehrt fließen und auf diesem Weg viele Filter durchlaufen, sondern dass sie sich weitgehend ungehemmt ausbreiten. Erfassung von Arbeitszeit, Abteilungsgrenzen, enge Aufgabengebiete und in größeren Konzernen die Trennung in viele Tochtergesellschaften verhindern die im Enterprise 2.0 gewollten Netzwerkeffekte. Wissen wird geteilt und nicht in erster Linie benutzt, um die eigene Herrschaft zu sichern. Technologien, die das Wissens- und Innovationsmanagement in Unternehmen unterstützen, hatten in der Vergangenheit häufig das Problem, dass sie von den Anwendern in Unternehmen nicht in ausreichendem Umfang akzeptiert und damit nicht voll genutzt wurden. Eine breite Nutzer- und Nutzungsbasis ist allerdings zentrale Voraussetzung für den effizienten Einsatz von Wissensmanagement- und Kollaborationslösungen”.

Weitere Beiträge von Dr. Buhse unter: http://www.doubleyuu.com/

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Enterprise 2.0


Thomas Schmutzer von HMP machte mich auf einen Artikel von Larissa Haider im Wirtschaftsblatt aufmerksam:

“Die Arbeitswelt steht vor einer Kulturrevolution: Als sogenanntes Enterprise 2.0 ersetzen immer mehr Unternehmen bisherige Arbeitsabläufe durch Wikis, Blogs und virtuelle Teams – und hierarchische Strukturen durch die Weisheit der Masse.

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Bereits 77 Prozent der deutschen Unternehmen experimentieren mit dem Wandel zu einem sogenannten Enterprise 2.0. Den Begriff eingeführt hat der Harvard-Professor Andrew McAfee vor rund vier Jahren mit seinem Artikel „Enterprise 2.0: The Dawn of Emergent Collaboration“. Dabei geht es im Kern darum, mithilfe von webbasierter Software, wie Blogs, Wikis oder Chats, Projekte neu zu koordinieren, vorhandenes Wissen im Unternehmen effizienter zu managen und die Kommunikation nach außen und innen besser zu gestalten.

Das Potenzial dazu ist groß: Vor drei Jahren kommunizierten Mitarbeiter nahezu noch ausschließlich über E-Mails und das Telefon. Heute setzt ein Unternehmen bereits durchschnittlich 2,5 dieser sozialen Software-Werkzeuge ein. Zu den beliebtesten gehören Wikis, Blogs, Microblogging und RSS-Feeds. Die Werkzeuge selbst sind freilich nicht neu, wohl aber der Kulturwandel in der Wirtschaft, den sie auslösen.

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Wer damit ernst macht, löst zwangsläufig tradierte Arbeitsweisen sowie zentrale, hierarchische Strukturen auf. An ihre Stelle rückt die autonome Selbststeuerung von Teams und die sogenannte „Wisdom of the crowds“ – die Weisheit der Masse. Vor allem für große Unternehmen ist das mit Enterprise 2.0 verbundene kulturelle Umdenken eine große Herausforderung. Sowohl die Führungsrollen als auch die Mitarbeiterfunktionen ändern sich von Grund auf. Wer zum Beispiel nicht bereit ist, als Führungskraft Herrschaftswissen zu teilen oder als Mitarbeiter mehr Verantwortung zu übernehmen, wird in der neuen Arbeitswelt scheitern.”

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Der komplette Artikel ist online verfügbar: http://www.wiwo.de/management-erfolg/enterprise-2-0-435086/
…und bietet kurz & bündig Erfahrungsberichte und Research zu New World of Work.

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Auszug aus dem Microsoft Whitepaper “Das Neue Arbeiten”, Juni 2010

Lange Zeit galten in vielen Industrien klare Verhältnisse, wenn es das Terrain zwischen den Produzenten auf der einen Seite und den Konsumenten auf der anderen Seite abzustecken galt. Und waren noch vor wenigen Jahren klare Trennlinien zwischen Kunde, Unternehmen, Geschäftspartner und Mitbewerber auszumachen, so verschwimmen diese Grenzen nun zunehmend und führen zu neuen Positionen und Brückenschlägen.

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So werden heute – im Zeichen des „Prosumers“ (ein Zwitterwesen zwischen Produzenten und Konsumenten) – Innovationsprozesse immer seltener rein zentral verordnet und unternehmensintern (über abgeschottete „Innovationsabteilungen“) umgesetzt, sondern vermehrt mit kooperativen Modellen und Crowdsourcing-Ansätzen vermengt und angereichert. Die Teilnahme von Kunden am Gestehungsprozess neuer Produkte reicht also wesentlich tiefer, als dies noch vor kurzem denkbar war und geht jedenfalls weit über bekannte Methoden der Marktforschung oder Produktpersonalisierung hinaus. Bei Procter & Gamble etwa spielt bei fast der Hälfte aller Produkte die Zusammenarbeit mit Externen eine entscheidende Rolle.

Doch nicht nur Kunden, auch Partner spielen eine immer stärkere Rolle in Innovations- und Produktionsprozessen. So liegt beispielsweise in der Automobilbranche die Fertigungstiefe im Schnitt nur noch bei 10 bis 25%, Tendenz sinkend. „Porschefizierung“ nannte das deutsche Wirtschaftsmagazin Brand Eins die Tatsache, dass die Eigenleistung von Porsche an der Wertschöpfung nur noch zehn Prozent ausmacht, der Rest stammt von Zulieferern. Österreich hat auf diese Entwicklung mit der Einrichtung sogenannter Cluster reagiert, thematisch zusammengeschlossener Unternehmen. Bereits 13% der österreichischen Gesamtbeschäftigung findet in Clustern statt.

Dementsprechend kommt es zwischen Unternehmen im Rahmen von „Coopetition“ zu ehemals widersprüchlichen Positionen: Aus strategischen Partnern, teilweise eng miteinander vernetzt, werden engagierte Wettbewerber, die in kompetitiver Aufstellung dem Kunden gegenüber treten. Man ist eng miteinander verbunden und dennoch Konkurrenz – in mancher Situation Partner oder Lieferant, in anderer Situation Mitbewerber.

Und schließlich trägt Outsourcing weiter dazu bei, die Unternehmensgrenzen zunehmend zu verwischen. Wurden ehemals noch ausschließlich diskrete Aufgaben ausgelagert, so werden aktuell ganze Geschäftsprozesse an Partner vergeben. Und Outsourcing ist weiterhin auf dem Vormarsch: Laut einer aktuellen Studie haben 70 Prozent der Unternehmen bereits Bereiche ausgelagert und jedes fünfte plant weitere Outsourcing-Schritte.

Auf Unternehmens-Ebene bedeutet das vielfach den Widerspruch zwischen enger Vernetzung und loser Kopplung aufzulösen. Klare Fronten waren gestern, heute lassen sich nicht mehr einfache Wertschöpfungsketten und klar ersichtliche Wettbewerbssituationen managen, vielmehr gilt es, ganze Ökosysteme zu steuern. Das bedeutet für Führungskräfte, dass sie heute eine wesentlich höhere Komplexität und Dynamik überblicken und handhaben müssen.

Auf einer organisatorischer Ebene bedeutet das: Für bestimmte Projekte werden Strukturen benötigt, in denen Projektdaten eng zwischen Unternehmen ausgetauscht werden und die gegenseitigen Systeme im Sinne optimaler Collaboration tief miteinander verschränkt sind; in anderen Situationen geht es um sichere Abgrenzungen der Daten und des Wissens, etwa mit Blick auf Compliance, Datenschutz oder wettbewerbsrelevante Informationen. Die Geschwindigkeit, mit der solche Vernetzungen bzw. Sicherheitsbarrieren auf- und wieder abgebaut werden können, entscheidet über die Wettbewerbsfähigkeit.

Kernaussage:
Das neue Arbeiten erfordert, die Zusammenarbeit auf Unternehmens-Ebene völlig neu zu strukturieren

Die komplette Studie gibts hier zum Download!

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